Blumen erinnern an Angriffe in der Silvesternacht
Blumen erinnern an Angriffe in der Silvesternacht

10.06.2016

Pläne für ein friedliches Silvesterfest in Köln Bands und Lichtinstallationen

Ein Jahr nach den Silvesterübergriffen rund um den Kölner Dom soll ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben gesetzt werden. Ein Veranstalter plant für den 31. Dezember 2016 ein Fest mit Kölner Bands. Die Kirche begrüßt die Idee - mit Einschränkungen.

Nach den Silvesterübergriffen in Köln gibt es einem Zeitungsbericht zufolge nun Pläne für ein Fest, das zum friedlichen Zusammenleben aufrufen soll. Am 31. Dezember könnte rund um den Dom eine Feier mit dem Titel "Zusammen neu beginnen - Willkommen 2017" steigen, wie die "Kölnische Rundschau" (Freitag) berichtet. Der Antrag liegt nach Angaben der Zeitung seit einigen Tagen im Rathaus. Die Stadt habe sich offen für das Konzept des Veranstalters gezeigt.

Kölner Botschaft verlesen

Auf mehreren Bühnen sollen demnach Kölner Bands auftreten, Lichtinstallationen die Domumgebung in Szene setzen. Außerdem sollten Prominente die "Kölner Botschaft", ein Text des Trägers des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, Navid Kermani, verlesen. Zu den Unterzeichnern der Botschaft gehörte im Januar auch der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki.

Die geplanten Lichtinstallationen sollen sowohl am Dom als auch am Breslauer Platz und dem Bahnhofsvorplatz erstrahlen. An dem Verkehrsknotenpunkt hatte vergangenes Jahr ein entfesselter Mob gewütet und zahlreiche Frauen belästigt und bestohlen.

Übertragungen aus aller Welt

Laut Konzept werden auf dem Bahnhofsvorplatz auf einer Leinwand die Feiern zum Jahreswechsel aus aller Welt und Konzerte zu sehen sein.

Es gehe darum zu zeigen, dass in Köln friedlich Silvester gefeiert werden könne, sagte Eventmanager Stephan Gorol der Zeitung. Die Kölner müssten die Plätze rund um den Dom zurückgewinnen.  Durch die Übergriffe habe Köln einen "Stempel eingebrannt" bekommen. Nun gehe es darum, dem ein anderes Bild entgegenzusetzen. "Das darf aber nicht eins von Polizeiketten und Ordnungsgewalt am Dom sein." Der Kölner Stadtdirektor Guido Kahlen sagte, das Konzept müsse nun mit Polizei, Feuerwehr und Ordnungsdienst geprüft werden.

Kirche reagiert verhalten auf Pläne

Die katholische Kirche reagiert verhalten auf die neuesten Pläne. Der Kölner Dom- und Stadtdechant Robert Kleine begrüßte am Freitag die Idee, rund um den Hauptbahnhof mit einer eigens organisierten Veranstaltung ein Zeichen zu setzen. Kritisch sieht er aber das Vorhaben, auf sämtlichen Plätzen in Domnähe, insbesondere auf dem Roncalliplatz direkt neben dem Dom, eine Art Silvester-Kirmes zu etablieren.

Dies wäre "ein bisschen zu viel des Guten", sagte Kleine. Bislang seien die Plätze an Silvester nicht kommerziell genutzt worden. Die Stadt müsse prüfen, ob die Pläne mit dem Platzkonzept kompatibel seien. Ein Programm auf dem Roncalliplatz von nachmittags bis nachts um drei Uhr müsste auf jeden Fall Rücksicht nehmen auf den abendlichen Gottesdienst zum Jahresabschluss im Dom, sagte der Domdechant und erinnerte zugleich an den Beschuss des Domes mit Silvesterraketen im vergangenen Jahr.

Kleine wandte sich auch gegen eine Illumination des Domes zu Silvester. An das Domkapitel werde zu unterschiedlichsten Anlässen immer wieder dieser Wunsch angetragen. Der Dom sei aber keine Litfaßsäule. Deshalb habe das Domkapitel beschlossen, nur noch aus Eigeninitiative den Dom zu beleuchten.

(KNA, dr)

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