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22.04.2016

Religiöser Prince war konservativer als viele dachten Provokativ und prüde

Prince passt in kein Klischee. Dass der jetzt gestorbene Ausnahmekünstler mit dem Image eines Sexidols ein tiefreligiöser Mensch war, überrascht nur den, der ihn nicht kannte. Der US-Musiker wurde 57 Jahre alt.

Als Papst Franziskus im vergangenen September seinen Fuß auf US-amerikanischen Boden setzte, gab es eine Musikliste zur Reise des Pontifex. Wie schon bei der Visite von Benedikt XVI. im Jahr 2008 fand sich auch diesmal wieder ein Song des Superstars aus Minneapolis darunter. Der Titel "Pope" von Prince gehört heute zu den Klassikern des Rock-Funks.

In dem Refrain singt Prince: "You can be the president, I'd rather be the pope. You can be the side effect, I'd rather be the dope." Dass er dem Papst den Vorzug vor jedem Präsidenten gibt, liegt auf der Hand: Der Anhänger der «Zeugen Jehovas» beteiligte sich aus Prinzip an keiner Wahl - auch nicht an der des ersten schwarzen Präsidenten Barack Obama. «Das heißt nicht, dass ich nicht denke, Präsident Obama sei nicht ein sehr kluger Mensch, der es gut meint. Worum es für mich geht, ist, prophetisch zu sein.»

Religiöse Songs 

Papst Franziskus passt schon eher in dieses Muster. Aber das ist nicht der Punkt des unkonventionellen Eigenbrötlers Prince. Ihm ging es im Leben wie in der Kunst darum, das Profane zu überwinden. Wobei er zuweilen das Profane nutzte, um in die Tiefe vorzudringen.

Für jeden schlüpfrigen Song wie "Darling Nikki» nahm er einen religiösen wie "The Cross" auf. Er vermischte Prüderie mit Fantasien sexuell ausgehungerter Menschen und kreierte so künstlerische Grenzerfahrungen. Prince blieb bis zu seinem Tod im Alter von nur 57 Jahren in seinem Anwesen von Paisley Park in Chanhassen der Musiker, der er immer war: exzentrisch, nicht berechenbar, aber immer nahe bei seinen Fans. Die zog er in seiner Karriere der Plattenindustrie vor.

Konzert für 10 Dollar 

Prince verschenkte, teilte sich in einer Weise, wie es nur wenige Superstars machen. Nach seiner Rückkehr von einem (letzten) Konzert in Atlanta kündigte er vor seinem Zuhause am Paisley Park für vergangenen Samstag eine Party an. "2 GIVE THANX 4 THE GOOD WEATHER AND 4 ALL THE LOVE AND SUPPORT", twitterte er in der Einladung.

Ein Konzert für zehn Dollar - so etwas gibt es nicht mal mehr bei Studentenbands. Doch für Prince war das nicht ungewöhnlich. Die Tickets für die 21 Shows, die er im Spätsommer 2007 in London spielte, gingen für 30 britische Pfund weg. Ein Schnäppchen im Vergleich zu dem, was andere verlangen.

Gegen Homo-Ehe 

Prince wäre nicht Prince, wenn er nicht provozierte. Zum Beispiel, als "Mister Purple Rain" gegen die "Home-Ehe" sprach. "Gott kam auf die Erde und sah, wie die Menschen machten, was sie machten, und räumte auf", so der Star in einem Interview. "Er sagte, genug ist genug."

Die sexuelle Energie zwischen Männern und Frauen war für Prince so etwas wie eine spirituelle Kraft, die er selbst in einem religiösen Kontext sah und künstlerisch interpretierte. "Das ist für ihn wie ein Gottesdienst", schrieb der Kritiker Toure 2013 über Prince. "Er ist sexuell, aber definitiv sehr konservativ."

Scheinbare Widersprüche 

Manche Fans haben Schwierigkeiten, diese Seite ihres Idols mitzuvollziehen. Und doch machte sie einen guten Teil seiner Weltsicht aus. Dann gab es aber auch diese scheinbaren Widersprüche, die Prince zu einer so komplexen Gestalt machten. So gab er etwa in Baltimore ein Gratis-Konzert zu Ehren des jungen Schwarzen Freddie Gray, dessen Tod im April 2015 in Polizeigewahrsam Unruhen in der Stadt ausgelöst hatten.

Die Bürgermeisterin von Minneapolis, Betsy Hodges, fand kaum Worte, um den Verlust dieses Giganten der Rockmusik und guten Nachbarn zu beschreiben. "Prince hat uns nie verlassen, und wir werden ihn nie verlassen."

 

Bernd Tenhage
(KNA)

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