Festakt Dresdener Kreuzchor
Festakt Dresdener Kreuzchor
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) gratuliert dem Dresdner Kreuzchor.
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) gratuliert dem Dresdner Kreuzchor.

04.03.2016

800-jähriges Bestehen des Dresdner Kreuzchors Chor als Botschafter des Evangeliums

Dresden feiert sein weltberühmtes Ensemble: Der Dresdner Kreuzchor blickt auf 800 Jahre Geschichte zurück. Bis heute gestaltet er die Vespern und Gottesdienste in der Kreuzkirche. Und ist weltweiter Botschafter für Toleranz und Menschlichkeit.

Jahrhunderte alte Tradition voller Leidenschaft: Mit einem Festakt in der Semperoper hat der weltberühmte Dresdner Kreuzchor am Freitag sein 800-jähriges Bestehen gefeiert. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) appellierte vor dem Hintergrund wachsender Intoleranz und Menschenverachtung in der Gesellschaft, die Stimme zu erheben und zu widersprechen. Dabei gelte es auch, traditionelle geistige und kulturelle Werte wie den Dresdner Kreuzchor zu verteidigen. "Wenn die Mehrheit zu leise ist, wird die Minderheit zu laut", sagte Lammert in seiner Festrede auch mit Blick auf fremdenfeindliche Attacken in Sachsen. Sein Respekt gelte all denen, die ihre Stimme erheben, auf der Straße oder in den Wahlkabinen, sagte der Bundestagspräsident.

Wie die Stadt Dresden wurde der Dresdner Kreuzchor im frühen 13. Jahrhundert gegründet. Heute singen rund 130 Jungen zwischen neun und 19 Jahren in dem Chor. Träger des Ensembles ist die Stadt Dresden, ihre Heimstatt haben die Kruzianer in der evangelischen Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt. Der Chor sei kulturelles Erbe und einer der Besten der Welt. "Dieses große Vermächtnis" sei "nicht nur zu bewundern, sondern vor allem zu bewahren", sagte Lammert. Er stehe für Tugenden wie Treue, Respekt und Anstand. Das sei "unser gemeinsames Erbe und auch unsere gemeinsame Verpflichtung".

Der Kreuzchor gestaltet traditionell Vespern und Gottesdienste. Darüber hinaus ist der Chor in zahlreichen Konzerten in und außerhalb Dresdens zu erleben. Tourneen führten ihn bis nach Südamerika und Asien. Ende 2015 luden die Kruzianer erstmals zu einem Open-Air-Weihnachtskonzert ins Dresdner Dynamo-Stadion ein.

Tillich: Chor ist Botschafter Sachsens und des Evangeliums

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) würdigte den Chor als Botschafter Sachsens und als Botschafter des Evangeliums: "Wir feiern einen Chor, der seit 800 Jahren das religiöse und das kulturelle Leben in dieser Stadt prägt, und der mittlerweile in der ganzen Welt Berühmtheit erlangt hat", sagte er. Zugleich betonte auch Tillich die gesellschaftliche Rolle der Kruzianer. Sie seien Vermittler von Werten und stünden für Toleranz. "Besonders in dieser Zeit ist es wichtig, solche Botschafter zu haben, die Sachsens prägende Werte und Traditionen vertreten, verbunden mit Weltoffenheit und christlicher Nächstenliebe", sagte der Regierungschef.

Der Kreuzchor feiert sein 800-jähriges Bestehen in diesem Jahr zusammen mit der Kreuzkirche und der Evangelischen Kreuzschule. Höhepunkt ist eine Festwoche im April. Beim Festakt in der Oper musizierte er zusammen mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter anderem Werke von Claudio Monteverdi, Carl Maria von Weber und Johann Sebastian Bach.

Der Chor stehe in der ersten Reihe international renommierter Ensembles, sagte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). "Mit seiner starken emotionalen Ausstrahlung" sei er eines der wichtigsten Aushängeschilder Dresdens, Sachsens und Deutschlands. Zudem sei der Kreuzchor ein sich "stets verjüngendes, erneuerndes Ensemble, das auf allerhöchstem Niveau und voller Leidenschaft musiziert".

(epd)

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