Blick auf den Kölner Dom
Blick auf den Kölner Dom

07.03.2021

Einführung zweier nicht residierender Domkapitulare im Dom Was machen die da?

An diesem Sonntag werden nicht residierende Domkapitulare im Kölner Dom eingeführt. Im Interview erklärt einer von ihnen, Kreisdechant Guido Zimmermann, welche Aufgaben damit verbunden sind.

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DOMRADIO.DE: Waren Sie überrascht über Ihre Ernennung zum nicht residierenden Domkapitular?

Guido Zimmermann (Kreisdechant im Kreisdekanat Euskirchen und nicht residierender Domkapitular): Ja, sehr. Es war Anfang Dezember. Ich hatte Messe. Als ich dann nach der Messe in die Sakristei zurückkam, hatte ich einen Anruf des Erzbischofs auf meinem Handy. Ich habe zurückgerufen, er war nicht da, und habe dann auf seinen Rückruf gewartet. Ich habe die ganze Zeit überlegt: Was will er von mir? Ob ich versetzt werde? Als er dann anrief und mir dann mitteilte, dass er mich zum nicht residierenden Domkapitular ernennt, war das total überraschend. Damit hätte ich nie im Leben gerechnet.

DOMRADIO.DE: Sie und Professor Dr. Christoph Ohly, der kommissarische Rektor der Kölner Hochschule für Katholische Theologie, werden am Sonntag ins Amt eingeführt. Was heißt "nicht residierend"? Welche Aufgabe haben Sie beide da?

Zimmermann: Das Domkapitel besteht aus zwei Gruppen: Das sind die Domkapitulare, die in Köln leben, die residierenden, die die Aufgabe haben, sich um die Seelsorge im Dom zu kümmern, um die würdige Gestaltung der Domgottesdienste, den Erhalt und um die Verwaltung des Vermögens des Domes. Sie sind vor Ort die Agierenden.

Ab Sonntag gibt es dann drei nicht residierende Domkapitulare. Bereits im Amt ist der Stadtdechant Teller aus Leverkusen. Wir haben eigentlich keine besonderen alltäglichen Aufgaben im Domkapitel. Wir sind nur dann gefordert, wenn ein neuer Bischof zu wählen ist. Also wir drei dürfen dann den neuen Erzbischof mitwählen. Das ist eigentlich unsere vornehmste Aufgabe.

DOMRADIO.DE: Sie sind in Zülpich. Warum finden Sie es gut, als Pfarrer außerhalb von Köln dem Domkapitel anzugehören?

Zimmermann: Das ist in den Statuten des Domkapitels so vorgegeben, dass die nicht residierenden Dechanten Pfarrer aus dem Bistum sein sollen. Ich finde das gerade in Bezug auf eine Wahl des Erzbischofs wichtig, dass man es nicht nur Köln-intern macht, sondern dass man auch den Blick aus dem ganzen Bistum mit hereinholt. Ich bin jetzt hier Pfarrer in Zülpich, Kreisdechant in Euskirchen, in einer eher ländlichen Region des Erzbistums. Ich finde es wichtig, dass bei der Wahl eines neuen Bischofs auch ein anderer Blick mit hineinkommt außer dem Kölner.

DOMRADIO.DE: Wen konnten Sie für diesen doch besonderen Tag der Ernennung in den Kölner Dom einladen? Die Teilnehmerzahl ist ja wegen der Pandemie begrenzt.

Zimmermann: Wir hatten die Möglichkeit, jeweils 30 Personen anzumelden. Da ist natürlich zunächst die Familie, Freunde, Mitbrüder kommen auch. Normalerweise wäre das sicherlich ein großes Fest für die Gemeinde gewesen. Viele rufen an, schreiben Briefe, gratulieren und sagen: Wir gucken am Sonntag die Messe bei DOMRADIO.DE.

Ich glaube, ein großer Teil aus der Pfarrei wäre mit in den Dom gekommen. Dass das nicht geht wegen der Coronavirus-Pandemie, ist schade. Aber der engste Familienkreis, Eltern und Freunde sind da. Und das freut mich.

DOMRADIO.DE: Was haben Sie statt einer großen Feier vor?

Zimmermann: Wir hatten überlegt anschließend einen kölschen Imbiss in einer Kölner Brauerei zu machen. Das war auch schon alles geplant. Aber die Corona-Maßnahmen dauern an und wir mussten alles absagen. Zunächst können wir morgen nichts machen außer die Heilige Messe zu feiern. Anschließend werden die einen oder anderen gratulieren. Aber ein größeres Fest können wir morgen nicht feiern. Irgendwann im Jahr kann man das vielleicht nachholen.

Das Interview führte Michelle Olion.

(DR)

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