Der Kölner Dom trägt der steigenden Zahl der Corona-Patienten in NRW Rechnung
Kölner Domschweizer

27.02.2018

Wie sich Kölner Domschweizer gegen die Kälte wappnen Dicke Pullover und Zehenakrobatik

Die klirrende Kälte hat Deutschland noch fest im Griff. Wer kann, meidet so gut es geht das Freie. Was aber machen diejenigen, die in der Kälte arbeiten müssen? Die Domschweizer beispielsweise im Kölner Dom – bei zwei Grad Innentemperatur.

DOMRADIO.DE: Die Domschweizer sind so etwas wie die "Hausmeister beim lieben Gott". Sie passen auf, dass im Dom alles mit rechten Dingen zugeht. Ganz egal, wie warm oder kalt es draußen und in der Folge drinnen ist. Nun herrscht im Dom eine Innentemperatur von zwei Grad. Sie haben während Ihres Dienstes acht Stunden bei diesen Temperaturen vor sich. Wie haben Sie sich denn darauf vorbereitet?

Horst Engels (Domschweizer im Kölner Dom): Das macht man in erster Linie bekleidungstechnisch. Die bewährte lange Unterhose und die dicken Wollsocken sind ein absolutes Muss. Ich habe zudem einen dicken Pullover an und den Hals gut geschützt. Dazu haben wir dann noch einen Winter-Talar. Der ist relativ lang und dick abgefüttert und hält gut warm. Dadurch steigt relativ wenig Kälte von unten herauf. So kann man den Tag schon gut durchstehen.

DOMRADIO.DE: Haben Sie auch Thermosohlen in die Schuhe getan?

Engels: Ja. Ich habe extra Sohlen drin. Das ist auch wichtig, da wir recht viel stehen und der Dom nicht nur von der Raumtemperatur her kalt ist, sondern auch vom Boden her. Deshalb gilt es auch, viel die Zehen zu bewegen.

DOMRADIO.DE: Werden Sie versuchen, sich bei diesen Temperaturen besonders viel zu bewegen?

Engels: Natürlich bewegen wir uns. Aber bewegen heißt ja, dass wir uns nur in einem gewissen Bereich, den wir abdecken sollen, bewegen können. Wir gehen mal zehn Meter rauf und wieder zehn Meter runter. Das ist ja keine Bewegung in dem Sinne, dass man auf eine gewisse Betriebstemperatur kommt.

DOMRADIO.DE: Wie sieht es denn mit Heißgetränken aus? Gibt es da irgendeinen Rückzugsraum, in dem Sie zum warmen Tee in der Thermoskanne greifen können?

Engels: Wir haben ein rollierendes System. Das bedeutet, wir wechseln die Positionen im Dom, die vorher festgelegt sind. Damit haben wir die Möglichkeit, einen Nebenraum aufzusuchen, der wohlig beheizt ist. Da kann jeder nach Bedarf auf Kaffee oder Tee zurückgreifen. Es ist auch durchaus so, dass wir in dieser kalten Zeit den Raum häufiger aufsuchen dürfen. Da ist der Dienstgeber uns gegenüber großzügig.

DOMRADIO.DE: Für den Morgengottesdienst in der Marienkapelle des Doms gibt es Heizkissen. Können Sie die nicht mal zwischendurch nutzen, um sich ein bisschen aufzuwärmen?

Engels: Sitzen im Dom ist für uns nicht erlaubt. Die Heizkissen sind den Besuchern und vor allem den Besucherinnen vorbehalten. Die werden morgens in der Frühmesse ausgegeben und erfreuen sich großer Beliebtheit.

DOMRADIO.DE: Manche beneiden Sie um Ihre Aufgabe, im Dom an einem so schönen Ort zu arbeiten. Ganz besonders beneidet werden Sie sicher, wenn es draußen richtig heiß ist und der Dom Abkühlung bietet. Jetzt dürfte der Neid wohl geringer ausfallen. Haben Sie Angst vor der Schicht?

Engels: Nein, Angst habe ich nicht. Ich muss auch sagen, dass ich es gar nicht als zu kalt empfinde. Mir sind persönlich die Kühle und die damit verbundene Frische im Dom lieber als die heißen Temperaturen im Sommer. Es ist ja nicht so, dass sich der Dom den Außentemperaturen nicht auch anpassen würde. In der Regel erfolgt diese Anpassung über zwei bis drei Tage zeitversetzt und dann hat man im Sommer auch eine große Schwüle im Dom. Da kann man sich nicht so gut vor schützen, wie jetzt vor der Kälte.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(DR)

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