Strengere Sicherheit im Kölner Dom
Strengere Sicherheit im Kölner Dom
Dompropst Gerd Bachner sitzt im Kölner Dom
Dompropst Gerd Bachner sitzt im Kölner Dom
Sicherheits-Poller vor dem Kölner Dom
Sicherheits-Poller vor dem Kölner Dom

22.12.2017

Sicherheitsmaßnahmen zu Weihnachten im Kölner Dom In angemessenem Rahmen

Die großen Weihnachtsgottesdienste stehen vor der Tür – so auch im Kölner Dom. Dort wurden bereits im vergangenen Jahr die Sicherheitsmaßnahmen deutlich erhöht. Wie es dieses Mal zum Fest aussieht, erklärt Dompropst Gerd Bachner.

DOMRADIO.DE: Schauen wir zunächst zurück auf das Jahr 2017. Wie sind die Sicherheitsmaßnahmen bei den Besuchern des Kölner Doms angekommen?

Prälat Gerd Bachner (Kölner Dompropst): Wie ich gehofft hatte und wie es letztlich eingetreten ist: sehr positiv. Natürlich gibt es immer einige, die fragen, ob denn da nicht ein bisschen zu viel in Richtung Sicherheit gemacht wird. Dem stehen andere gegenüber, die meinen, es werde zu wenig gemacht. Aber die große Mehrheit hat Verständnis für die Sicherheitsmaßnahmen. Sie haben sie begrüßt und sind froh, dass sie angstfrei und mit einer inneren Ruhe in den Dom gehen können. Das Thema wird in den Augen der meisten in einer angemessenen Weise gelebt und praktiziert. Das deckt sich auch mit meinem Anliegen, keine extremen Wege zu gehen, sondern in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Sicherheitsorganen zum jeweiligen Zeitpunkt eine angemessene Antwort auf die Frage zu liefern, was momentan richtig und wichtig ist.

DOMRADIO.DE: In den vergangenen Wochen hat sich in der Domumgebung viel getan. Die Stadt Köln lässt insgesamt 100 Poller um den Dom herum aufstellen, um Kraftfahrzeuge abzuhalten, unkontrolliert auf den Domvorplatz zu kommen. Was halten Sie von dieser Maßnahme?

Bachner: Es ist schon gewöhnungsbedürftig. Die Poller befinden sich ja auf dem Stadtgelände und nicht auf dem Domgelände. Ich gehe davon aus, dass die Leute, die die Entscheidungen dazu treffen und getroffen haben, auch den Weg der Angemessenheit gehen. Sie argumentieren, dass man die zwei, drei Stufen bis zum Domvorplatz mit einem Geländewagen hochfahren könnte und sie wollen dagegen eine Sicherheitsmaßnahme haben. Als ich den ersten Schritt der Einfassung der Poller mit den ganzen Folien sah, zog das die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Wie grausam und schrecklich, dachte ich bei mir.

DOMRADIO.DE: Die Poller waren mit Folien beklebt?

Bachner: Zunächst ja. Als die dann entfernt wurden, sah man die kleinen schwarzen Säulen. Da dachte ich, es sieht doch nicht ganz so schlimm aus. Denn Sicherheit sollte in meinen Augen zwar da sein, aber man sollte sie nicht als solche wahrnehmen müssen. Zum einen aus Sicherheitsgründen, aber zum anderen auch deswegen, weil die Gedanken dann nicht ständig auf dieses Thema gelenkt werden. Dann kam auf die Poller der Schriftzug "Fürchtet euch nicht" drauf. Wie grausam, dachte ich. Es ist ein schöner, theologischer Spruch, der aber so die Aufmerksamkeit auf die Poller gelegt hat, dass man gar nicht mehr das Westportal sah, sondern nur noch die hell-weißen Buchstaben. Als diese dann am Nachmittag wieder entfernt wurden, habe ich mich gefreut. Genau das ist richtig. Es muss das gemacht werden, was gemacht werden muss, aber mit Maß und ohne große Aufmerksamkeit darauf.

DOMRADIO.DE: Es war eine Werbeagentur, die eine verbotene Aktion mit diesen Buchstaben auf den Pollern durchgeführt hat. Das hat aber nur ein paar Stunden gehalten. Die Agentur hatte sich auch selber dafür angezeigt. Jetzt steht Weihnachten vor der Tür. Werden die Sicherheitsmaßnahmen im Dom jetzt nochmal angezogen?

Bachner: Nicht mehr im Vergleich zu dem, was wir im Verlauf des Jahres gemacht haben. Aber es ist selbstverständlich, dass bei Veranstaltungen mit einer größeren Zahl von Gläubigen im Dom und bei hohen Feiertagen die Sicherheitsvorkehrungen anders sind, als an einem gewöhnlichen Werktag. Wir werden sie aber nicht anziehen in Bezug darauf, dass wir noch etwas tun, was wir im Verlauf des Jahres nicht getan haben. Wir wechseln ja bewusst die Sicherheitsmaßnahmen nach politischen Sicherheitseinschätzungen und nach dem, was im oder um den Dom herum passiert. Für uns gilt das Prinzip der Unberechenbarkeit. Das heißt, was und wie etwas gemacht wird, ist in Kooperation mit der Polizei jeweils unterschiedlich. Aber natürlich liegt eine besondere Aufmerksamkeit auf Weihnachten und Silvester.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

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