Auftakt des Kirchentags
Auftakt des Kirchentags
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Auftakt des Kirchentags
Erzbischof Dr. Heiner Koch
Erzbischof Dr. Heiner Koch
Kardinal Reinhard Marx im domradio.de-Gespräch
Kardinal Reinhard Marx im domradio.de-Gespräch
Thomas Sternberg
Thomas Sternberg
Anglikaner-Primas Justin Welby und Erzbischof Dr. Heiner Koch mit Besuchern des Kirchentages
Anglikaner-Primas Justin Welby und Erzbischof Dr. Heiner Koch mit Besuchern des Kirchentages

24.05.2017

Gottesdienste und Abend der Begegnung eröffnen den Kirchentag Marx: "Schritte aufeinander zu"

Mit drei großen Open-Air-Gottesdiensten hat am Mittwochabend in Berlin der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag begonnen. Auch die katholische Kirche ist gut vertreten.

Die Angst vor Terror ist gegenwärtig, die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch. Doch die Kirchentagsbesucher setzen beim Auftakt ein starkes, buntes Zeichen: Sie wollen sich nicht einschüchtern lassen. Eine kühle Brise fegt am Mittwochabend immer wieder durch Berlins Straßen. Der guten Laune beim "Abend der Begegnung" zum Auftakt des Evangelischen Kirchentags tut das meteorologische Zwischentief dennoch keinen Abbruch. Im Gegenteil: Gläubige Christen können es als Zeichen des Himmels deuten, "frischen Wind" in ihre Kirchen zu bringen. 

Katholiken bei der Eröffnung

Frischen Wind gibt es auch durch die Ökumene. Die katholische Kirche ist an diesem Eröffnungstag gut vertreten. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, äußert sich gegenüber domradio.de zufrieden darüber, dass die Kirchen zusammen feiern. "Wir gehen Schritte aufeinander zu", sagte er. Und er glaube, dass die beiden großen Kirchen gestärkt aus dem gerade laufenden Jubiläumsjahr der Reformation hervorgehen würden. "Dieses Jahr wird uns erheblichen Rückenwind geben, davon bin ich überzeugt."

Auch Erzbischof Heiner Koch sieht einen Meilenstein im Kirchentag. Es sei ein Tag der Christen. "Wir sind eingeladen und wir dürfen auch unsere Meinung sagen. Wir können nicht sagen, wir werden an den Rand gedrängt." Das Besondere sei, dass evangelische und katholische Christen zu den Unterschieden stehen könnten. "Es geht darum, dass man mit Respekt und Achtung oder als Bereicherung damit umgeht", erklärt Koch im domradio.de-Interview.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg hat über die Jahre hinweg eine Veränderung der Kirchen- und Katholikentage wahrgenommen. "Es ist mittlerweile selbstverständlich, dass wir Katholiken hier dabei sind und bei Katholikentagen die Protestanten." Nach beiden Seiten sei man offener geworden. "In den Gemeinden wird dies schon gelebt, dann kommt das 'Oben' auch irgendwann hinterher", erklärt Sternberg gegenüber domradio.de.

"Du siehst mich"

In diesem Jahr tun sie es unter dem biblischen Motto "Du siehst mich". Das Zitat soll Gottvertrauen vermitteln und hat nun doch eine weitere, unerwartete Bedeutung erhalten. Die drei Auftaktgottesdienste an Reichstag, Brandenburger Tor und Gendarmenmarkt mit insgesamt etwa 70.000 Besuchern und das bunte Treiben an den Essenständen und Musikbühnen im Zentrum der Hauptstadt spielen sich unter den aufmerksamen Augen zahlreicher Polizisten ab. Rund 1.200 Beamte sind an diesem Abend im Einsatz.  

"Hoffentlich passiert nichts" 

Maschinenpistolen und Schutzwesten spielen eine fast demonstrative Rolle wie wohl bei keinem anderen Christentreffen zuvor. "Ich bin froh, dass sie da sind", sagt Anna aus Hannover, die als freiwillige Ordnerin gekommen ist, fast ein bisschen verschämt, "hoffentlich
passiert nichts". Die von Abrüstung und Pazifismus bewegten Kirchentage früherer Jahre scheinen ewig vorbei.

Die Zeiten haben sich geändert. Die Fahnen auf dem Reichstagsgebäude und den Botschaften fremder Länder stehen auf Halbmast, als sich die Massen am Brandenburger Tor vorbei auf den für sie abgesperrten Boulevard Unter den Linden schieben. Der Terroranschlag vom Montagabend im britischen Manchester hat die Sicherheitsvorkehrungen noch dringlicher werden lassen. Die Zufahrten zur Kirchentagsmeile sind durch Gitter abgeriegelt. Eine Terrorfahrt per LKW wie auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz soll sich nicht wiederholen können.

Optimismus überwiegt 

Taschenkontrollen sind obligatorisch an den Zugängen zu den großen Plätzen wie beim Brandenburger Tor. Auch bereits kontrollierte und markierte Rucksäcke werden nochmals von den Sicherheitsleuten in Augenschein genommen. Das kostet Zeit, doch die Besucher nehmen es geduldig in Kauf. "Klar mach ich mir auch Sorgen, aber wir wollen uns das tolle Erlebnis hier nicht nehmen lassen", sagt ein aus Hagen in Westfalen angereister Familienvater und fügt scherzend hinzu: "Außerdem sterben immer noch mehr Menschen im Bett als bei Anschlägen."

So entspannt sich die Stimmung zusehends, als die Musik auf den zehn Bühnen zwischen Gendarmenmarkt und Reichstag in Fahrt kommt. Für jeden ist etwas dabei, von Swing über Folk und Sacro-Pop bis Techno. Über die Spree schippern Boote mit Gospelchören und an den Ufern bleiben Schaulustige stehen. Dazwischen erinnert die ein oder andere Drehorgel oder auch eine ortstypische Currywurst daran, wohin die 100.000 Dauerteilnehmer gekommen sind. Wer Wurst nicht mag, hat schier unendlich viele Alternativen.

Gefühlt jede Gemeinde der mit gastgebenden Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist mit einem Stand präsent, auch manche katholische Gemeinde. Die "Speisekarte" reicht vom Wildschweingulasch bis zum selbstgebackenen Zupfkuchen, ergänzt durch exotischere Angebote wie die gefüllten Teigtaschen einer koreanischen Gemeinde. Fast scheint es wie eine lukullische Grundlage für die Multi-Kulti-Debatten der kommenden Tage. "Der erste Abend ist immer etwas ganz Besonderes und hat eine ganz
spezielle Atmosphäre - alle sind voller Erwartung», erzählt der 25-jährige Philip, für den es bereits der siebte Kirchentag ist. Zusammen mit seiner Freundin ist er um vier Uhr früh aufgestanden, um sich von Tübingen aus auf den Weg nach Berlin zu machen. Wenn es dunkel wird, will das Paar mit Kerzen am Brandenburger Tor sitzen - zusammen mit tausenden anderen: "Das wird vermutlich der besinnlichste Moment der ganzen fünf Tage.

Orange-farbene Schals

"Ein Berliner Studentenpärchen ist unversehens in den Strom der Kirchentagsbesucher geraten. Es betrachtet die größtenteils mit dem orange-farbenen Schal des Christentreffens markierten Gläubigen aufmerksam. "Was ist denn der Sinn von diesem Kirchentag?", fragt er. Darauf sie: "Ich glaube, dass sie sich Gott nah fühlen. Und da haste hier jetzt voll die Community für."

(dr, KNA)

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