Bei einem Sankt Martinsumzug
Bei einem Sankt Martinsumzug
Noch umgezogen: Cornelia (Coco) Beutelstahl vor dem Martinsumzug
Noch umgezogen: Cornelia (Coco) Beutelstahl vor dem Martinsumzug
Den Kindern ist es egal, dass Sankt Martin diesmal eine Frau ist
Den Kindern ist es egal, dass Sankt Martin diesmal eine Frau ist
Coco als Sankt Martin zu Pferd
Coco als Sankt Martin zu Pferd

07.11.2019

Wenn Sankt Martin eine Frau ist... "Sankt Martina" auf dem Pferd

Die Martinsumzüge ziehen wieder durch die Straßen. Mancherorts kommt der Heilige auf dem Pferd daher oder sogar als Frau. In Köln etwa mimt Cornelia Beutelstahl auf ihrem Pferd Diego den Sankt Martin. Wie ist das als "Sankt Martina"?

DOMRADIO.DE: Sind Sie in diesem Jahr ausgebucht?

Cornelia (Coco) Beutelstahl (Sankt Martin(a) seit sechs Jahren): Ja, wir sind ausgebucht. Wir haben dieses Jahr sechs Ritte - ein Ritt mehr als letztes Jahr. Für dieses Jahr reicht das erst mal. Ich schaue mal, wie es läuft. Aber ja, ich würde sagen, wir sind ausgebucht.

DOMRADIO.DE: Sie sind mit einer Freundin auf die Idee gekommen als Sankt Martin, als "Sankt Martina", durch die Straßen zu reiten. Und seitdem sind sie dran geblieben. Was macht Ihnen so großen Spaß daran?

Beutelstahl: Zum einen macht es einfach Spaß zu sehen, wie die Kinder sich nach wie vor an Diego erfreuen können, dass die Kinderaugen strahlen. Gerade heutzutage, wo viele immer am Handy, am iPad, am Fernseher, an der Technik hängen, finde ich das total wichtig. Ich finde es einfach schön, dass Tiere nach wie vor immer noch diesen Effekt haben. Und zum anderen ist es ein gutes Training für mein Pferd Diego, der immer auch eine Aufgabe braucht.

DOMRADIO.DE: Sie sind auf dem Pferd der Held, der Sankt Martin, der verehrt wird. Gefällt Ihnen diese Figur?

Beutelstahl: Ja, absolut. Ich finde die Figur, die Tradition sehr wichtig. Gerade heute, wo viele mit Scheuklappen durch die Gegend laufen, finde ich die Themen Teilen, Mitdenken und füreinander Denken schon wichtig.

DOMRADIO.DE: Sie sind wie ein römischer Soldat verkleidet. Doch einige Kinder werden Sie sicherlich als Frau erkennen. Kommt da auch mal eine Nachfrage wie "Hey, du bist ja gar kein Martin"?

Beutelstahl: Von den Kindern kommt das tatsächlich nicht. Ich glaube, das liegt daran, dass die nur noch Augen für Diego haben, sobald er aus dem Hänger steigt und wir um die Ecke kommen - was natürlich gut ist. Eigentlich kommen diese Fragen nur von Leuten, die ich gar nicht auf den Zügen sehe - eher in den sozialen Medien, vor Ort gar nicht. Wenn jemand meint "Du bist ja gar nicht der Sankt Martin", dann sage ich: Na ja, der Sankt Martin hat so viele Ritte, der muss ja überall sein und deswegen helfen wir ihm. Und dann ist das Thema schon erledigt, weil dann Diego wieder die Hauptfigur ist.

DOMRADIO.DE: Wie findet denn ihr Pferd Diego die Umzüge?

Beutelstahl: Er findet es gut, muss ich sagen. Ich weiß, es ist immer ein Thema, ob man das mit seinem Pferd macht oder nicht. Aber ich habe Diego seit zehn Jahren und kenne ihn sehr gut. Ich achte auf die Punkte, wo ich weiß, dass sie wichtig für ihn sind. Er braucht zum Beispiel Platz um sich herum, er braucht seine Ruhe. Und ich achte darauf, ob er mir ein Zeichen gibt, dass er Stress hat - wenn er zum Beispiel schnell atmet, wenn er anfängt zu tänzeln, wenn er anfängt zu schwitzen, wenn er weiße Augen bekommt.

Bei Diego ist das wirklich das Gegenteil: Er schnaubt ab. Bei Pferden heißt das, dass sie tief durchatmen. Es ist wie ein Seufzer. Er lässt den Kopf hängen. Ich lasse ihn immer am langen Zügel gehen, das ist mir total wichtig. Er hat die Ohren immer entspannt und guckt sich alles an. Es gibt auch Ritte, die wir zum vierten, fünften, sechsten Mal machen. Da begrüßt er schon mal die Leute, sucht sich tatsächlich selber seine Leute aus, schnuppert erst mal den Polizisten an, läuft dem Tubaspieler hinterher und so was. Das ist tatsächlich so, und das ist mir auch absolut wichtig.

DOMRADIO.DE: Die Kinder wollen ihn bestimmt auch anfassen, oder? Dürfen sie das?

Beutelstahl: Ja, je nachdem. Ich sage immer, Diego muss das entscheiden. Wir machen es von seiner Laune abhängig, aber meistens findet er es gut.

DOMRADIO.DE: Als Sie eben gesagt haben, Tänzeln sei ein Stresssymptom bei einem Pferd, fallen einem die Karnevalszüge ein, wo man das schon häufiger beobachtet hat. Es ist ja ein heiß diskutiertes Thema, ein Pferd in Menschenmengen laufen zu lassen. Wird das bei Ihren Auftritten hinterfragt? Werden Sie darauf angesprochen?

Beutelstahl: Ja, absolut. Und ich finde es wichtig, dass die Leute hinterfragen und sich alles ansehen. Ich bin gegen Pferde im Karnevalszug, weil ich einfach nicht mehr den Wert, den Sinn dahinter sehe. Ich muss aber auch sagen, dass man nicht alles schwarz-weiß sehen darf. Ein 20-Minuten-Sankt Martinsritt, bei dem ein Pferd mindestens 10 Meter Platz um sich herum hat, am langen Zügel geht und mit einer Kapelle circa 80-100 Meter hinter einem - das ist doch etwas anderes als ein fünf-sieben Stunden Karnevalsumzug durch die Kölner Innenstadt mit Riesenbrimborium und vielen tausenden Menschen.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

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