Mariä Lichtmess
Mariä Lichtmess
Manfred Becker-Huberti
Manfred Becker-Huberti

02.02.2018

An Mariä Lichtmess endete früher die Weihnachtszeit Das vergessene Christusfest

Kerzenweihen, Lichterprozessionen – der 2. Februar ist ein wichtiger Tag im Kirchenkalender. An Mariä Lichtmess endete früher die Weihnachtszeit. Ab jetzt merkt man es: Die Tage werden wieder deutlich länger.

Vor noch nicht allzu langer Zeit wurden erst an diesem Tag in katholischen Kirchen und Privathäusern die Krippen und die Weihnachtsbäume abgebaut: Am 2. Februar, am im Volksmund so bezeichneten Tag Mariä Lichtmess, endete endgültig die Weihnachtszeit.

Aus dem Alltag ist das Fest fast verschwunden. Selbst in der katholischen Kirche endet die Weihnachtszeit seit der Liturgiereform 1970 schon am Sonntag nach dem Dreikönigstag am 6. Januar. Doch halten manche Familien, aber auch Städte und Gemeinden am alten Brauch fest – so zum Beispiel zahlreiche Orte im Erzgebirge, die noch länger auf die touristische Attraktivität der weihnachtlichen Stimmung bauen.

Eines der ältesten Feste der christlichen Kirche

Dabei ist Lichtmess eines der ältesten Feste der christlichen Kirche: Seit Anfang des 5. Jahrhunderts wurde es in Jerusalem am 40. Tag nach der Geburt Jesu gefeiert. In Rom führte die Kirche den Feiertag um das Jahr 650 ein. Mit dem 2. Februar verbinden sich viele unterschiedliche Glaubensaussagen, viele Volksbräuche und auch Bauernregeln.

Mariä Lichtmess hieß bis 1969 in der katholischen Kirche auch "Mariä Reinigung". Diese Bezeichnung knüpft an den Bericht des Lukas-Evangeliums an, nach dem Maria 40 Tage nach der Geburt Jesu ein Reinigungsopfer darbrachte, wie es das jüdische Gesetz vorschrieb.

Beim Evangelisten Lukas ist nachzulesen, dass sich Joseph und Maria in den Tempel begaben, um Jesus, der als Erstgeborener Gott gehörte, auszulösen. Von daher kommt auch der andere Name des Festes, der sich seit 1969 im katholischen Feiertagskalender findet: "Darstellung des Herrn". Aus dem Marienfest ist ein Christusfest geworden.

Wie das Lukas-Evangelium berichtet, begegneten Maria und Joseph im Tempel dem greisen Simeon und der Prophetin Hannah. Der Alte stimmte ein Loblied auf das Kind an und pries es als Messias: "Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel", so wird am 2. Februar in den Gottesdiensten vorgelesen.

Kerzensegnung und Lichterprozessionen

Seit dem 11. Jahrhundert kam der Brauch der Kerzensegnung und der Lichterprozessionen auf. An Lichtmess wurden dann auch die für das nächste Jahr benötigten Kerzen der Kirchen und der Familien geweiht, weshalb Wachsmärkte, eben Licht(er)messen, durchgeführt wurden, wie Brauchtumsexperte Manfred Becker-Huberti berichtet.

An diesem Tag fanden nach seinen Angaben früher auch Lichterumzüge der Kinder statt. Festgebäck waren die Crepes, Pfannkuchen, die im Rheinland lautmalerisch an die französische Bezeichnung erinnern: Kreppchen hießen sie hier. Seit 1997 ist der 2. Februar in der katholischen Kirche auch der "Tag des geweihten Lebens". Papst Johannes Paul II. richtete ihn als Tag des Dankes und der Bitte für Menschen ein, die sich ganz Gott zur Verfügung stellen.

Vorbereitung auf neue Feldarbeit

Auch in anderer Hinsicht war der 2. Februar in früheren Zeiten von größter Bedeutung. An Lichtmess erhielten die Dienstboten den Jahreslohn in Geld und Naturalien; sie konnten sich bei ihrem Dienstherrn neu verpflichten oder den Arbeitgeber wechseln. Die Zeit bis Agatha (5. Februar) war eine Art von vertraglich gesichertem Nichtstun, das man die "Schlenklweil" nannte.

Zugleich begann um Lichtmess die Vorbereitung auf die neue Feldarbeit. Die Wetterregeln handeln von der Vorfreude auf das Frühjahr: "Wenn es an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit." Hoffnung auf den Frühling macht auch, dass die Tage nun deutlich länger hell bleiben. Eine anschauliche Regel beschreibt, wie die Tage nach der Wintersonnwende am 22. Dezember länger werden: "Weihnachten um ein' Mückenschritt, Silvester um ein' Hahnentritt, Dreikönig um ein' Hirschensprung und Lichtmess um ein' ganze Stund." Der Volksmund schlägt mitunter gar einen Bogen vom Martinstag am 11. November zu Lichtmess: "Martin zünd' Licht an; Maria bläst's wieder aus."

Christoph Arens
(KNA)

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 19.07.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Erzbistum Hamburg sucht Lösungen für katholische Lehrer
  • Urlauberseelsorger Schrödel hilft bei Krisen und Konflikten in Hurghada
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht Kölner Caritas-Zentrum
  • Urlaubsseelsorge in Ägypten
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Reliquienprozession durch die Düsseldorfer Altstadt
  • Nach Predigt von Bischof Voderholzer: Wie steht die Kirche zum Islam?
  • Kinotipp
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Reliquienprozession durch die Düsseldorfer Altstadt
  • Nach Predigt von Bischof Voderholzer: Wie steht die Kirche zum Islam?
  • Kinotipp
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Albanische Pflegeschülerin soll abgeschoben werden
  • Römisch-Germanisches Museum in Köln präsentiert neue Fundstücke
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Albanische Pflegeschülerin soll abgeschoben werden
  • Römisch-Germanisches Museum in Köln präsentiert neue Fundstücke
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Nach Predigt von Bischof Voderholzer: Wie steht die Kirche zum Islam?
  • Urlaubsseelsorge in Ägypten
  • Erzbistum Hamburg sucht Lösungen für katholische Lehrer
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Matthäusevangelium
    20.07.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 12,1–8

  • Heilige Wilgefortis
    20.07.2018 09:20
    Anno Domini

    Die Heilige Kümmernis

  • Matthäusevangelium
    21.07.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 12,14–21

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag ab 8 Uhr!

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen