Eine Schülerin füllt bei der Juniorwahl ihren Stimmzettel aus
Eine Schülerin füllt bei der Juniorwahl ihren Stimmzettel aus

22.09.2021

"Juniorwahl" begeistert Schüler für Politik Wählen in der Schule

Rund 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler haben in diesem Jahr auch wählen können. Sie sind nicht wahlberechtigt, aber sie haben als Teil ihrer Schulbildung eine eigene Wahl veranstaltet: die Juniorwahl.

Der Projektleiter der Juniorwahl, Gerald Wolf, sieht darin "ein Instrument für einen lebendigen Politikunterricht". Am Ende dieses Unterrichts gebe es "keine Klassenarbeit, sondern einen Gang zur Wahlurne".

Die Schülerinnen und Schüler müssten bei der Wahl alles selbst organisieren. Detailtreu werde sich da an der Bundestagswahl orientiert. Auch bei der Juniorwahl gebe es demnach eine richtige Wahlurne, ein Wählerverzeichnis und die Wahlkabine.

Hohe Wahlbeteiligung

Die Erzbischöfliche Theresienschule in Hilden ist eine der teilnehmenden Schulen. Politik-Referendar Andreas Preutenborbeck habe zunächst Angst vor geringem Interesse seitens der Schüler gehabt: "Da habe ich mich komplett getäuscht. Alle Klassen haben sich beteiligt. Ich glaube von rund 70 Schülern und Schülerinnen haben etwa vier Leute nicht gewählt. Wenn man das mit der Wahlquote bei der richtigen Bundestagswahl vergleicht, dann wäre das ein Traum."

Das Ziel sei es den Schülern die Angst vor der Erstwahl zu nehmen, sagte Preutenborbeck. Die realitätsnahe Wahlumgebung würde vielen diese Angst nehmen. Die politische Teilhabe und die Diskussionen im Haushalt und in der Schule sollen durch die Juniorwahl gestärkt werden.

Dieses Vorhaben werde auch erreicht. Das sei sogar wissenschaftlich belegt, sagte Projektleiter Wolf: "Zum Beispiel steigt die Wahlbeteiligung, auch in den Elternhäusern. Das Wissen über die Kandidaten steigt, ebenso wie das Vertrauen in das Wahlsystem."

Resultate erst nach der Bundestagswahl

Bis Freitag müssen die Schulen ihre Resultate der Juniorwahl zurückmelden. Das Auszählen übernehmen die Schülerinnen und Schüler selbst. Über die Resultate müssen sie jedoch noch ein paar Tage schweigen.

Erst am Abend der Bundestagswahl, nach der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr dürfen die Wahlresultate der Juniorwahl bekanntgegeben werden, "weil Wahlberechtigte Jugendliche dabei sind", sagte Wolf. Die Innenministerien der Länder hätten darum gebeten, die Resultate zeitgleich mit den Prognosen und Hochrechnungen der Bundestagswahl zu veröffentlichen.

1999 sei die Juniorwahl erstmals an drei Berliner Schulen durchgeführt worden. In diesem Jahr hätten 4.513 Schulen an der Juniorwahl teilgenommen. Laut Wolf seien das rund 25 bis 30 Prozent der weiterführenden Schulen in Deutschland.

Florian Helbig
(DR)

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