Symbolbild Influencer
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06.04.2020

SPD-Influencerin Lilly Blaudszun über Religion und Partei "Der Glaube trägt mich durch mein Leben"

Als SPD-Mitglied wurde sie von Frank-Walter Steinmeier geworben. Inzwischen gilt Lilly Blaudszun als große Nachwuchshoffnung der Partei und ist ein Star in den sozialen Medien. Dort spricht sie auch über ihren Glauben.

Sich mit Lilly Blaudszun zu verabreden, ist gar nicht so einfach. Die Tage der 18-Jährigen sind in der Regel durchgetaktet, auch in Corona-Zeiten. So spricht sie auf Instagram mit der Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katharina Barley (SPD), und dann ist sie mit SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil zu einem Chat verabredet.

Mit 15 Jahren in die SPD eingetreten

In diesen Tagen managt sie ihre Verabredungen von Frankfurt (Oder) aus. Dort studiert sie im zweiten Semester Jura an der Europa-Universität Viadrina und arbeitet als Hilfskraft an einem Lehrstuhl. Das, was viele komplett ausfüllt, ist nur ein Teil ihres Lebens. Ein anderer, großer gehört der SPD.

In die Partei ist sie mit 15 Jahren eingetreten, geworben vom damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der vorbeikam, als sie bei einem Landtagsabgeordneten in Mecklenburg-Vorpommern ein Praktikum absolvierte. Seitdem brennt sie für die Partei und hilft mit, deren zuletzt stark angekratztes Image aufzupolieren - vor allem mit frechen, unerschrockenen Sprüchen und Bildern auf Instagram oder Twitter, dort folgen ihr inzwischen bis zu 20.000 Menschen.

Gemerkt, wie der Glaube gefehlt hat

Eine weitere Facette, die in ihrem Leben breiten Raum einnimmt, ist ihr Glauben. Auch ihn teilt sie in den sozialen Medien, etwa wenn sie schildert, wie sie mit ihrer Familie den Weihnachtsgottesdienst in ihrer evangelischen Gemeinde in Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern besucht.

In dem Städtchen mit seinen rund 13.000 Einwohnern ist Lilly Blaudszun aufgewachsen, wurde von ihren Eltern christlich erzogen. Sie ging in einen evangelischen Kindergarten und nahm am kirchlichen Religionsunterricht, der "Christenlehre", mit 13 Jahren dann der "Konfi-Unterricht", wie sie selbst sagt, der Unterricht zur Vorbereitung auf die Konfirmation.

Danach habe es dann erst mal einen Cut gegeben - wie bei vielen ihrer damaligen Freunde, erzählt sie. Sehr bald habe sie jedoch gemerkt, wie stark ihr der Glaube fehle. "Mit der Zeit habe ich wieder zu Gott gefunden und auch wieder in der Bibel gelesen", sagt sie. Statements, die man nicht unbedingt von einer jungen Frau mit Nasenpiercing und Tattoos erwartet. Genauso wenig wie den Satz: "Der Glaube ist meine Basis, ohne den Glauben würde mein Leben so nicht funktionieren."

"Gott ist in meinem Leben und wird da nicht weggehen"

Auch an ihrem Körper bekennt sie sich bleibend zu ihrem Glauben: Neben einem Zitat der Alternative-Rock-Band Nirvana ("Come as you are") und einem Bekenntnis zu ihrem Heimat-Bundesland in Form einer Welle mit dem Schriftzug "MV" findet sich an ihrem Fußknöchel auch ein Tattoo mit einem kleinen Kreuz. "Gott ist in meinem Leben und wird da nicht weggehen", sagt sie dazu.

In einem Zeitungsinterview hat sie die Kirche auch schon mit ihrer Partei verglichen: "Mit der Kirche ist es ein bisschen wie mit der SPD", so die Influencerin. "Die Grundidee, dass dir jemand zur Seite steht, egal wie schlecht es dir geht, finde ich super. Nur sollte man diese Grundidee vielleicht so langsam mal ins 21. Jahrhundert schubsen."

Der Glaube und ihre Verbundenheit mit Mecklenburg-Vorpommern verbindet Lilly Blaudszun auch mit einem anderen prominenten Parteimitglied, mit Manuela Schwesig, der Ministerpräsidentin des Bundeslandes, die sich vor wenigen Jahren taufen ließ. Sie stehen in regelmäßigem Austausch.

Fleischverzicht in der Fastenzeit

Seit dem vergangenen Herbst ist neben Ludwigslust und Frankfurt noch ein weiterer Standort für Blaudszun dazugekommen: Sie arbeitet mittlerweile für den Bundestagsabgeordneten Frank Junge und ist inzwischen auch regelmäßig im Berliner Regierungsviertel - zumindest in Nicht-Coronazeiten. Ein Amt in der Partei hat sie derzeit nicht, sie möchte sich aber künftig, auch inhaltlich stärker positionieren. Ganz oben steht da für sie das bessere Verständnis zwischen Ost- und Westdeutschen und das Thema Rechtsextremismus.

Aber erst mal steht auch bei Lilly Blaudszun das Osterfest an. Dann kann sie auch wieder Fleisch essen, darauf hat die bekennende Nicht-Vegetarierin bewusst in der Fastenzeit verzichtet. Wie sie das Fest in diesem Jahr wegen der Corona-Krise feiert, weiß sie allerdings noch nicht. Einen Gottesdienst wird sie nur online besuchen können. Hauptsache, sie kann die Tage mit ihrer Familie teilen - auch wenn es nur per Skype sein sollte.

Birgit Wilke
(KNA)

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