Gedenkfeier des Landes Brandenburg für Manfred Stolpe
Gedenkfeier des Landes Brandenburg für Manfred Stolpe
Manfred Stolpe †
Manfred Stolpe †

22.01.2020

Politik und Gesellschaft nehmen Abschied von Manfred Stolpe "Brückenbauer" und "Meister des Dialogs"

In der Potsdamer Nikolaikirche haben Politik, Kirche und Gesellschaft am Dienstag Abschied von Manfred Stolpe genommen. Der Bundespräsident würdigte den früheren Ministerpräsidenten Brandenburgs als Brückenbauer und "Meister des Dialogs".

Mit einem Gottesdienst und einem Staatsakt in der Potsdamer Nikolaikirche haben am Dienstag rund 500 Trauergäste Abschied von Brandenburgs früherem Ministerpräsidenten Manfred Stolpe genommen. Er war am 29. Dezember im Alter von 83 Jahren nach langer Krankheit in Potsdam gestorben. 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte den SPD-Politiker, der auch Bundesverkehrsminister war: "Wir trauern um einen Brückenbauer, einen Meister des Dialogs, um einen Freund. Nicht nur seine Kirche, nicht nur Brandenburg, nicht nur Ostdeutschland, unser ganzes geeintes Land hat ihm viel zu verdanken", betonte das Staatsoberhaupt.

"Ein Ostdeutscher, der Westdeutschland verstand"

"Mit Manfred Stolpe geht jemand, der uns fehlen wird. Ein Ostdeutscher, der den Ostdeutschen Mut machte und der Menschen aufrichten konnte. Ein Ostdeutscher, der Westdeutschland verstand", erklärte der Bundespräsident. Das "Zeitalter der Extreme" habe Stolpes acht Lebensjahrzehnte geprägt. NS-Zeit, Flucht, Mauerbau, Kalter Krieg und Teilung - "es waren die Erfahrungen von Gewaltherrschaft, von fanatischen Ideologien und Menschenverachtung, die dieses Leben begleiteten", so Steinmeier. Stolpe sei es dadurch "zur politischen Pflicht" geworden, sich für den Ausgleich und die friedliche Verständigung einzusetzen.

"In einer Zeit der Extreme die Zuspitzung vermeiden, die Gewalt abzuwenden, Menschen zu schützen, das war sein Credo", betonte Steinmeier. Für die innere Einheit Deutschlands sei Stolpe von "überragender Bedeutung" gewesen. Er habe auch mit dem Herzen gespürt, was die Umbrüche für die Menschen bedeuten. Diese Geschichten müssten heute stärker Gehör finden.

Der Bundespräsident ging auch auf die nach 1989 erhobene Kritik an Stolpe ein. Ihm wurde vorgeworfen, während seiner Tätigkeit bei der damaligen Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg ein Inoffizieller Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit gewesen zu sein. Die evangelische Kirche hatte ihm nach einer Überprüfung bescheinigt, dass er immer ein "Mann der Kirche" geblieben sei und nicht die Seiten gewechselt habe. Steinmeier betonte, Stolpe habe "oft mit sich gerungen" und er habe "unter den Vorwürfen gelitten".

"Elektronische Zettel gegen Mutlosigkeit"

Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte seinen Amtsvorgänger. Stolpe habe das Fundament für eine erfolgreiche Entwicklung des Bundeslandes gelegt. "Ihn ehren heißt, sein Werk fortzusetzen: Den Menschen zuhören, das Miteinander pflegen, unser friedliches, demokratisches, tolerantes Brandenburg stärken und weiterentwickeln", so der Landeschef.

Der evangelische Landesbischof Christian Stäblein hob hervor, dass Stolpe vielen Menschen Mut gemacht habe. Bis zuletzt habe er Menschen SMS geschrieben, "elektronische Zettel gegen Mutlosigkeit". In einem System der Unfreiheit habe Stolpe Freiheitsräume geschaffen. Zudem sei er immer ein Mann der Kirche geblieben.

Die Erinnerung an Manfred Stolpe sei mit Freude und Dankbarkeit verbunden, sagte die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU). Stolpe sei ein ungewöhnlicher Mensch gewesen, der anderen Schutz und Hoffnung gegeben habe.

Als Jurist für die Evangelische Kirche

Stolpe wurde 1936 in Stettin geboren. Er studierte Jura an der Universität Jena. Ab 1959 war er in der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg tätig, von 1982 bis 1990 als Konsistorialpräsident in deren Ostregion. In dieser Zeit war er zugleich stellvertretender Vorsitzender des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR.

1990 trat er in die SPD ein und war danach bis 2002 brandenburgischer Ministerpräsident, anschließend bis 2005 Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. 

(KNA, epd)

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