Eine kolumbianische Indigene mit ihrem Baby
Eine kolumbianische Indigene mit ihrem Baby

05.11.2019

Kirche setzt Zeichen nach Massaker an Indigenen in Kolumbien Friedensmarsch der Erzbischöfe

Die beiden Erzbischöfe von Popayan und Cali wollen mit ihrer "Solidaritätskarawane" auf die Situation der Indigenen in der kolumbianischen Region Cauca aufmerksam machen. Sie sind immer wieder Ziel von Terroranschlägen.

Wenige Tage nach einem Massaker an Indigenen in der Unruheregion Cauca hat die katholische Kirche in Kolumbien eine "Solidaritätskarawane" gestartet. Am gestrigen Montag (Ortszeit) führten die Erzbischöfe Luis Jose Rueda von Popayan und Dario de Jesus Monsalve aus Cali einen Friedensmarsch in der Provinz an. "Wir wollen Solidarität mit den Opfern zeigen", sagte Monsalve laut lokalen Medienberichten. "Was die Menschen hier durchmachen, ist ein Drama." Zuvor waren bei einem Anschlag in Cauca fünf Indigenenvertreter getötet worden. Die Tat sorgte international für Entsetzen.

Forderung nach Umsetzung des Friedensprozesses

Erst vor zwei Wochen hatten die Bischöfe der kolumbianischen Pazifikregion ihre Forderung an die Regierung bekräftigt, "eine effiziente Umsetzung des Friedensprozesses" zu garantieren. Die Region ist von geostrategischer Bedeutung für den milliardenschweren globalen Kokainhandel und leidet besonders unter Gewalt und Kriminalität.

Am gestrigen Montag reiste Kolumbiens Präsident Ivan Duque nach Cauca, um mit Vertretern vor Ort über die aktuelle Lage zu beraten. Er kündigte ein Sofortprogramm unter anderem zur Stärkung kleiner wirtschaftlicher Betriebe an. Es reiche nicht, den Drogenhandel nur mit juristischen Mitteln zu bekämpfen, so der Politiker.

Anhaltende Gewalt

2016 hatte die Regierung des damaligen Präsidenten Juan Manuel Santos ein Friedensabkommen mit der Rebellenorganisation FARC geschlossen. Es beendete den mehr als 50 Jahre dauernden Bürgerkrieg. Die entwaffnete FARC sitzt inzwischen als politische Partei im Parlament.

Ein Teil der Guerilleros lehnte allerdings den Friedensvertrag ab und kämpft weiter. Viele dieser Kämpfer sind in den Drogenhandel verstrickt. Sie gelten als mögliche Urheber der jüngsten Morde an den Indigenen.

(KNA)

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