Teilnehmer einer Wahlkampfveranstaltung kommen mit Plakaten des nigerianischen Präsidentschaftskandidaten Abubakar (r)
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Bischof Stephen Dami Mamza
Bischof Stephen Dami Mamza
Ein Wahlhelfer trägt und stapelt Wahlurnen in Nigeria
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Gottesdienst in Nigeria
Gottesdienst in Nigeria

27.02.2019

Nigerias Präsident Muhammadu Buhari bleibt an der Macht "Ergebnis spiegelt nicht den Willen der Menschen"

In Nigeria hat Muhammadu Buhari die Wiederwahl zum Präsidenten angenommen. Sein politischer Gegner Atiku Abubakar will das Ergebnis aber gerichtlich anfechten. Der Bischof von Yola spricht von "schlimmem Wahlbetrug". 

Es hat tagelang gedauert, bis Nigerias nationale Wahlkommission (INEC) am Mittwochmorgen das Ergebnis der Präsidentschaftswahl verkündete: Mit mehr als 15,1 Millionen Wählerstimmen (55,6 Prozent) ist Amtsinhaber Muhammadu Buhari (76) die Wiederwahl gelungen.

Herausforderer Atiku Abubakar (72) kam auf 11,2 Millionen Stimmen (42,2 Prozent). Im Vorfeld war ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet worden.

Die Ziele bleiben die selben

In seiner ersten Rede nach Bekanntgabe des Ergebnisses sagte Buhari, dass die Regierung ihre Anstrengungen in Sachen Sicherheit, Wirtschaftsreformen und Korruptionsbekämpfung verstärken wolle. Das waren bereits vor vier Jahren seine Ziele – die er Kritikern zufolge nicht erreicht hat. Seine Anhänger forderte der Präsident auf, die Opposition nicht zu beleidigen und sich nicht vor ihr mit dem Sieg zu brüsten. "Der Sieg ist Belohnung genug für euren Einsatz", sagte er.

Kaum Jubel nach der Wahl

Zuvor war immer wieder befürchtet worden, dass es wegen des Wahlergebnisses zu Unruhen kommen könnte. Beide Bewerber gaben sich stets siegessicher. Großen Jubel oder Autokorsos gab es aber auch Stunden nach Bekanntgabe des Sieges unter den Unterstützern Buharis und des All Progressives Congress (APC) nicht. Begeisterung sieht anders aus.

Geringe Wahlbeteiligung

Auch die Wahlbeteiligung fiel mit offiziell 35,7 Prozent gering aus. Damit hätten in Afrikas einwohnerreichstem Land, in dem mehr als 190 Millionen Menschen leben, nur etwa 28,6 Millionen ihre Stimme abgegeben. Das wäre die geringste Beteiligung seit 1999, als Nigeria nach langer Militärherrschaft zu einem Mehrparteiensystem überging.

Besonders schlecht fiel sie in Lagos aus, wo nur rund 1,1 Millionen Menschen wählten; vorher hatten sich dort noch 6,1 Millionen registrieren lassen.

Bischof erhebt Vorwürfe wegen Wahlbetrugs

In einzelnen Landkreisen anderer Bundesstaaten sagte die Wahlbehörde den Urnengang gleich ganz ab. Betroffen war vor allem Rivers im Süden, wo 23 Prozent der Wahllokale nicht geöffnet wurden.

Von der Wahl enttäuscht zeigt sich der katholische Bischof von Yola, Stephen Dami Mamza: "Das Ergebnis spiegelt nicht den Willen der Menschen." Nach aktuellen Informationen sei es noch nie zuvor in der Geschichte Nigerias zu so einem "schlimmen Wahlbetrug" gekommen, so der Bischof.

Opposition ficht Wahl an

Den Ablauf der Wahlen hatte seit Montag auch Abubakars Partei People's Democratic Party (PDP) angezweifelt - und angekündigt, das Ergebnis nicht akzeptieren zu wollen.

Nach stundenlangem Schweigen wiederholte Abubakar am Mittwochvormittag diesen Vorwurf und kündigte an, vor Gericht zu ziehen. Da er nicht von fairen und freien Wahlen ausgehe, könne er dem Gewinner auch nicht gratulieren.

Kaum religiöse Spannungen

Anders als bei früheren Wahlen sei es diesmal jedoch weniger zu religiösen Spannungen gekommen, meint Imam Nuruddeen Lemu, Direktor der Organisation Islamic Education Trust in der Stadt Minna. Grund dafür sei, dass beide Kandidaten der großen Parteien Muslime und ihre jeweiligen Stellvertreter Christen waren.

Gemischte Bewerberteams aus Muslimen und Christen

Wie in den USA auch treten in Nigeria Zweierteams an. "Dieses Mal ist die religiöse Komponente jedoch von einigen genutzt worden, um hauptsächlich dem Amtsinhaber vorzuwerfen, einen Plan für eine Islamisierung zu haben", so der Imam.

Das habe man jedoch zurückgewiesen; "schließlich ist der Vizepräsident ein Pastor."

Imam: Interreligiöser Dialog muss ausgeweitet werden 

Lemu zufolge gab es im überwiegend christlich geprägten Süden des Landes Fälle, in denen Pastoren ihre Gemeinde aufgefordert hätten, gar nicht wählen zu gehen; schließlich seien beide Spitzenkandidaten Muslime.

Diese religiösen Stimmen zeigten, so der Imam, dass "noch viel im Bereich des interreligiösen Dialogs getan werden muss".

Katrin Gänsler
(KNA)

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