Im Jemen werden Kindersoldaten auf beiden Seiten eingesetzt
Im Jemen werden Kindersoldaten auf beiden Seiten eingesetzt

12.02.2019

Umfassende Forderungen gegen Einsatz von Kindersoldaten "Kein Kind will töten"

Am Internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten fordern Politiker und Organisationen ein Ende dieser Zwangsrekrutierung. Die Bundesregierung müsse auch in der eigenen Truppe dafür sorgen, dass keine Minderjährigen eingesetzt würden.

Es sei die Aufgabe aller Länder, der "perfiden Praxis" des Einsatzes von minderjährigen Kämpfern ein Ende zu setzen, sagte die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler (SPD), am Dienstag in Berlin.

"Die illegale Rekrutierung von Kindern und ihr Einsatz als Kindersoldaten sind weiterhin verheerende Realität für viel zu viele Kinder auf der Welt", berichtete die Menschenrechtsbeauftragte. Deutschland werde sich als Mitglied des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen verstärkt für den Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten einsetzen. 2018 hatte die Bundesrepublik rund 1,5 Milliarden Euro für die humanitäre Hilfe bereitgestellt, die auch Kindern zugutekommt.

Mit Waffenexporten sanktionieren

Die Grünen-Politiker Katja Dörner und Sven Lehmann appellierten an die Bundesregierung, sich für eine glaubhafte Ächtung des Einsatzes von Kindersoldaten stark zu machen. "Es darf keine Waffenexporte in Länder geben, in denen Kinder als Soldaten eingesetzt werden", erklärten sie.

Darüber hinaus müsse sich Deutschland selbst dazu verpflichten, nur volljährige Rekruten in der Bundeswehr aufzunehmen. Dies sei eine Voraussetzung dafür, "auch international glaubwürdig gegen die Rekrutierung Minderjähriger" einzutreten, hieß es.

 

 

Chancen auf Widereingliederung

Eine Petition der Kinderhilfsorganisation World Vision soll zudem Druck auf die Politik ausüben, um ehemalige Kindersoldaten zu befreien und ihnen Chancen auf Bildung und Wiedereingliederung zu ermöglichen, wie die Organisation mitteilte.

Das Risiko von Minderjährigen, von bewaffneten Gruppen rekrutiert zu werden, sei in manchen Staaten sehr groß. Demnach werden Kinder und Jugendliche als billige Kämpfer, Köche oder Sexsklavinnen missbraucht.

Schätzungsweise 250.000 Kindersoldaten weltweit

"Kein Kind will töten", sagte der Vorstandsvorsitzende von World Vision Deutschland, Christoph Waffenschmidt. Wenn Minderjährige die Konflikte überlebten, erwarte sie eine gesellschaftliche Stigmatisierung. "Es müssen deshalb noch mehr Programme angeboten werden, damit diese Kinder die Waffen niederlegen, in ihre Familie reintegriert, gesund gepflegt werden und eine Ausbildung erhalten", so Waffenschmidt weiter.

Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten hatte am Montag mitgeteilt, dass es Schätzungen zufolge bis zu 250.000 Kindersoldaten in mindestens 19 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas gibt. Rund 50 Armeen und bewaffnete Gruppen rekrutierten demnach nachweislich Kinder. Etwa 65.000 Kindersoldaten konnten in den vergangenen zehn Jahren aber auch befreit werden.

Am 12. Februar 2002 trat das Verbot des Einsatzes von Kindern als Soldaten in Kraft - als Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention. Bislang sind 168 Staaten 

(KNA)

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