"Mensch oder Maschine: Wer programmiert wen?"
Wissenschaftler nehmen 2019 künstliche Intelligenz in den Blick

31.12.2018

Wissenschaftsjahr 2019 befasst sich mit Künstlicher Intelligenz Initiative will die Öffentlichkeit neugierig machen

Um die Meere ging es bereits, um die Arbeitswelt oder auch die Stadt der Zukunft: In jedem «Wissenschaftsjahr» steht eine Disziplin oder ein aktuelles Thema im Mittelpunkt. 2019 geht es um Künstliche Intelligenz.

Wie viele Vorurteile ist auch das Klischee vom akademischen Elfenbeinturm häufig ungerecht - hält sich aber hartnäckig. Ein Versuch, Fragen aus der Forschung in einer breiten Öffentlichkeit zu diskutieren, ist seit dem Jahr 2000 das "Wissenschaftsjahr". Standen anfangs eher Disziplinen wie Physik, Chemie oder Mathematik im Fokus, so ging es zuletzt um aktuelle Themen: die Zukunft der Energie etwa oder die "demografische Chance". 2014 drehte sich das Jahr um die digitale Gesellschaft, nun wird ein ähnliches Thema aufgegriffen: Künstliche Intelligenz (KI).

Die Initiative, die das Bundesforschungsministerium gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD) ausrichtet, soll das Interesse der Öffentlichkeit wecken und Debatten anstoßen. Es ist ein Beitrag zur "Strategie Künstliche Intelligenz", die die Bundesregierung im Sommer beschlossen hatte.

Mehrheit kennt Begriff "Künstliche Intelligenz"

Das Thema KI werde den Alltag in vielen Bereichen verändern, heißt es in einer Ankündigung des Wissenschaftsjahrs. Um so wichtiger sei es, sich damit zu beschäftigen. In diesem Austausch solle es nicht allein um technische Möglichkeiten, sondern auch soziale, ökologische, ethische und rechtliche Aspekte gehen. Offiziell eröffnet wird das Wissenschaftsjahr im März.

Die bundesweite Aktion scheint zum rechten Zeitpunkt zu kommen: Um das Thema KI herrscht ein regelrechter Hype. Unterschiedlichste Zukunftsszenarien, Erwartungen und Sorgen sind damit verknüpft. 94 Prozent der Deutschen kennen den Begriff "Künstliche Intelligenz" laut einer Umfrage des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) aus dem Frühjahr.

Doch nur 23 Prozent gaben an, ihn genau erklären zu können. Eine grobe Erklärung trauten sich 51 Prozent zu, immerhin 19 Prozent erklärten jedoch, sie könnten sich darunter nichts Genaues vorstellen. 69 Prozent zeigten sich besorgt, dass durch KI künftig Arbeitsplätze wegfallen könnten.

Können Maschinen Entscheidungen treffen?

Inhaltliche Schwerpunkte des Wissenschaftsjahrs sollen laut Ankündigung unter anderem Mobilität, Gesundheit und Pflege sowie Industrie 4.0 sein. Die Themen, die nicht nur diesem Rahmen unter dem Schlagwort KI diskutiert werden, sind vielfältig - und entsprechend zahlreich sind Wortmeldungen von Fachleuten aus verschiedensten Bereichen.

Zuletzt sprach sich etwa die Sprecherin der Datenethikkommission der Bundesregierung, Christiane Woopen, dafür aus, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen. Mit der Frage, ob und wie Maschinen moralische Entscheidungen treffen könnten, befassen sich Theologen, aber auch Informatiker.

So forderte der Vizepräsident der Gesellschaft für Informatik, Alexander von Gernler, unlängst eine stärkere Beachtung ethischer Fragen in seinem Fach. Im Frühjahr veröffentlichte Richard David Precht - immerhin "Deutschlands Lieblingsphilosoph" (vice.com) - eine "Utopie für die digitale Gesellschaft".

"Dumm wie einen Stein"

Schon der Begriff KI ist dabei durchaus umstritten. Maschinen seien nicht im menschlichen Sinne intelligent, argumentiert etwa die Wirtschaftsinformatikerin Sarah Spiekermann, daher sei der Begriff irreführend. Der Philosoph Markus Gabriel nennt Computer sogar "dumm wie einen Stein".

Und US-Internetpionier Jaron Lanier wendet sich gegen den "Erlösungsgedanken", den KI-Anhänger bisweilen formulierten. "Nach ihren Prophezeiungen wird die Künstliche Intelligenz die Welt beherrschen. Menschen haben somit aus Sicht der KI nur vorübergehende Bedeutung als unterlegende Subprogramme", sagte Lanier jetzt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Die Definition auf der Seite des Wissenschaftsjahres, formuliert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, kommt vergleichsweise nüchtern daher: KI bezeichne "ein Teilgebiet der Informatik", heißt es dort. Im Zentrum stehe die Entwicklung von Programmen und Maschinen, die "in bestimmten Teilbereichen" die Leistungsfähigkeit menschlicher Intelligenz aufwiesen. Sie lernten aus vorgegebenen Beispielen und leiteten aus großen Datenmengen verallgemeinernde Regeln ab. Das klingt nach einer Grundlage für viele spannende Debatten.

Von Paula Konersmann

(KNA)

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