Humanitäre Hilfe
Humanitäre Hilfe

05.11.2018

Zeitung: Deutschland zweitgrößter Geber für humanitäre Hilfe Angesichts wachsenden Bedarfs

​Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag) hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr insgesamt 1,8 Milliarden Euro für humanitäre Hilfsprojekte im Ausland ausgegeben. Damit sei Deutschland nach den USA der zweitgrößte Geber weltweit.

Das gehe aus einem Regierungsbericht über humanitäre Hilfe im Ausland der Jahre 2014 bis 2017 hervor, den das Kabinett am Mittwoch beschließen wolle.

Kontinuierliche Mittel

"Da der Bundestag angesichts des wachsenden Bedarfs kontinuierlich mehr Mittel zur Verfügung stellte, konnte Deutschland seine humanitäre Hilfe gegenüber dem vorherigen Berichtszeitraum 2010 bis 2013 mehr als verdreifachen", zitiert die Zeitung aus dem Papier. Besonders stark seien die Ausgaben 2016 und 2017 gestiegen, also nach der massenhaften Flucht aus dem vom Bürgerkrieg zerstörten Syrien.

Insgesamt habe Deutschland demnach in den Jahren 2013 bis 2017 humanitäre Organisationen der Vereinten Nationen, das Rote Kreuz und zivilgesellschaftliche Initiativen mit knapp 4 Milliarden Euro unterstützt.

Große Lücke zwischen Bedarf und Hilfe

Zwei Trends hätten die humanitäre Versorgung der vergangenen Jahre bestimmt, so die Zeitung weiter. Zum einen sei die Lücke zwischen dem wachsenden Bedarf und der verfügbaren Hilfe größer geworden. Zum anderen hätten sich Art und Ausmaß von Naturkatastrophen und bewaffneten Auseinandersetzungen verschlimmert: "Humanitäre Notlagen ziehen sich inzwischen über Jahre oder gar Jahrzehnte hin."

Regionale Schwerpunkte der Hilfe seien der Nahe Osten und Afrika gewesen, "wobei die Syrien-Krise sowie die Hungerkrise in Afrika besonders im Fokus standen". Mehrfach habe der Bundestag Mittel wegen überraschender Krisen erhöht. "Staatliches Engagement geht damit Hand in Hand mit dem anhaltend hohen Spendenaufkommen", zitiert die Zeitung weiter. Thematisch habe man sich vor allem auf Gesundheit, Wasser und Hygiene sowie Ernährung konzentriert.

Bundesregierung führe selbst keine Hilfsprojekte durch 

Mit dem Steuergeld sorge sie dafür, dass andere Träger die Arbeit erledigen können. Drei Viertel des Geldes seien an Organisationen der Vereinten Nationen gegangen, etwa an das Welternährungsprogramm, die Flüchtlingsarbeit des UNHCR und das UNO-Hilfswerk für Palästina. Das restliche Viertel sei zur Hälfte an das Rote Kreuz beziehungsweise den Roten Halbmond gegangen und zur anderen Hälfte an weitere Nichtregierungsorganisationen.

(KNA)

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