Bundespräsident Steinmeier (4.v.l.n.r.) und Kardinal Reinhard Marx beim Festakt zu 40 Jahren CIBEDO
Bundespräsident Steinmeier (4.v.l.n.r.) und Kardinal Reinhard Marx beim Festakt zu 40 Jahren CIBEDO

20.10.2018

Marx und Steinmeier setzen auf gemeinsames Handeln von Islam und Katholiken "Aufstehen gegen jede Form von Hass"

Festakt zum 40-jährigen Bestehen der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle: Bundespräsident Steinmeier und Kardinal Marx haben die Religionen aufgefordert, sich gemeinsam für Frieden und gegen Antisemitismus einzusetzen.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ruft alle Christen und Muslime zum "gemeinsamen Aufstehen gegen jede Form von Hass und religiös motivierter Gewalt" auf. Beide müssten sie dafür eintreten, dass Hass, Diskriminierung und Dialogverweigerung keinen Platz hätten, sagte Marx am Freitagabend in Berlin. Ein "Knackpunkt" sei dabei der Antisemitismus, fügte er hinzu.

Der Kardinal sprach bei einem Festakt der Bischofskonferenz zu "40 Jahre Christlich-Islamische Begegnungs- und Dokumentationsstelle (CIBEDO)". Die Einrichtung stehe für eine "nachhaltige Arbeit", die zu Vertrauen und Freundschaft führe und auch kritische Fragen zulasse.

Steinmeier fordert, das Gespräch zu suchen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte Christen und Muslime zu mehr Begegnung und Dialog auf. "Statt endlos darüber zu diskutieren, ob der Islam zu Deutschland gehört, sollten wir uns vielleicht als Christen untereinander und mit unseren muslimischen Nachbarn darüber unterhalten, wie es Christentum und Islam gelingen kann, auf die Fragen der jungen Menschen wirklich überzeugende Antworten zu geben." Der Bundespräsident dankte CIBEDO für "eine Arbeit, die weit über den interreligiösen Dialog hinausgeht, die Friedensarbeit in unserer Gesellschaft ist".

Gründung vor 40 Jahren

CIBEDO wurde am 1978 vom Missionsorden der Weißen Väter gegründet. 1998 übernahm die Bischofskonferenz die Einrichtung als ihre Arbeitsstelle für das Gespräch mit dem Islam. CIBEDO-Geschäftsführer Timo Güzelmansur kennzeichnete die Arbeit als "Dialog nach dem katholischen Selbstverständnis mit Klugheit und Liebe". Das schließe die Wertschätzung des Anderen ein, ohne das Anderssein zu negieren. Mit Blick auf das gesellschaftliche Klima ergänzte er, die vergangenen Wochen hätten gezeigt, "wir rücksichtslos die Politik die Religion vereinnahmt und wie leicht Religion und Politik vermischt werden kann".

Der Sprecher des Koordinationsrats der Muslime, Erol Pürlü, erinnerte daran, dass es die Kirchen gewesen seien, die sich vor 40 Jahren der muslimischen "Gastarbeiter" angenommen und Kontakt gesucht hätten, während die Politik "beobachtend an der Seite" gestanden habe. Gerade der Austausch zwischen Kirchen und Moscheen habe "den Weg für den Dialog der Muslime mit der Politik und der übrigen Gesellschaft geebnet". Von einer "strukturellen Integration" des Islam könne aber immer noch nicht die Rede sein.

In Europa Stimme gefunden

Die alevitische Theologin Handan Aksünger-Kizil erinnerte daran, dass ihre Religionsgemeinschaft erst in den europäischen Migrationsländern vor 30 Jahren eine öffentliche Stimme gefunden habe. Ähnlich wie ihre armenischen, aramäischen, jüdischen und jesidischen Nachbarn hätten Aleviten im Osmanischen Reich und bis in die Gegenwart als "Ungläubige" gegolten. Sie müssten vielerorts immer noch ihre religiöse Identität verheimlichen. Deshalb sei es für sie eine besondere Ehre, bei der Jubiläumsfeier mit einer alevitischen religiösen Identität in der Öffentlichkeit sprechen zu können, so die in Wien lehrende Theologin.

(KNA)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 23.10.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Raubbau an der Schöpfung und Respekt für Indigene: Deutscher Pfarrer in Kolumbien
  • Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit zu Antisemitismus in Deutschland
  • Katholischer Wald und Klimawandel: „Da muss dringend was passieren!“
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Trump unter Druck: Hielt der US-Präsident Militärhilfe für die Ukraine zurück?
  • IGFM: Verletzung der Menschenrechte von Kurden, Christen und Jesiden durch die Türkei
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Trump unter Druck: Hielt der US-Präsident Militärhilfe für die Ukraine zurück?
  • IGFM: Verletzung der Menschenrechte von Kurden, Christen und Jesiden durch die Türkei
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Wald der Zukunft
  • Lateinamerika in Aufruhr - Proteste in Chile
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Wald der Zukunft
  • Lateinamerika in Aufruhr - Proteste in Chile
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff