Ditib-Zentralmoschee Köln
Ditib-Zentralmoschee Köln
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: "NRW steht vor historischen Herausforderungen"
Kommt nicht zur Moscheeeröffnung: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet
Henriette Reker
Kommt auch nicht: Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker
Recep Tayyip Erdogan
Er will kommen: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan

27.09.2018

Moscheeverband bekommt zum Erdogan-Besuch mehrere Körbe Ditib auf Distanz

Kölns Oberbürgermeisterin Reker kommt nicht. Und auch NRW-Ministerpräsident Laschet will die Kölner Moschee nicht mit dem türkischen Präsidenten eröffnen. Offenbar entschied sich Laschet auf Basis eines Dossiers des Verfassungsschutzes.

Armin Laschet hat die Reißleine gezogen und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eine Absage erteilt. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident werde an der Eröffnung der Ditib-Zentralmoschee in Köln Ende September nicht teilnehmen, ließ dessen Regierungssprecher verlauten.

Zuvor hatte sich Erdogan in Istanbul damit gebrüstet, die neue Großmoschee des deutsch-türkischen Moscheeverbandes Ditib am Samstag gemeinsam mit dem NRW-Regierungschef zu eröffnen. Der CDU-Politiker dementierte prompt und gab dem türkischen Staatschef einen Korb: "Dafür steht der Ministerpräsident nicht zur Verfügung." Eine Ditib-Moschee sei "nicht der geeignete Ort" für einen von ihm angestrebten "offenen Austausch und kritischen Dialog".

Hinweise vom Verfassungsschutz

Zuvor hatte Laschet offenbar von einem als vertraulich eingestuften Dossier des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) an die Bundesländer mit Informationen über die Ditib erfahren. Darin geht es auch um eine mögliche Beobachtung des umstrittenen Moscheeverbandes wegen verfassungsfeindlicher Aktivitäten.

Die Ditib koordiniert mit ihrer Zentrale in Köln bundesweit etwa 900 Moscheen und untersteht der Aufsicht der türkischen Religionsbehörde Diyanet in der türkischen Hauptstadt Ankara. Im Zusammenhang mit der türkischen Militäroperation in Nordsyrien hat der Verfassungsschutz offenkundig festgestellt, dass einzelne Moscheegemeinden der Ditib verfassungsfeindliche nationalistisch-religiöse Aktivitäten entwickelten und entsprechende Äußerungen tätigten.

Die NRW-Landesregierung liegt bereits seit 2016 mit der Ditib über Kreuz. Damals hatte im bevölkerungsreichsten Bundesland mit 1,5 Millionen Muslimen bereits die rot-grüne Koalition sämtliche Kontakte zu dem Moscheeverband eingefroren. Ditib-Imame waren seinerzeit beschuldigt worden, im Auftrag der Diyanet türkische Regimegegner in Moscheen in NRW bespitzelt und Informationen etwa über die von Erdogan bekämpfte Gülen-Bewegung an die türkischen Konsulate geliefert zu haben.

Kooperation mit Ditib beendet

Daraufhin wurde im NRW-Justizministerium für alle in der Gefängnisseelsorge tätigen Imame eine Sicherheitsüberprüfung durch den Verfassungsschutz angeordnet. Das NRW-Innenministerium beendete seine Kooperation mit der Ditib bei der Salafismus-Prävention wegen eines Kinder-Comics, mit dem der Verband den Märtyrertod verherrlicht. Die neue schwarz-gelbe Landesregierung unter Laschet hat diesen kompromisslosen Kurs gegenüber der Ditib unverändert fortgesetzt. Zuletzt hatte sich der Landtag damit befasst, dass Kinder in einigen Ditib-Gemeinden in Ostwestfalen in Uniformen und mit türkischen Fahnen Kriegsszenen nachspielen sollten.

Wie die Düsseldorfer Staatskanzlei auf Anfrage mitteilte, hat die NRW-Landesregierung seit 2016 keine Projekte der Ditib mehr gefördert. Die Zusammenarbeit mit dem Moscheeverband im Bereich der Integration ruhe derzeit. Auch im Rahmen der Salafismus-Prävention finde weiterhin keine Kooperation statt. In den Haftanstalten seien kaum noch Ditib-Imame tätig, da sie eine "erweiterte Sicherheitsüberprüfung" verweigerten.

NRW-Integrations-Staatssekretärin Serap Güler (CDU) appellierte dieser Tage an die Muslime, ihre Interessenvertretung künftig in Konkurrenz zu der in den Verdacht der Verfassungsfeindlichkeit geratenen Ditib zu organisieren. "Es wäre ein tolles Zeichen, wenn sich die liberalen Muslime in unserem Land organisieren."

Kölns Oberbürgermeisterin sagt ebenfalls ab

An der Eröffnungsfeier der Kölner Zentralmoschee mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nimmt auch Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) am Samstag nicht teil. "Noch drei Tage vor der Eröffnung ist der Ablauf und unter anderem die Rolle der Stadt Köln völlig ungeklärt", erklärte Reker.

Die Oberbürgermeisterin hatte ihre grundsätzliche Bereitschaft bekundet, an der Eröffnung teilzunehmen. Allerdings bestand sie darauf, eine Rede halten zu können. Angesichts des ungeklärten Programms warf sie der Ditib als Träger der Moschee vor, ihrer Verantwortung nicht gerecht zu werden. "Über den Umgang mit Vertretern der Stadtgesellschaft rund um die nun stattfindende Eröffnung der Moschee bin ich enttäuscht", so Reker. "Dabei geht es mir nicht um mich, sondern um den Respekt vor dem höchsten Amt, das die Kölnerinnen und Kölner zu vergeben haben."

Zugleich betonte die Politikerin, dass sie auch "Oberbürgermeisterin der Kölner muslimischen Glaubens" sei. Sie habe "der Ditib immer wieder die Türen geöffnet - zuletzt mit dem Tag der Religionen im Historischen Rathaus".

Johannes Nitschmann
(KNA)

Die schönsten Lieder des Mitmach-Chorfestivals

Das Mitmach-Chorfest in der Kölner Lanxess-Arena mit 15.000 Teilnehmern aus allen kirchenmusikalischen Gruppen des Erzbistums. Jetzt alle Videos verfügbar!

Programm im Advent und an Weihnachten

Das volle Programm im DOMRADIO und auf DOMRADIO.DE!

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 11.12.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Ethische Krise im Journalismus?
  • Brexit-Abstimmung verschoben
  • Die Caritas über den UN-Migrationspakt
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Ein Licht zieht um die Welt
  • Wie stehen die Chancen auf eine weiße Weihnacht?
  • Mut und Zusammenhalt bei den Bremer Stadtmusikanten
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Ein Licht zieht um die Welt
  • Wie stehen die Chancen auf eine weiße Weihnacht?
  • Mut und Zusammenhalt bei den Bremer Stadtmusikanten
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • "Karte, bitte!": Weihnachtsgottesdienst mit Eintrittskarten
  • Wie Engel und Esel die Weihnachtsgeschichte erzählen
  • Tassen-Diebe auf dem Weihnachtsmarkt
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • "Karte, bitte!": Weihnachtsgottesdienst mit Eintrittskarten
  • Wie Engel und Esel die Weihnachtsgeschichte erzählen
  • Tassen-Diebe auf dem Weihnachtsmarkt
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Matthäusevangelium
    12.12.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 11,28–30

  • Mariä Himmelfahrt
    12.12.2018 09:20
    Anno Domini

    Der Tag der Heiligen Jungfrau...

  • Matthäusevangelium
    13.12.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 11,7b.11–15

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.