Der Aachener Friedenspreis wird jährlich vergeben
Der Aachener Friedenspreis wird jährlich vergeben
Preisträger der Menschenrechts- und Entwicklungsorganisation "Concern Universal Colombia"
Preisträger der Menschenrechts- und Entwicklungsorganisation "Concern Universal Colombia"
Das Berliner Aktivistenkollektiv "Peng!"
Das Berliner Aktivistenkollektiv "Peng!"

01.09.2018

Aachener Friedenspreis für Satireaktionen und Menschenrechtler Den Finger in die Wunde legen

Seit 30 Jahren wird der Aachener Friedenspreis verliehen. 1988 stand noch der Ost-West-Konflikt im Mittelpunkt. Mit den aktuellen Preisträgern rückt der Friedenspreis die Themen Menschenrechte, Rüstungsexporte und soziale Missstände in den Blick.

Der Aachener Friedenspreis ehrt in diesem Jahr Friedensarbeit in Kolumbien und Satireaktionen gegen Rüstungskonzerne und soziale Missstände. Die jeweils mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am Samstagabend an die kolumbianisch Menschenrechts- und Entwicklungsorganisation "Concern Universal Colombia" und das Berliner Aktivistenkollektiv "Peng!" verliehen.

Satire als Mittel des Protestes

Das "Peng!"-Kollektiv verstehe es auf originelle Weise, "mit seinen satirischen, subversiven und grenzüberschreitenden Aktionen den Finger in die Wunde zu legen und uns die Verflechtungen zwischen der globalen und der lokalen Ebene zu erklären", sagte Christoph Kriescher, Vorstandsmitglied des Aachener Friedenspreis-Vereins, bei der Preisverleihung in der Aachener Aula Carolina. Die Gründer von "Concern Universal Colombia", Siobhan McGee und Jaime Bernal-Gonzales, würdigte er für ihren Einsatz für Frieden und Menschenrechte in Kolumbien.

Auch 30 Jahre nach der Verleihung des ersten Aachener Friedenspreises seien Widerstand und Protest "nach wie vor unverzichtbar und wichtig", betonte Vorstandsmitglied Kriescher. Während 1988 noch ganz im Zeichen des Ost-West-Konflikts gestanden habe, gebe es heute neue Herausforderungen wie die globale Klimakatastrophe oder eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich.

Vielfältige Projekte für Menschenrechte

Die Organisation "Concern Universal Colombia" wurde in den 1980er Jahren von der walisischen Entwicklungshelferin Siobhan McGee und dem kolumbianischen Lehrer Jaime Bernal ins Leben gerufen. Sie betreibt den Aufbau von Kleinstbetrieben, Kinderbetreuung und Seniorenbildung sowie politische Bildung zum Thema Menschenrechte. Inzwischen ist das Projekt nach eigenen Angaben mit fast 100 Mitarbeitern in vielen Stadtteilen von Ibagués und in der gesamten Provinz Tolima aktiv.

Ein neuer Schwerpunkt sei inzwischen die Arbeit mit indigenen Gruppen im Süden der Provinz, hieß es. Programmleiter Jaime Bernal-Gonzales beteiligt sich darüber hinaus am Friedensprozess zwischen Regierung und Rebellen. Ziel der Projekte sei es, Bürgerkriegsflüchtlinge besser zu integrieren und die Aussöhnung verfeindeter Bevölkerungsgruppen zu fördern, erklärte Bernal-Gonzales am Samstag in Aachen.

Mit Fake-Kampagnen gegen Missstände

Das Künstler- und Aktivistenkollektiv "Peng!" wurde für seine "mutigen, kreativen und humorvollen Aktionen im Internet und in den Medien" geehrt. Die Mitglieder infiltrieren Veranstaltungen mit falschen Identitäten und starten fake-Kampagnen. Damit wollten sie Ungerechtigkeiten anprangern und zu zivilem Ungehorsam ermuntern, sagte "Peng!"-Aktivist Conny Runner. Ein großer Schwerpunkt liege dabei auf Friedensthemen.

Unter anderem verbreitete das Kollektiv im Namen des Bundesarbeitsministeriums eine Entschuldigung für die Hartz IV-Gesetze. Es verkündete den Rückruf aller Heckler & Koch-Waffen in den USA und warnte auf einer der Bundeswehr-Werbeseite nachempfundenen Website vor den Gefahren deutscher Auslandseinsätze. An einen Rüstungsmanager verliehen "Peng!"-Aktivisten den Friedenspreis der Waffenindustrie.

Preis seit 1988

Der Aachener Friedenspreis wird seit 1988 an Menschen verliehen, die sich in ihrem Umfeld für Frieden und Völkerverständigung einsetzen. Er wird von rund 50 kirchlichen, politischen, gewerkschaftlichen und gesellschaftlichen Gruppen sowie von etwa 350 Einzelpersonen getragen, die im Verein "Aachener Friedenspreis" zusammengeschlossen sind. Die Preisverleihung ist traditionell am Antikriegstag am 1. September.

(epd)

Messenger-Gemeinde

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 11.11.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Eindrücke von der Domradio-Pilgerreise nach Rom
  • Flagge zeigen gegen Antisemitismus im Karneval
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Martinstag: Warum die Sankt Martins eigentlich weiß tragen müssten
  • Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln: 5 Jahre"Aktion Neue Nachbarn"
  • 11.11.: Karnevals-Auftakt im Rheinland
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Martinstag: Warum die Sankt Martins eigentlich weiß tragen müssten
  • Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln: 5 Jahre"Aktion Neue Nachbarn"
  • 11.11.: Karnevals-Auftakt im Rheinland
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • "Mister Loss mer singe" im Gespräch: 20 Jahre Kölner Mitsing-Kampagne
  • Keine Steuervorteile mehr für Männer-Vereine? Schützen erbost
  • Gedenktag: So von Martin zu Martin
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • "Mister Loss mer singe" im Gespräch: 20 Jahre Kölner Mitsing-Kampagne
  • Keine Steuervorteile mehr für Männer-Vereine? Schützen erbost
  • Gedenktag: So von Martin zu Martin
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln: 5 Jahre"Aktion Neue Nachbarn"
  • Flagge zeigen gegen Antisemitismus im Karneval
  • Keine Steuervorteile mehr für Männer-Vereine? Schützen erbost
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff