Beschädigtes Kreuz über Mossul
Beschädigtes Kreuz über Mossul

10.08.2018

Freiheit und Sicherheit im Irak gefordert "Nur Christen können Botschaft von Versöhnung bringen"

Irakische Bischöfe fordern mehr Hilfe für die Christen in der Ninive-Ebene. Sie beklagten auch nach der Befreiung der christlichen Siedlungsgebiete von Truppen des "Islamischen Staats" große Sicherheitsmängel.

Das teilte das internationale katholische Hilfswerk "Kirche in Not" am Freitag in München mit. Timothy Mosa Alshamany, syrisch-orthodoxer Erzbischof von Antiochien, sagte demnach: "Ohne Sicherheit und Arbeitsplätze wird kein Christ im Irak bleiben." Es brauche daher eine internationale Friedenstruppe in der Region. "Wir wollen eine Garantie, dass unsere Freiheit und Sicherheit gewährleistet werden."

"Wollen Taten sehen"

Eine besondere Verantwortung komme dabei den USA zu, so der Erzbischof. Das gelte nicht nur militärisch. Die US-Regierung habe mehrfach angekündigt, Hilfsgelder zukünftig den Christen im Irak direkt zukommen zu lassen. Bislang würden diese Mittel über die Vereinten Nationen verteilt. Es sei jedoch noch nichts geschehen, so Alshamany. "Wir hören viele Reden von Präsident Trump. Wir wollen endlich Taten sehen."

Der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Baschar Warda, ergänzte, beim Wiederaufbau dürfe keine Zeit verloren werden: "Wenn die Christen nicht bald zurückkönnen, wandern sie aus." Wardas Erzdiözese hatte laut "Kirche in Not" einen Großteil der vertriebenen Christen aus der Ninive-Ebene aufgenommen.

Christliche Präsenz wichtig

Noch immer harrten Zehntausende Menschen rund um Erbil in Notunterkünften aus. Warda fügte hinzu, es sei wichtig, die christliche Präsenz im Nahen Osten aufrechtzuerhalten: "Die ganze Region wird durch Gewalt, Korruption und politische Verwerfungen erschüttert. Nur die Christen können dem Nahen Osten die Botschaft von Versöhnung und Feindesliebe bringen."

Am 6. August 2014 hatten die Einheiten des "IS" das christliche Siedlungsgebiet in der Ninive-Ebene nahe der Metropole Mossul erobert. Etwa 120.000 Christen mussten fliehen. Vor zwei Jahren wurde der "IS" zurückgedrängt. "Kirche in Not" unterstützt nach eigenen Angaben zusammen mit lokalen Kirchen den Wiederaufbau maßgeblich.

(KNA)

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