NRW will zurück zum G9-Abitur
NRW will zurück zum G9-Abitur

10.07.2018

NRW will Abkehr vom "Turbo-Abi" gesetzlich verankern Ausnahmen bestätigen die Regel

Abitur nach neun statt acht Jahren soll in Nordrhein-Westfalen wieder möglich sein. Das Gesetz soll an diesem Mittwoch verabschiedet werden. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend hält das grundsätzlich für eine gute Idee. Aber...

DOMRADIO.DE: War G8 grundsätzlich eine schlechte Idee – oder war sie einfach nur schlecht umgesetzt?

Sarah Primus (Landesvorsitzende im Bund der Deutschen Katholischen Jugend): Das ist im Nachhinein schwer zu sagen. Unser Gefühl war grundsätzlich schlecht, aber das kann auch an der Umsetzung gelegen haben. G8 wurde ja einfach beschlossen. Aus unserer Sicht wurde nicht wirklich darüber nachgedacht, was das für die Lehrpläne, für Unterrichtszeiten und für die Schülerinnen und Schüler bedeutet.

DOMRADIO.DE: Der BDKJ ist grundsätzlich für die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren. Aber Sie sind nicht ganz zufrieden mit dem Gesetz, wie es in Nordrhein-Westfalen kommen soll. Was ist Ihr zentraler Kritikpunkt?

Primus: Erst einmal sind wir tatsächlich sehr zufrieden, dass die Rückkehr kommt. Uns stört die Tatsache, dass es eine Wahlfreiheit der Schulen geben soll. Und dass somit die Schulen beziehungsweise die Schulkonferenzen entscheiden können, ob sie G8 oder G9 machen.

Und an der Stelle glauben wir, dass eben nicht die Kinder und Jugendlichen entscheiden können, ob sie nach acht oder neun Jahren Abitur machen wollen. Sie sind am Ende wieder davon abhängig, was die Schule vorgibt. Gerade in ländlichen Räumen, wo es nicht mehrere Gymnasien gibt, landen die Kinder im Zweifel dann bei G8. Das ist aus unserer Sicht nicht so glücklich.

DOMRADIO.DE: Wenn man die Schulzeit wieder verlängert, braucht man natürlich mehr Klassenräume, mehr Lehrer - also mehr Geld. Ist das in Nordrhein-Westfalen schon in trockenen Tüchern?

Primus: Das glaube ich, ehrlich gesagt, nicht. Wir haben das Gefühl, dass mit der Rückkehr zu G9 dem Willen der Breitenwirkung entsprochen wurde. Aber es ist wohl noch nicht mit dem hinterlegt, was wir auch fordern - nämlich mit einer angemessenen Ausstattung und entsprechenden Lehrplänen, damit es für Kinder und Jugendliche auch schön ist, zur Schule zu gehen.

DOMRADIO.DE: Als Außenstehender fragt man sich ja, wie es sein kann, dass zuerst das Abitur nach acht Jahren eingeführt wird und man dann wieder zu neun Jahren zurückkehrt. Es ist ein bisschen so, als wären die Schüler Versuchskaninchen, oder?

Primus: Ja, in der Tat. Wobei ich schon glaube, dass es die Politik nicht böse meint, sondern einfach gemerkt hat, dass die G8-Geschichte eine schlechte Idee war. Dann ist es gut, dass jemand sagt: "Okay, ich revidiere die Entscheidung." Wünschenswert für die Zukunft wäre, dass diese Entscheidungen gut durchdacht werden, um so Schule strategisch und langfristig gut zu gestalten.

Das Gespräch führte Hilde Regeniter.

(DR)

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