Papst Franziskus zum Atomkrieg: "Ein Zwischenfall wird reichen."
Pax Christi an die Bundesregierung: auf Atomwaffen verzichten und aus nuklearer Teilhabe aussteigen
Friedensaktion am Fliegerhorst Büchel
Friedensaktion am Fliegerhorst Büchel

06.07.2018

Pax Christi fordert konkrete Abkehr von Atomwaffen Was die Bundesregierung tun muss

Abrüsten von Atomwaffen – dazu rufen Pax Christi und die Evangelische Kirche am Samstag im Fliegerhorst Büchel auf. Mit dabei: Diakon Horst Peter Rauguth. Er verdeutlicht im Interview, was als nächstes getan werden muss.

DOMRADIO.DE: Der ökumenische Gottesdienst morgen beginnt um 11:58 Uhr. Das ist eine merkwürdige Zeit. Womit hängt das zusammen?

Horst Peter Rauguth (Diakon und Geistlicher Beirat von "Pax Christi" Deutschland): Das hängt mit der symbolischen Atomkriegsuhr "Doomsday Clock" zusammen, die verdeutlicht, wie groß das derzeitige Risiko eines Atomkrieges ist. (Anm. d. Red.: Die Uhr spielt auf die Metapher an, es sei fünf Minuten vor zwölf. Die sagt also es sei allerhöchste Zeit. In den 1940ern starteten Wissenschaftler die Uhr mit sieben Minuten vor zwölf und sie stellen die Zeiger mittlerweile in Abhängigkeit von der Weltlage vor- oder zurück). Es geht also auch bei unserem Gottesdienst um eine symbolische Zeit.

DOMRADIO.DE: Was fordern Sie? 

Rauguth: Wir wollen als Christen lautstark für die Abschaffung aller Atomwaffen eintreten. Und wir denken, dass wir damit in Büchel anfangen müssen.

DOMRADIO.DE: Es gibt eine Online-Petition, in der diese Forderung gestellt wird. Was möchte Pax Christi von der Bundesregierung?

Rauguth: Sie soll sich dem UN-Antrag für ein Atomwaffenverbot anschließen. Das heißt, dass sie erklärt, auf Atomwaffen zu verzichten und aus der nuklearen Teilhabe auszusteigen.

DOMRADIO.DE: Sie sind seit sechs Jahren geistlicher Beirat von Pax Christi und befassen sich schon lange mit der Atomwaffen-Problematik. Wie schätzen Sie es denn ein, dass sich Donald Trump mit dem nordkoreanischen Diktator getroffen hat?

Rauguth: Es ist doch ein guter Schritt, dass sie sich treffen und miteinander reden, anstatt sich zu bekriegen. Man wird abwarten müssen, was aus den Verhandlungen herauskommt. Wünschenswert wäre ein Verzicht auf Atomwaffen, zunächst einmal von Nordkorea, aber am besten auch von den USA.

DOMRADIO.DE: Beim Aktionstag am Nachmittag soll es laut Programm eine gemeinsame Symbolhandlung geben. Was denn für eine?

Rauguth: Das verrate ich nicht. Nur soviel: Es geht darum, dass wir symbolisch unsere Forderungen nach Berlin zu den politisch Verantwortlichen tragen.

DOMRADIO.DE: Ganz viele Leute wissen gar nicht mehr, dass US-Atombomben auf deutschem Boden lagern. Wenn Sie solche Aktionen machen, ist es für sie noch schwer, Menschen zu bewegen mitzumachen?

Rauguth: Ja, man muss erst einmal die Problematik deutlich machen. Viele halten das Problem für erledigt, nachdem die Mittelstreckenraketen abgerüstet wurden. Ihnen ist gar nicht mehr bewusst, dass wir weiterhin mit diesen schrecklichen Atomwaffen drohen, diese Abschreckung in Kauf nehmen, dass die Waffen existieren und womöglich auch eingesetzt werden. Das ist natürlich etwas, was sich niemand auf der Welt wünschen kann.

(DR)

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