Kölner Mahnmal zum Völkermord an Armeniern
Kölner Mahnmal zum Völkermord an Armeniern
Armenier im Gefangenenlager
Armenier im Gefangenenlager

16.04.2018

Kölner Initiative enthüllt Mahnmal zu Völkermord an Armeniern Erinnerungskultur

In Köln erinnert seit Sonntag ein Mahnmal an den Völkermord an den Armeniern vor 100 Jahren. Es ist bundesweit das erste Mahnmal im öffentlichen Raum, das an den mit deutscher Beteiligung durchgeführten Genozid erinnert.

Das erklärte die Initiative am Sonntag. Auf der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke in der Innenstadt enthüllte die Initiative "Völkermord erinnern" eine Skulptur, die von den Kölner Künstlern Stefan Kaiser und Max Scholz geschaffen wurde. Die armenische Gemeinde in Köln ist nach eigenen Angaben mit 5.000 Mitgliedern die größte in Deutschland.

Weiterer Gedenkort in Bremen

Die Stahl-Skulptur ist den Angaben nach 1,50 Meter hoch. Die dreiseitige Pyramide trägt auf der gekappten Spitze einen bronzenen Granatapfel mit Kerbe, der den Genozid an den Armeniern symbolisieren soll. Die Inschrift unter dem Titel "Dieser Schmerz betrifft uns alle" ist in armenischer, deutscher, türkischer und englischer Sprache verfasst.

Einen weiteren Gedenkort gibt es in Bremen. Dort steht seit 2005 ein sogenannter Khatchkar, ein armenischer Kreuzstein, im Gedenken an die Ermordung von Armeniern und Angehörigen anderer christlicher Minderheiten vor 100 Jahren. Im hessischen Pohlheim ist ein weiteres Mahnmal, eine zentrale Stele, geplant.

Die Vertreibung und Vernichtung von Armeniern, Aramäern, Assyrern und Pontos-Griechen begann am 24. April 1915. Bis 1918 fielen den Massakern und Deportationen bis zu 1,5 Millionen Menschen zum Opfer.

Das Deutsche Reich unter Kaiser Wilhelm II. war als Verbündeter des Osmanischen Reichs im Ersten Weltkrieg am Genozid beteiligt.

Resolution im Bundestag

Der Deutsche Bundestag hatte im Juni 2016 eine Resolution verabschiedet, in der das Vorgehen des damaligen Osmanischen Reiches als Völkermord eingestuft wird. Das Papier benennt erstmals auch eine Mitschuld des Deutschen Reiches, das als enger Verbündeter der damaligen jungtürkischen Regierung zu den Verbrechen geschwiegen hatte.

Die Türkei, Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs, lehnt die Bezeichnung Völkermord ab und kritisierte die Resolution scharf. Die türkische Regierung geht von deutlich niedrigeren Opferzahlen aus und verweist darauf, dass es sich bei den Toten um Kriegsopfer handele, die es auch auf osmanischer Seite gegeben habe.

(epd)

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