Wahlplakat der AfD
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04.04.2018

Bistum Magdeburg weist Vorwürfe der AfD zurück "Anwalt für christliche Werte"

Das Bistum Magdeburg hat Vorwürfe der AfD zurückgewiesen. Kirche sei stets an der Seite der Ausgegrenzten, so das Bistum in einer Stellungnahme. Die AfD hatte den christlichen Kirchen vorgeworfen, die Partei auszugrenzen und zu diffamieren.

Neben der evangelischen hat damit auch die katholische Kirche die Vorwürfe der AfD zurückgewiesen. Kirche stehe für eine offene und pluralistische Gesellschaft ein. "Wer versucht, Kirche auf den privaten Raum zurückzudrängen, hat weder Kirche noch Leben aus dem Glauben verstanden", teilte das Bistum Magdeburg am Mittwoch in einer Stellungnahme mit.

"Als Anwalt für christliche Werte sind wir als Kirche geradezu verpflichtet, uns für Menschenwürde, Achtung, Toleranz und Solidarität einzusetzen."

Kritik an Kirchen

Der stellvertretende AfD-Fraktionschef, Tobias Rausch, hatte seinen Austritt aus der evangelischen Kirche angekündigt. Der Beauftragte der evangelischen Kirchen in Sachsen-Anhalt bei Landtag und Landesregierung, Albrecht Steinhäuser, hatte die Vorwürfe am Dienstag als "ganz überwiegend einfach hanebüchen" bezeichnet.

Steinhäuser sagte: "Wenn die Kirchen sich gegen alle Versuche wenden, andere zu stigmatisieren oder zu kriminalisieren, dann ist das kein unbotmäßiges Einmischen in Politik, sondern originärer Auftrag der Kirchen."

Zivilgesellschaftliches Bündnis gegen die AfD

Vor zwei Wochen hatte sich ein zivilgesellschaftliches Bündnis gegen die AfD in Sachsen-Anhalt gegründet. Diesem hatte sich auch die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, ihr katholischer Amtsbruder in Magdeburg, Gerhard Feige, sowie der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, angeschlossen.

Die Diakonie Mitteldeutschland hatte zuletzt kirchliche Einrichtungen davor gewarnt, Spenden der AfD anzunehmen. Diakonie-Chef Christoph Stolte sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), er wolle kein Geld von der rechtspopulistischen Partei, "wenn sie versucht, unseren Auftrag umzudeuten, christliche Nächstenliebe anders zu definieren und Grenzen in der Zuwendung zum anderen zu ziehen".

(epd)