War auch schon beim Papst: Annegret Kramp-Karrenbauer
War auch schon beim Papst: Annegret Kramp-Karrenbauer

19.02.2018

Katholikin Kramp-Karrenbauer soll CDU-Generalsekretärin werden Die neue Hoffnung heißt "AKK"

Vor einem Jahr wurden Abgesänge auf sie geschrieben. Nun macht Annegret Kramp-Karrenbauer Karriere als CDU-Generalsekretärin. Was macht die Katholikin und Noch-Regierungschefin des Saarlands zur Hoffnungsträgerin der CDU?

Der "Schulzzug" war es, der "AKK" stoppen sollte. Im Frühjahr 2017 war das, die SPD hatte erst kurz zuvor Martin Schulz mit 100 Prozent zum Vorsitzenden gewählt. Die Landtagswahl im Saarland - der erste Urnengang im Superwahljahr 2017 - sollte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) vom Thron stoßen. Und es sah nicht gut aus für die Christdemokratin - doch am Wahlabend ging sie als klare Siegerin hervor. Der Schulzzug kam ins Stocken.

Dass die CDU dann trotz Verlusten auch bei der Bundestagswahl stärkste Kraft blieb, schreiben viele Christdemokraten unter anderem der Trendwende nach der Saar-Wahl zu. So kam es, dass die Regierungschefin des kleinsten Flächenlandes im Herbst der Ära Merkel zur Hoffnungsträgerin der Christenunion avancierte.

Jetzt soll die Merkel-Vertraute laut Medienberichten als Nachfolgerin von Peter Tauber CDU-Generalsekretärin werden. Eine Mammutaufgabe: Denn die CDU ringt derzeit um ihren Kurs zwischen Konservativ und Fortschrittlich und ihre Haltung zur AfD. Prominente Politiker fordern ein neues Grundsatzprogramm.

Erste Innenministerin Deutschlands

Kramp-Karrenbauer kennt sich mit Koalitionen in verschiedenen Farben aus. Die 55-jährige Katholikin, die unter ihren markanten Initialen "AKK" bekannt ist, hat zahlreiche Ministerämter absolviert. Die am 9. August 1962 geborene und in Püttlingen aufgewachsene Kramp-Karrenbauer war schon während ihres Studiums der Rechts- und Politikwissenschaft kommunalpolitisch tätig. Der joviale Landesvater Peter Müller berief sie 2000 zur ersten Innenministerin Deutschlands. Später wurde sie Kultus-, dann Arbeits- und Sozialministerin.

2011 dann der Aufstieg zur ersten Regierungschefin des Saarlands, wo sie seitdem zwei Landtagswahlen gewonnen hat. Von ihrem Vorgänger hatte Kramp-Karrenbauer die Jamaika-Koalition mit Grünen und Liberalen geerbt. Doch da diese zusehends ins Stocken geriet, setzte sie 2012 auf Neuwahlen. AKK gewann, schmiedete kurzerhand eine große Koalition mit der SPD und führt diese seitdem vergleichsweise geräuschlos.

Nun soll "AKK" als CDU-Generalsekretärin nach Berlin wechseln. Sollte Bundeskanzlerin Merkel sie zur Nachfolgerin aufbauen wollen, so würde sich vom ersten Gesamteindruck her nicht viel ändern: "AKK" ist ähnlich wie Merkel eine pragmatisch handelnde, bodenständige und unprätenziöse Politikerin. Als Kanzlerkandidatin würde sich "AKK" wohl dem Erbe ihrer Vorgängerin und Vertrauten verpflichtet fühlen.

Doch eine bloße Merkel-Wiederholung wäre sie sicher nicht. Denn in vielen Punkten unterscheidet sich Kramp-Karrenbauer von der protestantischen Pfarrerstochter. Die Mutter dreier Kinder, die mit 22 Jahren den Bergbau­Ingenieur Helmut Karrenbauer heiratete, ist katholisch, gehört dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) an und spricht viel stärker als Merkel die wertkonservative Seele ihrer Partei an.

Gegen Ehe für gleichgeschlechtliche Paare

"AKK" hat sich gegen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen und wandte sich gegen eine Entscheidung des Saarbrücker Amtsgerichts, Kreuze aus den Sitzungssälen entfernen zu lassen. Das christliche Symbol sei schließlich "eine Ermahnung zur Demut" und erinnere daran, "dass Menschen nicht der Weisheit letzter Schluss sind".

In der SPD hat sich Kramp-Karrenbauer Respekt verschafft, indem sie frühzeitig für den flächendeckenden Mindestlohn und eine offensivere Arbeitsmarktpolitik eintrat. Dass sie Humor hat und selbstironisch sein kann, könnte ihr in der Hektik des Berliner Politzirkus zugute kommen. Die Trägerin des "Ordens wider den tierischen Ernst" ist leidenschaftliche Karnevalistin und steigt regelmäßig als Gretel, die Putzfrau des saarländischen Landtags, in die Bütt'. Ambitionen auf Höheres hatte Gretel schon vor drei Jahren angedeutet: "Jo, gudd, immer nur Saarbrigge putze is jo aach langweilich."

Michael Merten
(KNA)

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