"Alternative Fakten" ist Unwort des Jahres 2017
"Alternative Fakten" ist Unwort des Jahres 2017

16.01.2018

"Alternative Fakten" ist Unwort des Jahres 2017 "Verschleiernd und irreführend"

Trump-Beraterin Kellyanne Conway wollte mit ihrer Wortschöpfung eine falsche Behauptung des US-Präsidenten beschönigen: So wurden aus einer Lüge "alternative Fakten". Sie sind inzwischen sprichwörtlich.

Das Unwort des Jahres 2017 ist "alternative Fakten". Der Ausdruck sei Sinnbild für eine der besorgniserregendsten Tendenzen im öffentlichen Sprachgebrauch, sagte die Jury-Sprecherin Nina Janich am Dienstag in Darmstadt: "Die Bezeichnung alternative Fakten ist der verschleiernde und irreführende Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen als legitimes Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung salonfähig zu machen."

Ausdruck von Trump-Beraterin

Der Ausdruck stamme von der Donald-Trump-Beraterin Kellyanne Conway aus den USA, erläuterte Janich. Sie habe die falsche Behauptung, zur Amtseinführung des Präsidenten seien so viele Feiernde auf der Straße gewesen wie nie zuvor, als "alternative Fakten" bezeichnet. Auch in Deutschland sei der Ausdruck schnell in Gebrauch gekommen. Er stehe für die sich ausbreitende Praxis, den Austausch von Argumenten auf Faktenbasis durch nicht belegbare Behauptungen zu ersetzen, die dann mit einer Bezeichnung wie "alternative Fakten" als legitim gekennzeichnet würden. Der Ausdruck sei 65-mal eingesandt worden.

Als weitere Unwörter wählte die Jury "Shuttle-Service" und "Genderwahn" aus. Als "Shuttle-Service" nach Italien habe der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer, die Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer durch Nichtregierungsorganisationen bezeichnet. Der Ausdruck sei zynisch und diffamiere Flüchtlinge wie auch die Helfer, kritisierte Janich.

Mit dem Begriff "Genderwahn" würden Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit in undifferenzierter Weise diffamiert.

Eine unabhängige Jury aus Sprachwissenschaftlern, einem Publizisten und einer Künstlerin hatte den Begriff aus 684 verschiedenen Vorschlägen ausgewählt, von denen rund 80 den Unwort-Kriterien entsprachen. Außerdem erhielt das Jury-Mitglied Barbara, eine anonyme Street-Art-Künstlerin, rund 3.500 Vorschläge über die sozialen Netzwerke. Insgesamt gab es 1.316 Einsendungen. Im Vorjahr waren 1.064 Einsendungen mit 594 Vorschlägen eingegangen.

Sprachkritische Aktion

Die häufigsten Einsendungen an die Jury, die allerdings nicht zwingend ihren Kriterien entsprechen, waren "Babycaust" (122-mal), "alternative Fakten" (65-mal), "Nazi" (34-mal), "Sondierungsgespräche" (27-mal), "ergebnisoffen" (21-mal), "Jamaika-Koalition" (18-mal), "atmender Deckel" (16-mal), "Obergrenze" (16-mal), "Fake News" (16-mal) und "Bio-Deutsche(r)" (15-mal).

Die sprachkritische Aktion wurde von dem Frankfurter Germanistikprofessor Horst Dieter Schlosser initiiert. Seit 2011 ist die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich von der Technischen Universität Darmstadt Jury-Sprecherin. Weitere Mitglieder sind die Sprachwissenschaftler Kersten Sven Roth (Universität Düsseldorf), Jürgen Schiewe (Universität Greifswald) und Martin Wengeler (Universität Trier) sowie der Autor und freie Journalist Stephan Hebel. Als jährlich wechselndes Mitglied war in diesem Jahr die anonyme Street Art - Künstlerin Barbara beteiligt.

Die Aktion möchte den Blick auf Wörter und Formulierungen lenken, "die gegen sachliche Angemessenheit oder Humanität verstoßen" und dadurch die Sprachsensibilität in der Bevölkerung fördern. Die Aktion wolle darüber hinaus "in einer Zeit, in der der gesellschaftliche Konsens über die Grundprinzipien der Demokratie in Gefahr zu sein scheint, die Grenzen des öffentlich Sagbaren in unserer Gesellschaft anmahnen", erläuterte Janich. "Unwörter" waren zuletzt "Volksverräter" (2016), "Gutmensch" (2015), "Lügenpresse" (2014), "Sozialtourismus" (2013") und "Opfer-Abo" (2012).

(epd)

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