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Delegierte gehen auf der Weltklimakonferenz an einem Plakat der Fidschi-Inseln vorbei.
Delegierte auf der Weltklimakonferenz

09.11.2017

Religionsvertreter und Naturschützer fordern Erfolg von Klimagipfel "Uns bleibt nicht mehr viel Zeit"

Im Kampf gegen den Klimawandel hat der Arbeitskreis "Religionen und Naturschutz" zu mutigen Beschlüssen aufgefordert. Misereor plädiert dabei für einen raschen Ausstieg aus der Kohleverstromung. "Uns bleibt nicht mehr viel Zeit", meint die Klima-Expertin Kathrin Schroeder von Misereor.

Vertreter von Religionsgemeinschaften, Naturschutzverbänden und Umweltbehörden haben die Teilnehmer der Weltklimakonferenz in Bonn zu mutigen Beschlüssen aufgefordert. Schon jetzt bedrohe der Klimawandel Millionen Menschen, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung des "Arbeitskreises Religionen und Naturschutz". Der Arbeitskreis ist beim Abrahamischen Forum in Deutschland mit Sitz in Darmstadt angesiedelt.

Verbrennung von Kohle, Öl und Gas beenden

"Die Schwächsten und Ärmsten haben am wenigsten zum Klimawandel beigetragen", heißt es in der Erklärung. Sie seien aber am stärksten von der Klima-Krise betroffen. "Immer mehr Menschen verlieren ihre Lebensgrundlagen und sind zur Flucht gezwungen." Die bis zum 17. November in Bonn dauernde UN-Klimakonferenz müsse die Weichen für die praktische Umsetzung internationaler Klimaverpflichtungen stellen.

Die Unterzeichner fordern unter anderem dazu auf, die auf der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas beruhende Wirtschaft schrittweise zu beenden. Energiegewinnung und Verkehr müssten möglichst schnell ohne fossile Energieträger auskommen. "Grenzenloses Wirtschaftswachstum darf kein Ziel mehr sein." Die Bundesregierung solle den deutschen Klimaschutzplan 2050 konsequent umsetzen, nach dem der Treibhausgas-Ausstoß bis 2050 um 95 Prozent verringert werden soll.

Konkrete Regeln zur Umsetzung

Die Unterzeichner verpflichten sich selbst, in ihren Religionsgemeinschaften den "Klima- und Umweltschutz als grundlegendes Prinzip religiösen Handelns zu stärken". "Es ist unsere Verantwortung, generationenübergreifend zu handeln und unseren Kindern, Enkeln und Mitlebewesen auch in Zukunft nachhaltige Lebensbedingungen zu gewährleisten", heißt es in der Erklärung.

Nach Kathrin Schroeder, Klima-Expertin des katholischen Werks für Entwicklungszusammenarbeit Misereor, gibt es keine Alternative zum Kohleausstieg. "Die Folgen des Klimawandels sind für viele unserer Partner in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika bereits heute verheerend - der Klimawandel ist ihre und unsere Realität", betonte die Misereor-Expertin. "Uns bleibt nicht mehr viel Zeit!"

Arbeitskreis "Religionen und Naturschutz"

Zum Arbeitskreis "Religionen und Naturschutz" gehören Vertreter der Alaviten, Buddhisten, Hindus, Sikhs, Bahai, Jesiden, der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, ebenso des Naturschutzbundes Nabu, des Deutschen Naturschutzrings, des Bundesamts für Naturschutz, des Bundesumweltministeriums und von Hochschulen.

Außerdem wird die Erklärung mitgetragen unter anderen von Einrichtungen der Evangelischen Kirche Westfalen und der Nordkirche, "Brot für die Welt", der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde und dem Deutschen Islamforum.

UN-Klimagipfel

Auf dem Bonner UN-Klimagipfel will die Staatengemeinschaft konkrete Regeln zur Umsetzung des Klima-Abkommens von Paris erarbeiten. Das 2015 geschlossene Abkommen sieht vor, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen.

(KNA, epd)

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