Rainer Maria Kardinal Woelki
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Kardinal Woelki
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23.09.2017

Kardinal Woelki ruft zum Wahlgang auf "Wir leben zum Glück nicht in Nordkorea"

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki will zur Bundestagswahl "keine versteckten Hinweise" geben, welche Partei er bevorzugt. Wählen sei Bürgerpflicht: "Schwarz, Rot, Gelb, Grün - unsere bunte Demokratie, die ist doch gar nicht so schlecht."

"Die Zeiten, wo wir Bischöfe und Priester die Bürger aufgefordert haben, da oder dort die Stimme abzugeben - diese Zeiten sind hoffentlich vorbei", sagt er in seinem Wort des Bischofs, das am Wahlsonntag um 8 Uhr auf domradio.de veröffentlicht wird. "Wir haben in unserem Land viele demokratische Alternativen und Gott sei Dank Wahlfreiheit. Und es gibt auch mit gutem Grund ein Wahlgeheimnis." 

Bunte Demokratie

Auch wenn das Grundgesetz keine Wahlpflicht kenne, existiert nach den Worten des Erzbischofs kein Grund, nicht zur Wahl zu gehen. "Ich gehe wählen, weil ich mitbestimmen möchte, wo es zukünftig lang gehen soll in unserer Gesellschaft", so Woelki. "Wir haben hier bei uns eine gute demokratische Landschaft, und wir leben zum Glück nicht in Nordkorea."

Zudem wolle er mit seiner Stimme die Politiker stärken, die sich in den nächsten Jahren für das Gemeinwohl einsetzen, betonte der Kardinal. "Mit meiner Stimme schenke ich den von mir Gewählten mein Vertrauen. Denn unser Zusammenleben kann ohne Vertrauen überhaupt nicht funktionieren. Schwarz, Rot, Gelb, Grün - unsere bunte Demokratie, die ist doch gar nicht so schlecht. Unsere Demokratie braucht unseren Auftrag und lebt von unserem Vertrauen."

"Weiß nur, wen ich nicht wähle"

Vor einigen Tagen hatte Woelki eingeräumt, er wisse noch nicht, welche Partei er bei der Bundestagswahl am Sonntag wählen wird. "Ich weiß noch nicht, was ich wählen werde, welcher Partei ich meine Stimme geben soll", sagte er der Kölner Zeitung Express am Mittwoch. "Ich weiß nur, was ich nicht wähle." Konkreter wurde der Erzbischof nicht. Klar ist für Woelki: "Wählen muss man. Jeder und jede Wahlberechtigte sollte dieses urdemokratische Recht auch als Privileg begreifen und wählen gehen."

(DR, KNA, epd, dpa)

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