Ausgaben des Koran, der Thora und der Bibel nebeneinander
Ausgaben des Koran, der Thora und der Bibel nebeneinander
Altbischof Huber
Ehemaliger EKD-Vorsitzender Wolfgang Huber

07.09.2017

Wolfgang Huber: Islamistischen Terror nicht als Kampf der Kulturen deuten "Zwischen Islam und Islamismus unterscheiden"

Einen differenzierten Blick auf den Islam fordert der Ex-Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Wolfgang Huber. Die Würde jedes Menschen soll im Mittelpunk stehen; das Verhältnis von Religion und Gewalt müsse eindeutig benannt werden.

"Es muss zu einem elementaren Bildungsgut werden, zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden", forderte der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, am Mittwochabend in Münster. Er wendet sich dagegen, den islamistisch geprägten Terror als Ausdruck für einen Kampf der Kulturen zu interpretieren. "Was wir in Wirklichkeit erleben, ist ein Kampf um Kultur - zumal die meisten Opfer der islamistischen Anschläge Muslime sind."

Verschweigen unterbinden

Allerdings dürften im Zusammenhang mit einem Anschlag wie dem vom vergangenen Dezember in Berlin die Überzeugungen des Täters nicht verschwiegen werden, sagte Huber bei einem Vortrag in der Reihe "DomGedanken" im Dom von Münster. "Denn dann entsteht eine Atmosphäre des kollektiven Verschweigens." Das Verhältnis der Religionen zur Gewalt müsse klar benannt, aber auch differenziert betrachtet werden.

Schattenseiten der Religionen erkennen

Nach den Worten Hubers hat sich im Dschihadismus die Gewalt gegenüber Abtrünnigen auf fürchterliche Weise durchgesetzt. "Verharmlosungen verbieten sich da." Es könne nicht gesagt werden, dass die Vernichtung heiliger Stätten durch die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) mit dem Islam nichts zu tun habe. "Das wäre dasselbe, als wenn wir sagen würden, die Kreuzzüge haben mit dem Christentum nichts zu tun", so der Theologe. Daher verbiete sich auch jede Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit seitens des Christentums. Jeder sei aufgefordert, die dunkle Seite von Religion aufzudecken und zu überwinden und unterschiedslos die gleiche Würde jedes Menschen zu achten.

Die Bergpredigt kann Orientierung geben

"Die Aufgabe der Religionen sollte es sein, gesellschaftliche Gewalt zu bändigen und zu kanalisieren", forderte der Theologe. Aus christlicher Sicht hätten gewaltfreie Mittel immer den Vorrang, denn die Anwendung von Gewalt sei immer mit Schuld verbunden. "Die Bergpredigt ist da unser Schlüsseltext", führte Huber aus.

(KNA)

Nachrichten-Video

Zum Video:
Freitag, 17.11.2017

Video, Freitag, 17.11.2017:Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

16:00 - 17:00 Uhr 
Kompakt

Berichte und Gespräche vom Tage

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 19.11.
06:00 - 06:30 Uhr

Laudes

06:30 - 07:00 Uhr

Cantica

07:00 - 14:00 Uhr

Der Sonntag

  • Rosen und Brot – Heilige Elisabeth von Thüringen
  • Wo die Katholiken noch eng verbunden sind – Junge Freiwillige in der Diaspora in Skandinavien
  • Schicksal jüdischer Fußballspieler
07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

08:00 - 08:05 Uhr

Wort des Bischofs

08:10 - 08:55 Uhr

Die SonntagsFrage

09:50 - 09:55 Uhr

Kirche2Go

10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

07:00 - 14:00 Uhr

Der Sonntag

  • Rosen und Brot – Heilige Elisabeth von Thüringen
  • Wo die Katholiken noch eng verbunden sind – Junge Freiwillige in der Diaspora in Skandinavien
  • Schicksal jüdischer Fußballspieler
10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

14:00 - 16:00 Uhr

Menschen

16:00 - 17:00 Uhr

Kompakt

17:00 - 18:00 Uhr

Autorengespräch

17:00 - 18:00 Uhr

Autorengespräch

18:00 - 19:00 Uhr

Kirche und Klassik

20:00 - 22:00 Uhr

Musica

  • Musik zum Volkstrauertag mit der Missa in tempore belli von J. Haydn
  • Ausgewählte Aufnahmen zum 75. Geburtstag von Daniel Barenboim
23:00 - 23:30 Uhr

Cantica

00:00 - 06:00 Uhr

Nachtportal

02:00 - 03:00 Uhr

Kopfhörer

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar