Bild einer Flagge der Terrormiliz "Islamischer Staat"
Bild einer Flagge der Terrormiliz "Islamischer Staat"

19.08.2017

Debatte über Islam-Verständnis nach Anschlägen in Spanien "Nicht im Glauben, sondern aus Hass"

Nach den Anschlägen von Barcelona herrscht weiterhin Entsetzen. Von muslimischer Seite mehren sich indes die Rufe nach einem neuen Umgang mit dem Islam.

Der Vorsitzende des Rats der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), Kardinal Angelo Bagnasco, drückte in einem Brief an den Erzbischof von Barcelona, Juan Jose Omella, sein "tief empfundenes Mitgefühl" aus. Nicht nur Barcelona, sondern die ganze Menschheit sei von den Attentaten getroffen worden. Es handle sich um "brutale Taten ohne Logik".

Deutsche Jugendgruppe unmittelbar betroffen

Am Donnerstag war ein Lieferwagen in eine Menschenmenge in Barcelona gerast. Offiziellen Angaben zufolge kamen in Barcelona mindestens 13 Menschen ums Leben, mehr als hundert wurden verletzt. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Stunden später ereignete sich ein weiterer Anschlag im Badeort Cambrils. Eine Frau erlag ihren Verletzungen.

Unterdessen wurde bekannt, dass sich eine Gruppe des Evangelischen Jugendwerks Weinsberg am Donnerstag in unmittelbarer Nähe des Tatorts aufgehalten hatte. Die 15- bis 17-jährigen Teilnehmer einer Spanien-Freizeit blieben unverletzt, wie die "Heilbronner Stimme" berichtet, bräuchten jedoch seelsorgerische und psychologische Betreuung.

"Klarer Zusammenhang zwischen Terror und der islamischen Orthodoxie"

Zudem wird erneut über das Verhältnis zwischen Terror und dem Islam debattiert. Der Westen müsse aufhören, "das Nachdenken über diese Fragen für islamophob zu erklären", sagte Kyai Haji Yahya Cholil Staquf, islamischer Gelehrter und Generalsekretär der größten Muslim-Vereinigung in Indonesien, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Es gebe einen "ganz klaren Zusammenhang zwischen Fundamentalismus, Terror und den Grundannahmen der islamischen Orthodoxie".

Als problematisch sieht der Experte etwa das Verhältnis von Muslimen zu Nichtmuslimen an. Traditionell sei es von "Segregation und Feindschaft" geprägt. Diese Lehre, die aus dem Mittelalter stamme, mache ein "friedliches Leben von Muslimen in den multikulturellen, multireligiösen Gesellschaften des 21. Jahrhunderts tendenziell unmöglich", sagte Yahya Cholil Staquf. Rassismus auf Seiten der Gastgebergesellschaft habe womöglich zusätzlich dazu beigetragen, dass muslimische Minderheiten im Westen "ein mehr oder weniger segregiertes Leben abseits der Mehrheitsgesellschaft" führten.

"Nicht im Glauben, sondern aus Hass"

Ähnlich äußerte sich die Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ates. Die Terroristen der jüngsten Attentate in Europa hätten teils fünf Mal täglich gebetet oder Moscheegemeinden angehört. "Wer bin ich, dann zu sagen, dass sie keine Muslime seien?" Es gelte, einen politisch-ideologischen Islam zu bekämpfen, forderte die Gründerin der liberalen Berliner Ibn-Rushd-Goethe-Moscheegemeinde am Freitag auf einer Konferenz in Wiesbaden.

Das Wiener König-Abdullah-Dialogzentrum (KAICIID) verurteilte derweil die Terrorattacken von Barcelona und Cambrils. "Wir bekräftigen unsere Überzeugung, dass alle, die versuchen, Gewalt durch die Manipulation religiöser Lehren zu rechtfertigen, nicht im Glauben, sondern aus Hass handeln", hieß es in einer Mitteilung. Das König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog wurde 2011 von Saudi-Arabien, Österreich und Spanien gegründet.

(KNA)

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