Sie demonstrieren für den Frieden: Muslime am Samstag in Köln
Sie demonstrieren für den Frieden: Muslime am Samstag in Köln

19.06.2017

ZdK-Präsident zur geringen Teilnehmerzahl beim Friedensmarsch in Köln "Stigmatisierung ist Unfug"

Tausende Menschen haben in Köln gegen Terror demonstriert - auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Für ZdK-Präsident Sternberg war die geringe Zahl nicht nachvollziehbar.

domradio.de: Es sollte ein Signal gegen den Terror werden. Am Samstag sind tausende Menschen unter dem Motto "Nicht mit uns" in Köln auf die Straße gegangen und haben demonstriert. Mal war die Rede von 2000 Demonstranten, mal von 3500. Waren es Ihrer Ansicht nach genug?

Professor Dr. Thomas Sternberg (Präsident des Zentralkomitees): Nein, es hätten mehr sein sollen und können. Aber nachdem nicht nur der Islam-Verband Ditib, sondern noch ein anderer großer islamischer Verband abgesagt hatte, war das im Grunde abzusehen. Der Zentralrat der Muslime hatte sich zwar stark an die Demonstration angebunden, aber damit werden keine Massen an Moscheegemeinden motiviert und mobilisiert.

domradio.de: Der Islam-Verband Ditib hatte ihre Absage damit begründet, dass "muslimische Anti-Terror-Demos" die Muslime stigmatisierten und: Während des Friedensmonats Ramadan sei eine derartige Demo "unzumutbar". Schwer nachzuvollziehen, oder?

Sternberg: Die Ramadan-Argumentation kann ich schwer beurteilen, weil ich das nicht kenne. Ich bewundere, dass die Gläubigen während des Ramadans, der manchmal in einen Hochsommermonat fällt, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen und trinken. Das andere ist der Punkt der Stigmatisierung des Islam: Das halte ich für Unfug. Es geht nicht darum, dass hier irgendeine Religion stigmatisiert wird.

Es geht darum, dass Terrortaten verübt werden - angeblich im Namen einer Religion. Diese Taten geschehen natürlich nicht wirklich im Namen der Religion, sondern sie pervertieren Religion und nutzen sie aus. Aber unter Missbrauch der Gottesnamens wird dort im Namen Gottes gemordet. Und das muss den schärfsten Widerstand aller religiösen Menschen hervorrufen.

domradio.de: Im Internet wurde auch heiß diskutiert, dass Christen bei der Demo mitgehen. Mussten Sie sich ebenfalls Vorwürfe anhören, warum denn Katholiken bei einer muslimischen Demo mitgehen?

Sternberg: Natürlich nicht. Es ist keine rein islamische Angelegenheit. Es geht darum, dass wir uns gemeinsam als gläubige Menschen - also auch als gläubige Christen, Juden und Muslime - gegen die Ausnutzung und Pervertierung von Religion wenden. Hier wird den Leuten Munition geliefert, die behaupten, dass Monotheismus generell etwas mit Gewalt zu tun hat - ein großer Unfug und eine Missdeutung der Geschichte. Wir müssen dagegen vorgehen, wenn Religion für Gewalt missbraucht wird.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

Sonderseite zur KirchenMusikWoche im Erzbistum Köln

Konzerte, Gottesdienste, Orgelstunden und Talk: Hier geht es zu unserer Berichterstattung!

Das DOMRADIO.DE WM-Tippspiel

Tippen Sie kostenlos gegen Schwester Katharina die Fußball-WM. Für jeden Mitspieler spenden wir für einen guten Zweck! Den Gewinner erwartet eine Überraschung.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 20.06.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Weltflüchtlingstag: Kirche unterstützt verfolgte Menschen
  • Interview mit Pfr. Franz Meurer: Gibt es Sozialneid zwischen bedürftigen Menschen?
  • Sommerzeit ist Pilgerzeit: warum fasziniert Santiago de Compostela so sehr?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Matthäusevangelium
    20.06.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 6,1–6.16–18

  • Abbé Georges Edouard Lemaître
    20.06.2018 09:20
    Anno Domini

    Abbé Georges Edouard Lemaître

  • Matthäusevangelium
    21.06.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 6,7-15

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag ab 8 Uhr!

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen