Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD, M)
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 Dieter Wenderlein (links)
Dieter Wenderlein (links)

22.05.2017

Gabriel betont Verantwortung der Religionen Vertrauen "in das große Friedenspotenzial"

Außenminister Sigmar Gabriel hat die Verantwortung von Religionsgemeinschaften für den Frieden betont. Er habe Vertrauen "in das große Friedenspotenzial" der Religionen, sagte Gabriel. Auch die katholische Gemeinschaft Sant Egidio ist mit dabei.

Außenminister Sigmar Gabriel hat erstmals Religionsvertreter ins Außenamt eingeladen. Ziel des Treffens: die Friedenspotenziale der Glaubensgemeinschaften auszuloten. An der dreitägigen Konferenz nehmen rund 100 Vertreter von Religionsgemeinschaften aus Nord- und Westafrika, dem Nahen und Mittleren Osten und Europa teil.

Gabriel verwies auf die Grundaussagen aller Religion zu Frieden, beklagte aber zugleich den Missbrauch von Religion zu machtpolitischen Zwecken und der Rechtfertigung von Gewalt. Es gehöre zur Verantwortung der Religionen, "nicht zur Spaltung, Radikalisierung und zu Konflikten beizutragen".

Mit dabei sind auch Vertreter der katholischen Gemeinschaft Sant Egidio. Dieter Wenderlein, vom Sant Egidio-Vorbereitungsteam, sagte im Vorfeld der Konferenz im domradio.de-Interview, Religionen hätten ein großes Friedenspotenzial. Wenderlein betonte die Verantwortung der Religionsgemeinschaften für den Weltfrieden. Man mache sich oft zu klein und stelle sein Licht unter den Scheffel, so Wenderlein. Ziel der Konferenz sei, die Politik sichtbarer zu machen und Religionsgemeinschaften in diplomatische Initiativen einzubeziehen.

Religionen und politischen Friedensbemühungen

Der Großmufti in Bosnien und Herzegowina, Reis-ul-ulema Husein Kavazovic aus Sarajevo, betonte, dass auch der Islam zum Frieden aufrufe. Er beklagte zugleich, dass es in der islamischen Welt zu Radikalisierungen komme. Nach dem Koran dürfe es "keinen Zwang im Glauben und keine Übertreibung in der Ausübung der Religion" geben, so der Großmufti.

Konferenzteilnehmer für Sant Egidio, Dieter Wenderlein mahnte: Religionen könnten auf der einen Seite Brandbeschleuniger in Konflikten sein, man könne sie missbrauchen, man könne sie für Gewalt instrumentalisieren, auf der anderen Seite könnten sie aber auch viele Konflikte lösen. Wenderlein nannte mit Blick auf den Islam die Freitagsgebete der Imame. Hier gebe es ganz viel friedensstiftendes Material, dass irgendwie an Land gebracht werden müsse, so Wenderlein.

Der Jerusalemer Oberrabbiner David Rosen führte den Missbrauch von Religion darauf zurück, dass diese auch der Abgrenzung und Identitätsstiftung von Gruppen diene. Er empfahl, die Religionen stärker bei politischen Friedensbemühungen einzubeziehen: "Wenn wir nicht wollen, dass Religion Teil des Konflikts bleiben, müssen sie zum Teil der Lösung gemacht werden", so Rosen. Die Vorsitzende des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen, Agnes Abuom, hob den Zusammenhang von Frieden und Gerechtigkeit hervor.

Ein tragfähiges Netz

Mit der Konferenz zur "Friedensverantwortung der Religionen" führt das Auswärtige Amt erstmals einen engen und organisierten Austausch mit Repräsentanten von Religionsgemeinschaften aus einer Vielzahl von Ländern und Regionen durch. Ziel der Begegnung sei es, das gesellschaftliche Friedenspotenzial der verschiedenen Religionen in ihren Regionen zu diskutieren und stärker mit der deutschen Außenpolitik zu verzahnen. Langfristig will das Außenministerium demnach Religionsgemeinschaften, die gemeinsame Interessen wie Frieden und Stabilität vertreten, als strategische Partner für ein tragfähiges Netzwerk gewinnen.

Auch Dieter Wenderlein, Vertreter der katholischen Gemeinschaft Sant Egidio, betonte, die Konferenz sei lediglich Auftaktveranstaltung für einen politischen Prozess. Friedensstiftende Akteure aus den drei abrahamitischen Religionen knüpften nun Netzwerke und führten Gespräche, so Wenderlein.

(KNA, dr)

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