Stimmkarten beim AfD-Bundesparteitag
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Margot Käßmann
Margot Käßmann

16.05.2017

Käßmann: Die AfD ist für Christen nicht wählbar "Ein Wahlprogramm, das Menschen abwertet"

Die AfD ist nach Ansicht der evangelischen Theologin Margot Käßmann (58), für Christen nicht wählbar. So äußerte sie sich in einem Spiegel-Interview. Dabei gehe es nicht nur um eine fragwürdige Haltung Flüchtlingen gegenüber, sondern auch gegenüber Frauen.

Sie werde keine Wahlempfehlung abgeben, betonte Margot Käßmann in einem am Dienstag auf Spiegel Online veröffentlichten Interview. "Als Privatperson kann ich aber sagen, dass es mir vollkommen unverständlich ist, wie ein Christ AfD wählen kann", so die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Die Partei vertrete ein Programm, das Menschen abwerte, "die nicht so aussehen, wie sich AfDler sogenannte Bio-Deutsche vorstellen", so die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende. Zudem verbiete es sich für Christen, über Schießbefehle gegen Flüchtlinge nachzudenken. Auch das Frauenbild der Partei komme "altbacken" daher.

"Stärke der Kirche ist Begegnung von Mensch zu Mensch"

Käßmann forderte zugleich ein schärferes Profil der Kirche in der politischen Debatte. Es sei gut, in gesellschaftlichen Fragen Stellung zu beziehen. In Fragen von Krieg, Frieden, globaler Gerechtigkeit oder vom Umgang mit Menschen auf der Flucht könne die Kirche nicht schweigen.

In Bezug auf die Nutzung von sozialen Medien im kirchlichen Alltag sagte Käßmann: "Unsere Stärke ist die Begegnung von Mensch zu Mensch." Sie habe nichts gegen Twitter und Facebook.

"Social Media überfordert"

Allerdings habe sie den Eindruck, dass die Menschen davon auch überfordert seien. "Social Media bleibt anonym, das Face-to-Face in der Kirche ist echt."

Die Reformationsbotschafterin unterstrich zudem, dass eine kritische Haltung gegenüber Luther wichtig sei. Bei den antisemitischen Äußerungen des Reformators habe man es "ganz klar mit rassistischen Beweggründen zu tun". Den Zeitgeist als Entschuldigung für die Äußerungen Luthers zu verwenden, sei ihr zu einfach. Den Einwand, wonach Luther bei einer solchen Betrachtung zu negativ wegkomme, wies Käßmann zurück. "Wir mussten seine Judenschriften und ihre fatalen Folgen analysieren."

(KNA)

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