23.04.2017

Katholische Verbände: AfD für Christen nicht wählbar "Falsch und gefährlich"

Der katholische Verband ND hat sich deutlich von der AfD abgegrenzt. Eine Wahl der Partei und die Mitgliedschaft in ihr seien mit den eigenen Grundsätzen nicht vereinbar.

Das AfD-Programm stehe im Gegensatz zum christlichen Menschenbild, so der katholische Verband ND in Würzburg. In seiner Erklärung bezeichnet der Verband das Zusammenwirken von Christen mit der Partei als "falsch und gefährlich". An diesem Sonntag geht in Köln der AfD-Bundesparteitag zu Ende.

"Ethnische Instrumentalisierung"

Aussagen der AfD etwa zu Familie, Abtreibung und Genderpolitik kämen Vorstellungen von vielen kirchlich denkenden Menschen zwar nahe, so der katholische Verband. Sie würden von der Partei aber "ethnisch instrumentalisiert und gegen Menschen anderer Herkunft in Stellung gebracht". Die Behauptung der AfD, die "abendländische christliche Kultur" verteidigen zu wollen, wies der ND als Vereinnahmung zurück.

"Die AfD ist völkisch-nationalistisch und ausländerfeindlich", unterstrich die Leiterin des ND, die CDU-Bundestagsabgeordnete Claudia Lücking-Michel. Der ND wurde als katholischer, demokratischer Schülerverband 1919 gegründet mit dem Namen "Bund Neudeutschland". Heute versteht er sich als "ökumenischer Bund aufgeschlossener Menschen in der katholischen Kirche" und hat nach eigenen Angaben rund 5.000 Mitglieder.

Protest gegen rechtspopulistische Hetze

Kritische Stimmen kamen auch von einer Versammlung des Familienbunds der deutschen Katholiken in Berlin. Dort rief der Politikwissenschaftler Andreas Püttmann Christen auf, gegen rechtspopulistische Hetze zu protestieren. Sie könnten unmöglich schweigen zu einem Denken, das "statt gottgegebener Würde jeder Person das Pathos der Volksgemeinschaft oder das Kalkül des Wohlstandsegoismus" ins Zentrum der Politik stelle.

Püttmann lobte die deutschen Bischöfe, die während der Flüchtlingskrise eine Lanze für den humanitären Auftrag Europas gebrochen hätten und diesen weiter verteidigten.

Breite Empörung

Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisiert die Beschlüsse des AfD-Parteitags in Köln. "Gegen nationale und religiöse Minderheiten wird ohne Skrupel und ohne Verantwortungsbewusstsein Stimmung gemacht", erklärte Präsident Josef Schuster am Sonntag in Berlin. "Die Rechtspopulisten der AfD befinden sich nach meiner Einschätzung ganz klar auf dem Weg in den Rechtsextremismus", fügte er hinzu. Die AfD strebe sogar Einschränkungen der Religionsfreiheit an, "die jüdisches und muslimisches Leben hierzulande bedrohen".

(KNA)

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