AfD-Parteitag in NRW im Juli
AfD-Parteitag
Hannelore Bartscherer
Hannelore Bartscherer
Kirchen beteiligen sich mit diesem Banner an Demos gegen AfD in Köln
Kirchen beteiligen sich mit diesem Banner an Demos gegen AfD in Köln

19.04.2017

Kölner Katholikenausschuss ruft zu Aktionen gegen AfD-Parteitag auf "Zeichen für Vielfalt setzen"

Am kommenden Wochenende trifft sich die AfD zu ihrem Parteitag in Köln. Viele sehen die Versammlung zwiespältig, so auch der Katholikenausschuss der Stadt Köln, der unter dem Motto "Unser Kreuz hat keine Haken" zu Gegenaktionen aufruft.

domradio.de: Es beteiligen sich die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, der Evangelische Kirchenverband Köln und Region, das Katholische Stadtdekanat Köln und der Katholikenausschuss in Köln an Aktionen gegen den Parteitag der "Alternative für Deutschland": Beim Thema Rechtspopulismus rücken alle zusammen und zeigen ihr gemeinsames Zeichen, das Kreuz. Wie wichtig ist Ihnen das?

Hannelore Bartscherer (Vorsitzende des Katholikenausschusses in Köln): Es ist sehr wichtig, weil wir nicht nur eine Verpflichtung in der Tradition des Aktionsbündnisses "Köln stellt sich quer" haben, sondern auch eine Verpflichtung aus dem Glauben heraus. Unsere Nächsten sind alle Menschen, egal wo sie herkommen. Immer wenn es um Egoismen, Populismen oder in irgendeiner Form gegen Ausgrenzung geht, dann haben wir als Christen aus unserer Religion heraus die Verpflichtung, zu sagen: mit uns nicht!

domradio.de: Dieses Motto "Unser Kreuz hat keine Haken" ist ja nicht ganz neu, oder?

Bartscherer: Wenn man sucht, kann man manchmal etwas finden, das man übernehmen möchte. "Unser Kreuz hat keine Haken" gibt es seit einigen Jahren als Motto und ist als solches auch schon durch unsere Republik gereist, immer wenn es um Themen gegen Ausgrenzung und für Solidarität und Miteinander geht. Wir müssen nichts Neues erfinden, wenn es schon etwas so Gutes gibt.

domradio.de: Köln steht ja nun im Besonderen für die bunte Vielfalt einer Stadt. Es sind unheimlich viele Protestaktionen geplant. Parteien, Gewerkschaften, die AG "Arsch huh" und viele andere beteiligen sich. Was erwarten sie von dem kommenden Samstag? Das wird sicher turbulent, oder?

Bartscherer: Es wird sicherlich sehr vielfältig, sehr bunt. Um den Reigen zu vervollständigen sei noch erwähnt, dass auch das Festkomitee Kölner Karneval am Samstag ebenfalls beteiligt ist. Ich erwarte, dass in unserer Stadt ein deutliches Zeichen für ein vielfältiges, friedliches und gelingendes Miteinander gesetzt wird, wie Köln das seit Jahren immer wieder lebt - auch wenn das nicht immer so gelingt, wie wir das wollen. Es ist ein gutes Zeichen, dass eine ganz breite Anzahl der Bevölkerung in Köln hingeht und sagt, unsere Stadt ist anders, unsere Stadt ist bunt, vielfältig und solidarisch für alle.

domradio.de: An diesem Mittwoch gibt es ein Pressegespräch im Domforum, in dem Sie über das Thema informieren. Was wünschen Sie sich konkret von den Christinnen und Christen in Köln?

Bartscherer: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Natürlich ist es wichtig, dass wir in der Kölner Innenstadt ein auch zahlenmäßig breites Zeichen setzen. Es ist ein Aufruf an Christen, zu zeigen, dass sie für die Würde des Menschen aufstehen, die unantastbar ist, für die Solidarität mit allen aufstehen, die in Köln leben. Wer das nicht kann oder möchte, der kann das natürlich auch überall, wo er lebt, arbeitet und sich austauscht, zeigen. Angedacht ist auch, in Gottesdiensten solche Dinge zu thematisieren, mit einer Fürbitte oder dergleichen. Es geht um Haltung; die eigene persönliche Haltung, die man anderen deutlich macht.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

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