Privataudienz - Palästinenserpräsident Abbas bei Papst Franziskus
Privataudienz - Palästinenserpräsident Abbas bei Papst Franziskus
Herzliche Begrüßung
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Gastgeschenk für Franziskus: Ein Fußballtrikot
Gastgeschenk für Franziskus: Ein Fußballtrikot

14.01.2017

Abbas zu Privataudienz beim Papst Für gerechten und dauerhaften Frieden

Papst Franziskus ruft immer wieder zu Frieden in Nahost auf. Am Samstag hat er Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Vatikan empfangen. Beobachter sprechen von einer herzlichen Begegnung.

Einen Tag vor der Nahost-Friedenskonferenz in Paris war Abbas im Vatikan zu Gast - zunächst zu einer Privataudienz bei Papst Franziskus. Danach weihte er die palästinensische Botschaft beim Heiligen Stuhl ein, die sich in einem Gebäude gegenüber der Hauptzufahrt des Vatikanstaats befindet. Am Rande der Zeremonie lobte Abbas die Anerkennung der staatlichen Unabhängigkeit Palästinas durch den Vatikan. "Ich hoffe, dass sich andere Staaten ein Beispiel am Heiligen Stuhl nehmen", sagte Abbas. Die Botschaft beim Vatikan bewertete er als Signal, "dass der Papst das palästinensische Volk liebt und den Frieden liebt".

Nach Vatikanangaben ging es während des Treffens um eine Neubelebung des Friedensprozesses. Man hoffe auf die Wiederaufnahme direkter Verhandlungen, um ein Ende der Gewalt und eine "gerechte und dauerhafte" Friedenslösung zu erreichen. Mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft solle es Maßnahmen geben, "die das gegenseitige Vertrauen fördern und zu einem Klima beitragen, das erlaubt, mutige Entscheidungen zugunsten des Friedens zu treffen", hieß es in einer Erklärung des Vatikan.

Förderung der Menschenrechte

Auf die bevorstehende Nahostkonferenz in Paris ging die Mitteilung nicht ausdrücklich ein. Betont wurde hingegen der Schutz der Heiligen Stätten für Juden, Christen und Muslime. Weiter unterstrich der Vatikan die Förderung der Menschenrechte durch Katholiken in Palästina und den Einsatz der Kirche für Bildung, Gesundheitsvorsorge und humanitäre Hilfe.

Abbas sagte anschließend im palästinensischen Fernsehen, er habe mit Franziskus über den Nahost-Friedensprozess, die französische Friedensinitiative und den Kampf gegen den Terror gesprochen. Im Vorfeld hatte es geheißen, Abbas wolle dem Papst seine Besorgnis über den Plan des designierten US-Präsidenten Donald Trump bekunden, die amerikanische Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. Laut Abbas könne dies das Ende der Zwei-Staaten-Lösung bedeuten.

Umarmung zum Abschluss

Die Unterredung mit dem Papst dauerte Medienvertretern zufolge 23 Minuten. Sie verlief Beobachtern zufolge herzlich. Beide umarmten sich bei der Verabschiedung. Als Gastgeschenk brachte Abbas dem Papst einen Stein des Hügels Golgota mit, auf dem nach der Überlieferung Jesus gekreuzigt wurde. Weiter schenkte er ihm Ikonen mit dem Antlitz Jesu und der Heiligen Familie sowie eine Dokumentation über die Restaurierung der Geburtskirche in Bethlehem und ein Buch über die vatikanisch-palästinensischen Beziehungen.

Ein junger Palästinenser in der Delegation überreichte dem Papst zudem ein Fußballtrikot in den palästinensischen Farben und scherzte mit ihm über den argentinischen Heimatverein des Papstes, Atletico San Lorenzo de Almagro aus Buenos Aires. Franziskus revanchierte sich bei Abbas mit Exemplaren seines Schreibens zur Familie, "Amoris laetitia", und seiner Umwelt-Enzyklika "Laudato si". Auf die Frage des Palästinenserpräsidenten, ob die Werke auch übersetzt seien, sagte der Papst: "Ja, sie sind in Arabisch."

Fünftes Treffen

Der Pontifex empfing Abbas zuletzt im Mai 2015 in Rom. Damals bezeichnete Franziskus ihn als "Friedensengel". Insgesamt war es die jetzige Privataudienz die fünfte Begegnung der beiden.

Die palästinensische Botschaft beim Heiligen Stuhl nahm ihre Arbeit bereits im Januar vergangenen Jahres auf. Grundlage ist ein Abkommen, das der Vatikan und der Staat Palästina am 26. Juni 2015 unterzeichneten. Botschafter ist der aus Jerusalem stammende orthodoxe Christ Issa Kassissieh.

Internationale Friedenskonferenz in Paris

In dem festgefahrenen Nahost-Konflikt will Frankreich am Sonntag mit einer internationalen Friedenskonferenz Impulse finden. Israel und Palästina sind auf der Konferenz nicht vertreten. Abbas hatte eine Einladung Frankreichs angenommen, ihn später in Paris über die Ergebnisse der Konferenz zu informieren. Wann er dafür in die französische Hauptstadt reist, ist allerdings noch unklar.

Mehr als 130 Länder haben Palästina als unabhängigen Staat anerkannt. Die Vereinten Nationen (UN) räumten Palästina 2012 gegen den Widerstand der USA den Status als Beobachterstaat ein. Damit hatte auch die Weltgemeinschaft den Staat Palästina anerkannt. In Resolutionen sprechen die UN allerdings von "besetzten Palästinensergebieten".

Israel hatte 1967 unter anderem den Gazastreifen, das Westjordanland und den arabischen Ostteil Jerusalems erobert. Seither kontrolliert Israel die Gebiete weitgehend. Aus dem Gazastreifen zog Israel 2005 seine Bodentruppen wieder ab.

(KNA, epd, dpa)

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