Bundeskanzlerin Angela Merkel im Niger
Bundeskanzlerin Angela Merkel im Niger

10.10.2016

Franziskanerbruder begrüßt Merkels Afrikareise "Ein Besuch, der Hoffnung macht"

Bundeskanzlerin Merkel ist unterwegs in Afrika. Sie besucht Mali, Niger und Äthiopien - und setzt damit ein Zeichen der Hoffnung für die Menschen in den Ländern. Das prognostiziert Franziskanerbruder Peter Amendt im Interview bei domradio.de.

domradio.de: Erklärtes Leitmotiv der Reise ist die "Zusammenarbeit in der Migrationspolitik". Wie finden Sie vor diesem Hintergrund die Auswahl der Staaten - Mali, Niger, Äthiopien?

Bruder Peter Amendt (Franziskanerbruder und Vorstandsmitglied des Netzwerkes Afrika Deutschland): Erst einmal begrüße ich sehr, dass Staaten ausgewählt wurden, die einerseits für ihre Armut bekannt, gleichzeitig aber auch Schauplätze von Auseinandersetzungen, wie Mali, sind. Vor dem Hintergrund der Armutsmigration ist beides von großer Bedeutung, denn kriegerische Auseinandersetzungen sind sehr häufig auch Auslöser von Flüchtlingsströmen. Das gilt insbesondere für Mali. Es gilt auch für Niger – wegen seiner großen Armut. Und auch Äthiopien ist ja s als Armutsland ausgesprochen bekannt.  

domradio.de: Bessere Entwicklung in Afrika liegt im Eigeninteresse Deutschlands, sagt die Kanzlerin. Ganz einfach, weil dann weniger Menschen ihre Heimat verlassen und zu uns kommen. Hat sie da in Ihren Augen Recht?

Bruder Peter Amendt: Natürlich. Ich bin gleichzeitig noch für die franziskanische Initiative "vision teilen" tätig – und wir gehen vom gleichen Ansatz aus: Dass wir nämlich den Menschen eine Perspektive geben müssen. Wenn sie herkommen und hier bleiben dürfen, muss es hier eine Perspektive für sie geben, eine neue Heimat. Aber vor allen Dingen soll die Heimat dort, wo die Menschen herkommen, erhalten bleiben – oder neu geschaffen werden. Sie lieben ihre Heimat genauso wie wir. Und unter "neu geschaffen werden"  verstehe ich, dass Hoffnung entsteht. Hoffnung entsteht dann, wenn es wirtschaftliche Entwicklung gibt, wenn politisch stabile Verhältnisse geschaffen werden und wenn die Gründe der Migration aufgefangen werden -  auch durch unsere Hilfe.

domradio.de: Niger, wo die Kanzlerin heute zu Gast ist, gilt als ärmstes Land der Welt. Was bedeutet das wohl für die Menschen vor Ort, wenn da die mächtige Frau aus dem reichen Deutschland angeflogen kommt?

Bruder Peter Amendt: Das ist vergleichbar mit dem, was die Leute bei uns nach dem Krieg erlebt haben, wenn der reiche Onkel aus Amerika kam: viele, viele Hoffnungen. Die Möglichkeit, überhaupt einmal die eigenen Probleme dazulegen. Wir können uns das wohl gar nicht vorstellen, was es heißt, wenn die Leute denken: "Da kommt ein Gesprächspartner, der tatsächlich in der Lage ist, uns in unserer Armut zu helfen und uns damit Hoffnung zu geben." Ohne Hoffnung aber gibt es keine Chance, die Armutsmigration aufzuhalten. Die Hoffnung muss im Land selber sein – und dazu dient ein solcher Besuch.  

domradio.de: Was wissen Sie darüber, wie der Merkel-Besuch von afrikanischen Medien wahrgenommen wird?

Bruder Peter Amendt: Ein solcher Besuch wird dort natürlich sehr stark aufgegriffen. Medien, die sonst meist vor allem Informationen aus der fernen Welt übernehmen und ansonsten vor allem um die eigenen Nöte kreisen, haben auf einmal ein Thema, das sie auf lange Sicht den Menschen bieten können. Ein Thema, was eben Zukunft verheißt. 

Das Gespräch führte Silvia Ochlast

(DR)

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