Seit Freitagmorgen ist klar: Der Brexit kommt
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Die Aktienmärkte reagieren bereits auf den bevorstehenden Brexit
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Hans-Hartwig Blomeier
Hans-Hartwig Blomeier

24.06.2016

Konrad-Adenauer-Stiftung enttäuscht über Brexit-Ergebnis "Das ist ein Weckruf für die EU"

Die Briten haben sich für einen Brexit entschieden. Hans-Hartwig Blomeier, der Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung London, ist von diesem Ergebnis enttäuscht. Er sorgt sich um die Zukunft der EU.

domradio.de: Was geht Ihnen bei diesem Ergebnis jetzt durch den Kopf?

Hans-Hartwig Blomeier (Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung London): Es ist eine Enttäuschung. Es ist ein trauriger und schwieriger Tag für Großbritannien und auch für Europa. Es ist ein Ergebnis, das zu respektieren ist, das ist klar. Es ist ein knappes, aber deutliches Ergebnis. Es hat eine sehr hohe Wahlbeteiligung gegeben von 72 Prozent, also auch in der Hinsicht keinerlei Zweifel, das Ergebnis steht. Jetzt muss man sehen, wie man in Europa und Großbritannien damit umgeht.

domradio.de: Wie geht's jetzt weiter? Großbritannien geht. Was sind die schlimmsten Auswirkungen für Großbritannien? 

Blomeier: Zunächst einmal sieht man, das hat schon in der Nacht begonnen, dass die Finanz- und Aktienmärkte sehr schnell reagiert haben. Das britische Pfund ist auf ein Niveau von 1985 abgestürzt. Sämtliche Aktienmärkte in Asien sind ja schon auf, die europäischen Märkte machen gerade auf, die britische Börse macht erst um 9 Uhr auf - sie sind in hohen Prozentsätzen abgestürzt. Das ist alles eine Reaktion auf die nun herrschende Ungewissheit, wie es eigentlich weitergeht. Die Ungewissheit an den Märkten ist gerade das Hauptphänomen. Wir haben aber auch eine innenpolitische Ungewissheit. Das Abstimmungsergebnis in Schottland und Nordirland beispielsweise war klar für "Remain" (dt.: Bleiben) und die schottische Ministerpräsidentin hat in ihrem ersten Statement gesagt: Schottland sieht seine Zukunft als Teil der EU. Das heißt im Klartext, wir haben ein klares Abstimmungsergebnis in Schottland, aber da kann man natürlich sehr schnell und sehr leicht hineininterpretieren, dass Schottland ein zweites Unabhängigkeits-Referendum anstreben könnte. Wie schnell, ist offen. Aber eine so deutliche Stellungnahme der First Minister sollte man ernst nehmen.

domradio.de: Das spricht für große Unruhe in den nächsten Wochen und Monaten, auch für die gesamte Europäische Union. EU-Kritiker aus anderen Ländern haben sich gleich zu Wort gemeldet. Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders fordert auch in seinem Land ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft. Ist das jetzt der Beginn der Verfall der EU? 

Blomeier: So weit würde ich jetzt nicht gehen, aber wir haben natürlich Warnsignale. Sowohl bei Umfragen die europaweit zeigen, dass die Skepsis gegenüber der EU gestiegen ist. Das sollte man per se ernst nehmen. Und dass die anti-europäischen Kräfte in den Mitgliedsländern jetzt aus diesem Ergebnis natürlich Rückenwind für ihre eigene Causa sehen, das ist nicht verwunderlich. Wir dürfen nicht vergessen: Wir haben am Wochenende Wahlen in Spanien, wir haben im nächsten Jahr Wahlen in Frankreich und in Deutschland und für all diese Wahlprozesse wird dieses Ergebnis des britischen Referendums durchaus eine Rolle spielen. Es ist ein Weckruf. Und zwar ein nachhaltiger Weckruf für die gesamte EU. Und es wird darauf ankommen, wie die EU und die einzelnen Mitgliedsstaaten damit umgehen.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(dr)

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