Bundespräsident Gauck
Bundespräsident Gauck
1988: Papst Johannes Paul II. spricht vor dem Europarat
1988: Papst Johannes Paul II. spricht vor dem Europarat

17.06.2016

Gauck lobt Johannes Paul II. "Vision von Europa"

Bundespräsident Joachim Gauck hat in Warschau die Rolle von Papst Johannes Paul II. bei der europäischen Einigung gewürdigt. "Er hat uns seine Vision von Europa hinterlassen", sagte Gauck bei einer europapolitischen Konferenz.

Weiter zitierte er den Papst aus Polen mit den Worten: "Ein Europa ohne selbstsüchtige Nationalismen, in dem Nationen als lebendige Zentren kulturellen Reichtums wahrgenommen werden, der es verdient, zum Vorteil aller geschützt und gefördert zu werden."

Die Prinzipien, auf denen Europa gebaut sei, habe kaum jemand besser in Worte gefasst als Johannes Paul II., so Gauck weiter. Das Europa, an das der Papst geglaubt habe, sei ein Europa, dessen Einheit in wahrer Freiheit gründe. Religionsfreiheit und gesellschaftliche Freiheiten habe der Papst bezeichnet als "edle Früchte, die auf dem Humus des Christentums gereift" seien. Zudem sei dem Kirchenoberhaupt klar gewesen, dass der Rechtsstaat nur Rechtsstaat sein könne, indem er die Freiheit aller Bürger schütze und fördere, sowohl in ihren individuellen wie auch in ihren gemeinschaftlichen Ausdrucksmöglichkeiten. Dies gelte auch für die Rechte von Minderheiten.

Diese Einheit, die das gemeinsame europäische Erbe und das Bewusstsein nationaler Identität nicht als unvereinbare Gegensätze verstehe, müsse auch im Zeichen "beschleunigter Globalisierung" gelten, forderte der Bundespräsident. Die EU stehe nicht vor großen Herausforderungen, sondern sie stecke mittendrin. "Wir müssen sofort handeln." Das habe man in der Finanzkrise erlebt und nun in der Flüchtlingskrise. Solche Krisen seien nur gemeinsam zu bewältigen.

(KNA)

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