Roma in Serbien
Roma in Serbien
Franziskus bei einer Audienz mit Roma und Sinti
Franziskus bei einer Audienz mit Roma und Sinti
Weihbischof Ansgar Puff
Weihbischof Ansgar Puff

08.04.2016

Aufruf der Kirchen zum Internationalen Tag der Sinti und Roma "Soziale Ausgrenzung beenden"

Zum Internationalen Tag der Sinti und Roma haben europäische Kirchenvertreter und Politiker die andauernde Diskriminierung der Volksgruppe kritisiert. Sie forderten ein Umdenken in der Gesellschaft und mehr Einsatz im Kampf gegen Antiziganismus.

Noch immer werde Roma-Angehörigen der Zugang zu Bildung, Wohnraum und Gesundheitswesen verweigert; dies sei "eine Schande für alle europäischen Staaten", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE).

"Wir ermutigen unsere christlichen Gemeinschaften in Europa, sich weiterhin für das Wohlergehen der Roma einzusetzen und aktiv daran zu arbeiten, Hassparolen und soziale Ausgrenzung zu beenden", so die Kirchenvertreter. Zugleich appellierten sie an Roma-Angehörige, ihre "einzigartigen Traditionen, Glaubensüberzeugungen und Kulturen" in die europäische Gesellschaft einzubringen.

"Gedenktag will wachrütteln"

Ähnlich äußerte sich der Kölner Weihbischof Ansgar Puff. Er kritisierte die "menschenunwürdigen Bedingungen", unter denen viele Sinti und Roma in Europa immer noch leben müssten. "Auch bei uns sind diese Menschen oft nicht willkommen!", so Puff. 

"Der Roma-Gedenktag will uns Christen wachrütteln: Wissen wir um die Nöte und um die beeindruckenden Fähigkeiten unserer Roma-Geschwister?", fragte der Weihbischof, der in der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz mitarbeitet. 

"Hass darf nicht gesellschaftsfähig werden"

Der Zentralrat der Sinti und Roma rief die Bundesregierung und den Bundestag auf, mehr gegen Antiziganismus zu tun. Um ihn zu verhindern, müsse endlich eine entsprechende Expertenkommission einberufen werden.

Der Zentralrats-Vorsitzende Romani Rose warnte, dass populistische Parteien derzeit versuchten, Vorurteile und Hass gegen Sinti und Roma gesellschaftsfähig zu machen. "Antiziganismus muss in Europa ebenso geächtet werden wie der Antisemitismus geächtet ist", sagte Rose.

"Die Roma sind Teil unserer Union"

Auch die EU-Kommission rief zu mehr Einsatz im Kampf gegen die Diskriminierung von Roma auf. Ausgrenzung, Ungleichbehandlung und Diskriminierung von Roma-Angehörigen stünden in klarem Widerspruch zu den zentralen Werten der Europäischen Union, heißt es in einer Mitteilung der Kommission. "Die Roma sind Teil unserer Union und dürfen nicht auf der Strecke bleiben."

Es sei wichtig, dass die Kinder der Roma die gleiche Schulbildung wie ihre Altersgenossen erhielten, um dem Teufelskreis der Armut entkommen zu können. Unter dem Motto "Für die Roma, mit den Roma" geht die EU-Kommission eigenen Angaben zufolge mit verschiedenen Projekten gezielt gegen die Diskriminierung von Roma vor.

Vorurteile und Unwissen

Nach den Worten der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özuguz (SPD), hat sich die Gesellschaft lange Zeit schwergetan, "das Schicksal der Sinti und Roma in Deutschland angemessen anzuerkennen". Erst 2012 sei das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma errichtet worden.

Die SPD-Politikerin forderte, der Geschichte der Sinti und Roma in Bildungseinrichtungen mehr Platz einzuräumen. In Deutschland gebe es eine jahrhundertealte Tradition der Sinti und Roma, doch "die meisten Menschen wissen außer ein paar Stereotypen so gut wie nichts über die Sinti und Roma". Politiker müssten sich stärker gegen Antiziganismus einsetzen.

"Sichtbares Zeichen"

Das Bündnis "Sinti und Roma Europa" will am heutigen Gedenktag mit einer Kundgebung in Berlin ein "sichtbares Zeichen gegen Antiziganismus" setzen.

Zu der Veranstaltung wird auch Bundespräsident Joachim Gauck erwartet. Der Welttag der Roma erinnert an den ersten weltweiten Roma-Kongress am 8. April 1971 in London, bei dem die "Romani Union" als internationale Vertretungsorganisation der Volksgruppe gegründet wurde.

(KNA, dpa)

Messenger-Gemeinde

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 11.11.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Eindrücke von der Domradio-Pilgerreise nach Rom
  • Flagge zeigen gegen Antisemitismus im Karneval
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Martinstag: Warum die Sankt Martins eigentlich weiß tragen müssten
  • Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln: 5 Jahre"Aktion Neue Nachbarn"
  • 11.11.: Karnevals-Auftakt im Rheinland
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Martinstag: Warum die Sankt Martins eigentlich weiß tragen müssten
  • Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln: 5 Jahre"Aktion Neue Nachbarn"
  • 11.11.: Karnevals-Auftakt im Rheinland
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • "Mister Loss mer singe" im Gespräch: 20 Jahre Kölner Mitsing-Kampagne
  • Keine Steuervorteile mehr für Männer-Vereine? Schützen erbost
  • Gedenktag: So von Martin zu Martin
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • "Mister Loss mer singe" im Gespräch: 20 Jahre Kölner Mitsing-Kampagne
  • Keine Steuervorteile mehr für Männer-Vereine? Schützen erbost
  • Gedenktag: So von Martin zu Martin
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln: 5 Jahre"Aktion Neue Nachbarn"
  • Flagge zeigen gegen Antisemitismus im Karneval
  • Keine Steuervorteile mehr für Männer-Vereine? Schützen erbost
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff