Thomas Sternberg
Thomas Sternberg

04.03.2016

Katholikenkomitee fordert deutliche Abgrenzung von der AfD "Keine ernstzunehmende Partei"

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat erneut zu einer klaren Abgrenzung von der AfD aufgerufen.

"Das ist ein Sammelbecken von Rechtsradikalen und Proteststimmen, die in anderen Koalitionen kein Gehör zu finden glauben", sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg am Freitag in Leipzig. Die AfD sei trotz aller Landtagswahlprognosen "keine ernstzunehmende Partei". Die Vorsitzende Frauke Petry wolle, "dass sie die anerkannte Partei rechts der CDU wird - den Gefallen sollten wir ihr nicht tun".

Es bleibt dabei: keine AfD-Vertreter auf Podien

Sternberg verteidigte bei einer Rätetagung des Spitzengremiums der Laienkatholiken die Entscheidung des ZdK, beim 100. Katholikentag im Mai in Leipzig keine AfD-Vertreter auf Podien einzuladen. "Wir sollten die Köpfe einer Protestbewegung mit solch fremdenfeindlichen Einstellungen nicht dadurch adeln", betonte Sternberg. Die Entscheidung wurde nicht nur von der AfD, sondern auch von Politikern wie der früheren Berliner Ausländerbeauftragten Barbara John (CDU) kritisiert. 

ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper berichtete, dass etwa Dreiviertel der Zuschriften an das Laiengremium die Entscheidung ebenfalls kritisiert hätten. Der Hauptvorwurf sei dabei, dass ein Dialog unterdrückt werde. "Das ist jedoch falsch, da beim Katholikentag sehr wohl die Sorgen der AfD-Sympathisanten zur Sprache kommen, und das ist das Entscheidende", betonte Vesper. Die überwiegende Mehrheit der anwesenden Diözesanräte erklärte ihre Unterstützung für die Position des ZdK.

Sympathisanten zuzuwenden

Zugleich betonten die Rätevertreter, dass es wichtig sei, sich den Menschen zuzuwenden, die wegen diffuser Ängste und Politikverdrossenheit mit der AfD sympathisierten. Mehrere Räte berichteten, dass es auch unter katholischen Laien und Klerikern AfD-Anhänger gebe. ZdK-Präsident Sternberg rief in diesem Zusammenhang dazu auf, die Befürchtungen der AfD-Sympathisanten durch Informationen zu entkräften: "Die AfD schürt die diffusen Ängste, da sie ihr Humus sind." Zugleich mahnte er eine klare Positionierung gegen Fremdenfeindlichkeit an: "Das ist unser christlicher Auftrag."

(KNA)

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