Bischof Czeslaw Kozon
Bischof Czeslaw Kozon
Dänische Passkontrollen an deutscher Grenze
Dänische Passkontrollen an deutscher Grenze

28.01.2016

Kopenhagener Bischof Kozon kritisiert neue dänische Asylgesetze "Wir sollten so großzügig sein, wie es uns möglich ist"

Dänemark hat in dieser Woche seine Asylgesetze verschärft - und erntet von verschiedenen Seiten Kritik dafür. Der Kopenhagener Bischof Czeslaw Kozon bezeichnet die Gesetzesänderung im Interview als taktischen Schachzug der Politik.

KNA: Bischof Kozon, am Dienstag hat das dänische Parlament strengere Asylgesetze beschlossen - Vermögen von Flüchtlingen können eingezogen werden, der Familiennachzug wird erschwert. Wie schätzen Sie die neue Lage ein?

Kozon: Ich habe bei diesem Gesetz sehr große Bedenken, denn es mangelt ihm an Respekt vor den Flüchtlingen. Wer vorläufig in Dänemark leben darf, der kann seine Familie künftig erst nach drei Jahren nachholen. Das trifft doch vor allem die Kinder dieser zerrissenen Familien hart, sie sind eigentlich auf beide Elternteile angewiesen.

KNA: Dänemark galt einmal als weltoffen, jetzt kritisieren sogar die Vereinten Nationen das Land.

Kozon: Wir Dänen sind eigentlich gastfreundlich, aber in den letzten Jahren hat sich die politische Stimmung zugespitzt: Viele Menschen haben Furcht vor islamistischem Terror, vor dem Verlust ihres Wohlstandes und vor dem vermeintlichen Niedergang der dänischen Kultur. Mit dieser Angst spielen einige Parteien bei uns, auch aus taktischen Gründen, weil sie die Wählerstimmen der Leute nicht verlieren wollen.

KNA: Verstehen Sie die Angst Ihrer Landsleute?

Kozon: Man darf natürlich fragen, wie wir die Integration schaffen können. Aber die bessere Frage wäre: Wie können wir mit den Mitteln, die uns zur Integration zur Verfügung stehen, so viel wie möglich stemmen? Wir sollten nicht schauen, was wir nicht können oder nicht wollen, sondern wir sollten so großzügig sein, wie es uns irgend möglich ist, um den Flüchtlingen das Ankommen zu ermöglichen.

KNA: Unter den Katholiken Dänemarks sind viele Zugewanderte. Gibt es deshalb größeres Verständnis für Menschen, die jetzt ihre Heimatländer verlassen?

Kozon: Es ist eine Tatsache, dass unter den dänischen Katholiken viele Einwanderer sind, aber es ist auch eine Tatsache, dass manche Einwanderer nach einer gewissen Zeit selbst einwanderungskritisch werden. Wir Katholiken sind eine Minderheit in Skandinavien - aber wir spiegeln die zerrissene öffentliche Meinung in den Flüchtlingsfragen dennoch wider.

Das Interview führte Christina Rietz.

(KNA)

Nachrichten-Video

Zum Video:
Freitag, 17.11.2017

Video, Freitag, 17.11.2017:Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

7:00 - 14:00 Uhr 
Der Sonntag

Alles andere als Alltag

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 19.11.
06:00 - 06:30 Uhr

Laudes

06:30 - 07:00 Uhr

Cantica

07:00 - 14:00 Uhr

Der Sonntag

  • Rosen und Brot – Heilige Elisabeth von Thüringen
  • Wo die Katholiken noch eng verbunden sind – Junge Freiwillige in der Diaspora in Skandinavien
  • Schicksal jüdischer Fußballspieler
07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

08:00 - 08:05 Uhr

Wort des Bischofs

08:10 - 08:55 Uhr

Die SonntagsFrage

09:50 - 09:55 Uhr

Kirche2Go

10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

07:00 - 14:00 Uhr

Der Sonntag

  • Rosen und Brot – Heilige Elisabeth von Thüringen
  • Wo die Katholiken noch eng verbunden sind – Junge Freiwillige in der Diaspora in Skandinavien
  • Schicksal jüdischer Fußballspieler
10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

14:00 - 16:00 Uhr

Menschen

16:00 - 17:00 Uhr

Kompakt

17:00 - 18:00 Uhr

Autorengespräch

17:00 - 18:00 Uhr

Autorengespräch

18:00 - 19:00 Uhr

Kirche und Klassik

20:00 - 22:00 Uhr

Musica

  • Musik zum Volkstrauertag mit der Missa in tempore belli von J. Haydn
  • Ausgewählte Aufnahmen zum 75. Geburtstag von Daniel Barenboim
23:00 - 23:30 Uhr

Cantica

00:00 - 06:00 Uhr

Nachtportal

02:00 - 03:00 Uhr

Kopfhörer

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar