Mann mit Kippa
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27.01.2016

Erzbischof Schick beklagt Alltagsrassismus "Nie wieder!"

Zum Holocaust-Gedenktag an diesem Mittwoch hat Bambergs Erzbischof Ludwig Schick Fremdenfeindlichkeit in Deutschland beklagt. Er warnte vor den "Folgen von Verblendung und Hetze". Den ermordeten Juden der Nazi-Zeit schulde man Gedenken.

Dass die Gewalt gegen jüdische Mitbürger und gegen Flüchtlinge 70 Jahre nach Ende des NS-Regimes wieder zunehme, rassistische Äußerungen salonfähig würden und "sogar Flüchtlingsheime brennen", sei unfassbar und müsse jeden aufrütteln, erklärte Erzbischof Schick am Dienstag in Bamberg. Der Holocaust habe gelehrt, "wie vernichtend die Folgen von Verblendung und Hetze für eine gesamte Gesellschaft sind".

"Wir können die Geschichte leider Gottes nicht zurückdrehen", ergänzte der Erzbischof. "Aber wir schulden den Ermordeten und Gequälten der Nazizeit Gedenken und Ehre, vor allem durch das Versprechen: nie wieder!" Dazu rufe der Holocaust-Gedenktag auf. Eine Lehre sei, dass das Wegschauen, das Mitschreien oder Mitlaufen bei fremdenfeindlichen Demonstrationen zur Verbreitung von Rassismus in der gesamten Gesellschaft beitrage.

Am Mittwoch ist der Internationale Gedenktag für die Opfer des Holocaust. Er erinnert an die Befreiung des KZ Auschwitz vor 71 Jahren, am 27. Januar 1945, durch sowjetische Truppen. Zuvor starben dort mindestens 1,1 Millionen Menschen.

Netanjahu: Hass auch gegen den jüdischen Staat

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat vor einem Wiedererstarken des Antisemitismus in Europa und der Welt gewarnt. Juden würden "einmal mehr zum Ziel" von Hass und Gewalt, sagte er in seiner am Dienstagabend verbreiteten Botschaft zum Holocaust-Gedenktag. Mit Blick auf eine solche Entwicklung sei das Gedenken an den Holocaust "heute wichtiger als je zu vor", da es "uns alle daran erinnert, wohin der älteste und beständigste Hass führen kann".

Aktuell richte sich antisemitischer Hass sowohl gegen Juden als Einzelne als auch gegen "das jüdische Kollektiv, den jüdischen Staat", so Netanjahu. Dabei komme der Judenhass nicht nur von islamistischen Extremisten aus Gaza, Syrien oder dem Iran, sondern auch von "angesehenen westlichen Meinungsführern".

Netanjahu kritisierte auch die Haltung der Vereinten Nationen. Während in der gesamten Region militante Islamisten brutale Morde und Verfolgungen verübten, habe der UN-Menschenrechtsrat wiederholt israelisches Vorgehen verurteilt. Wenn Staaten wie der Iran und Bewegungen wie der sogenannte "Islamische Staat" oder die Hamas "einen erneuten Holocaust" zu ihrem erklärten Ziel machten, müsse Europa und den Rest der Welt an der Seite der Juden und des jüdischen Staates stehen, so Netanjahu.

(KNA)

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