Pegida Anhänger in Dresden
Pegida Anhänger in Dresden

25.01.2015

Pegida demonstriert ausnahmsweise am Sonntag Islamkritiker ziehen Demo vor

Montag ist Pegida-Tag - nur diese Woche nicht. Die Islamkritiker haben ihre Kundgebung auf Sonntag vorverlegt. Aus Furcht vor der Konkurrenz durch das "Dresden für alle"-Konzert am Montag? 

Die islamkritische Pegida-Bewegung in Dresden geht in dieser Woche nicht montags, sondern bereits am heutigen Sonntag auf die Straße. Die selbsternannten "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) versammeln sich auf dem Theaterplatz vor der Semperoper zu ihrer inzwischen 13. Kundgebung. Auf dem benachbarten Schloßplatz treffen sich Gegendemonstranten.

Am Montag vor zwei Wochen hatte Pegida nach Polizeiangaben etwa 25.000 Menschen auf die Straße gebracht, so viele wie noch nie. In der vergangenen Woche waren wegen einer islamistischen Terrordrohung gegen den inzwischen zurückgetretenen Pegida-Chef Lutz Bachmann alle Veranstaltungen in Dresden abgesagt worden.

Konzert mit Grönemeyer geplant 

Nun zog Pegida die ursprünglich für Montag angekündigte Kundgebung vor, um Zusammenstöße mit Gegendemonstranten zu vermeiden, wie es hieß. Vor allem aber ist für diesen Montag unter dem Motto "Offen und bunt - Dresden für alle" ein Konzert gegen Fremdenfeindlichkeit mit Künstlern wie Herbert Grönemeyer angekündigt. Pegida-Anhänger sollten sich "dieses kostenlose kulturelle Großerlebnis nicht entgehen lassen müssen", erklärten die Pegida-Organisatoren.

SPD-Chef Sigmar Gabriel nahm am Freitagabend überraschend an einer Diskussionsveranstaltung mit Pegida-Anhängern im Stadtmuseum Dresden teil. "Ich finde, mit den Menschen müssen wir besser in Kontakt kommen", sagte der Vizekanzler, der seine Teilnahme als rein privat deklarierte. "Reden ist das Einzige, was man in der Demokratie machen kann." Kein Interesse habe er aber an einem Dialog mit den Organisatoren von Pegida, betonte Gabriel.

Der Historiker Heinrich August Winkler forderte "eine offensive und keine schönrednerische Auseinandersetzung" mit Pegida. "Wir haben es mit einer Bewegung zu tun, die altdeutsche Vorbehalte gegen die westliche Demokratie in einer Weise konserviert, wie wir es bis zum Herbst 2014 nicht mehr für möglich gehalten haben", sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Großdemo in Freiburg

In Freiburg demonstrierten überraschend rund 20.000 Menschen gegen Pegida. Zu den Protesten am Freitagabend hatte ein 28-Jähriger über das Soziale Netzwerk Facebook aufgerufen. Organisationen, Parteien und die Stadt schlossen sich an. Pegida selbst spielt im Südwesten bislang kaum eine Rolle. Im Nordrhein-Westfalen demonstrierten am Samstag in Hagen bis zu 1000 Menschen gegen Pegida.

Aggressiv war die Stimmung beim ersten Aufmarsch der selbst ernannten "Patriotischen Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes" (Pegada) in Erfurt. Laut Polizei standen sich am Samstag rund 1000 Anhänger und 600 Gegendemonstranten gegenüber. Pegada ist kein offizieller Pegida-Ableger. Antifaschistische Gruppen und Parteien bewerten Pegada als "kruden Zusammenschluss" von Neonazis, Verschwörungstheoretikern und gewaltbereiten Hooligans.

Zentralrat der Juden verurteilt Kundgebung 

Der Zentralrat der Juden in Deutschland verurteilt die Pegida-Demonstrationen. "Ich erwarte von jedem, der dort mitläuft, dass er sich bewusst ist, welches Gedankengut dort transportiert wird, und wem er dort folgt", sagte der Präsident des Zentralrats Josef Schuster der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag).

Es gehe ihm gar nicht darum, "dass oder ob alle Menschen, die an diesen Demonstrationen teilnehmen, selbst eine radikale Gesinnung haben", betonte Schuster. Was ihn zugleich "sehr positiv" stimme, seien die spontanen Kundgebungen für ein offenes Deutschland, "an denen noch viel mehr Menschen teilnehmen als bei Pegida".

 

(dpa, KNA)

Nachrichten-Video

Zum Video:
Freitag, 18.08.2017

Video, Freitag, 18.08.2017:Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

12:00 - 18:00 Uhr 
Der Tag

Informationen, Musik und nette Menschen

Wort des Bischofs - Das Buch

52 Impulse aus dem Jahr 2016 jetzt auch als Buch!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 18.08.
06:00 - 06:30 Uhr

Laudes

06:30 - 10:00 Uhr

Der Morgen

  • Terroranschlag in Barcelona
  • Christlicher Fanclub "Totale Offensive Köln" zeigt Flagge gegen Hass und Gewalt
  • Bürgschaftsfonds mit Sozialkrediten
10:00 - 12:00 Uhr

Reisen

10:00 - 12:00 Uhr

Reisen

12:00 - 18:00 Uhr

Der Tag

  • Terroranschlag in Spanien
  • Warum lässt Gott einen Terroranschlag zu? Fragen an Weihbischof Schwaderlapp
  • Caritas International: Humanitäre Hilfe in Kriegs- und Krisengebieten
12:00 - 18:00 Uhr

Der Tag

  • Terroranschlag in Spanien
  • Warum lässt Gott einen Terroranschlag zu? Fragen an Weihbischof Schwaderlapp
  • Caritas International: Humanitäre Hilfe in Kriegs- und Krisengebieten
18:00 - 20:00 Uhr

Kompakt

20:00 - 22:00 Uhr

Reisen

22:00 - 22:30 Uhr

Komplet

22:30 - 24:00 Uhr

Kompakt

00:00 - 06:00 Uhr

Nachtportal

02:00 - 03:00 Uhr

Kopfhörer

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar