Synodenaula
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10.10.2014

Familiensynode im Vatikan Debatte über Ehe und Verhütung

Die Familiensynode im Vatikan hat sich am Freitag weiter mit der Situation wiederverheirateter Geschiedener in der katholischen Kirche befasst. Auch das Thema Verhütung wurde kontrovers diskutiert.

Die vatikanische Synode zu Ehe und Familie hat sich am letzten Tag der Generaldebatte weiter mit der Situation wiederverheirateter Geschiedener in der katholischen Kirche befasst.

Dabei hätten etliche Redner über Möglichkeiten gesprochen, wie diese Menschen durch Wege der Buße mit Gott versöhnt und dann eventuell auch zur Kommunion zugelassen werden könnten, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Freitag.

Intensive Debatte

Andere Synodenteilnehmer schlossen demnach jedoch diese Möglichkeit um der Treue zu den Aussagen des Evangeliums willen aus. Die Debatte sei sehr intensiv geführt worden. So habe ein Redner betont, die Kirche dürfe sich nicht zum Herren über Gottes Barmherzigkeit erheben, hieß es bei der Pressekonferenz.

Einigkeit bestand den Angaben zufolge darüber, dass wiederverheiratete Geschiedene Anspruch auf intensive pastorale Begleitung hätten. Zudem müsse die Vorbereitung von Paaren auf die Ehe im christlichen Glauben verbessert werden. Seminaristen und Priester sollen dafür eine bessere Ausbildung erhalten. Eine Reihe von Beiträgen sei auf die Frage eingegangen, ob und wie kirchliche Eheannullierungsverfahren vereinfacht und beschleunigt werden könnten.

Bedrohung für Familien

Ein weiterer Schwerpunkt der Debatte war die schwierige Situation von Kindern aus geschiedenen Ehen. Sie seien oft zwischen beiden Elternteilen hin- und hergerissen, was zu starken emotionalen Belastungen führe.

Daneben befassten sich die Synodalen bis Freitagmittag mit zahlreichen weiteren Problemen, die weltweit das Leben von Familien bedrohen. Dazu zählten laut Lombardi die familiäre Trennung durch Migration, Gefahren in Konfliktgebieten, Armut, Aids, häusliche Gewalt und Missbrauch.

Einfluss auf Empfängnisverhütung

Erneut ging es in den Beiträgen auch um das Thema Empfängnisverhütung. Insbesondere afrikanische Teilnehmer beklagten demnach eine starke Einflussnahme aus dem Ausland, etwa durch gut finanzierte Nichtregierungsorganisationen, die den Gebrauch künstlicher Verhütungsmittel und Abtreibung propagierten und zur Bedingung für weitere Unterstützung machten.

Das US-amerikanische Ehepaar Alice und Jeffrey Heinzen, die zuvor vor den Synodalen über ihre Lebenserfahrungen berichtet hatten, lobten die Effizienz der kirchlich erlaubten natürlichen Verhütungsmethode.

Großer Fortschritt der Forschung

Auf diesem Gebiet habe die Forschung seit der Enzyklika "Humanae vitae" von 1968 große Fortschritte gemacht, die Paaren eine fast hundertprozentige Sicherheit böten, sagte Alice Heinzen. Ihr Ehemann betonte, durch die Beschränkung auf die natürliche Verhütung gewinne das Vertrauen zwischen den Partnern eine neue Qualität.

Insgesamt hatten am Freitagvormittag sechs Ehepaare und neun einzelne Gastteilnehmer vor der Synode über ihre Erfahrungen mit Familie berichtet. Darunter war auch die katholische Familienreferentin Ute Eberl, die über die Großstadtpastoral in Berlin berichtete. Die Diplom-Theologin leitet die Ehe- und Familienseelsorge im Erzbistum Berlin und ist Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung.

Austausch von 250 Klerikern und Laien

Mit der Beitragsrunde am Freitagabend endet die sogenannte Generaldebatte der Synode. Danach tauschen sich die rund 250 Kardinäle, Bischöfe, Priester und Laienvertreter in insgesamt zehn Arbeitskreisen in englischer, italienischer, französischer und spanischer Sprache aus. Dies biete die Möglichkeit für einen noch intensiveren Dialog, sagte Lombardi. Zuvor allerdings werden noch die Vertreter anderer Kirchen, die sogenannten "brüderlichen Delegierten", zu Wort kommen.

(KNA)

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