Wahlkampfrede im Berliner Tempodrom
Wahlkampfrede im Berliner Tempodrom

05.02.2014

SPD-Politikerin Akgün blickt auf Erdogan-Besuch Auf Stimmenfang in Deutschland

In der Türkei ist Ministerpräsident Erdogan nach der Korruptionsaffäre politisch angeschlagen. Bei seinem Deutschlandbesuch hat er versucht, sein Image aufzubessern, urteilt die SPD-Politikerin Lale Akgün im domradio.

domradio.de: Wie haben Sie seinen Auftritt am Dienstagabend im Berliner Tempodrom erlebt?

Lale Akgün: Erdogan ist von zwei Problemen angetrieben: Zum einen ist natürlich sein Image angekratzt. Die Korruptionsaffäre in der Türkei wird von ihm zwar massiv unterdrückt, aber in der Bevölkerung regt sich Widerstand und auch im Ausland. So war der erste Teil des Besuches dazu da, sein Image etwas aufzubessern. Deswegen auch der Besuch bei Frau Merkel, denn eins muss ich hinzufügen, aus der Türkei kommen dauernd Politiker nach Deutschland, ohne dass die deutsche Presse davon erfährt und das ist auch der zweite Grund, warum er gekommen ist: Nämlich Wahlkampf zu machen für die Präsidentschaftswahl im Sommer. Denn zum ersten Mal werden die Türken in Deutschland, also Menschen mit türkischem Pass, an diesen Wahlen teilnehmen dürfen und das war der Beginn eines großen Wahlkampfes.

domradio.de: Rund 1,2 Millionen Wähler gibt es in Deutschland, mit welchen Themen hat Erdogan versucht sie zu begeistern?

Akgün: Er hat versucht mit innenpolitischen Türkeithemen zu punkten. Wie war es vor uns? Wie ist es mit uns? - ein typisches Vorher-Nachher-Bild und nachher war natürlich alles glänzend. Alles, was mit Korruption zusammenhing - das waren wieder die äußeren Mächte oder Putschversuche aus dem Ausland. Er ist immer Opfer, wenn es um Schlechtes geht und er ist immer Täter, wenn es darum geht, die Dinge groß darzustellen.

domradio.de: Vor seiner Rede hatte er sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen, um über den Beitritt der Türkei zur EU zu sprechen. Wie geht es da jetzt weiter?

Akgün: Ich glaube, Erdogan macht ja im Moment eine Kehrtwende. Er sieht, dass das, was er vorgehabt hat, nämlich die Türkei als alleinige Großmacht im orientalischen Raum auszubauen, nicht funktioniert, also versucht er sich wieder der EU anzunähern. Das ist ein Versuch, ob es ernst gemeint ist, ob es ihm wirklich um den EU-Beitritt geht oder um Gutwetter im Westen, das kann ich im Moment nicht sehen. Ich würde sagen, er versucht Gutwetter im Westen zu machen, vorallem auch wegen wirtschaftlicher Probleme, die kommen werden. Was jetzt den Blick von uns aus geht, ob die Türkei der EU beitreten sollte, da kann ich mich wirklich nur Außenminister Steinmeier anschließen. Er hat gesagt, die Tür steht offen, aber man muss schon gucken, wer durch diese Tür reinkommt.

Das Interview führte Verena Tröster

(DR)

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