Karfreitag
Karfreitag
Weihbischof Ansgar Puff
Weihbischof Ansgar Puff

03.04.2015

Kölner Weihbischof Ansgar Puff zum Karfreitag "Karfreitag das Ergebnis unserer Sünden"

Der Karfreitag ist ein ruhiger Tag, an dem das Leiden und Sterben Jesu im Mittelpunkt steht. Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff sagt im domradio.de-Gespräch, dass zu der Trauer an diesem Tag auch das Fasten gehört.

domradio.de: Ein Tag, der ganz anders ist als alle anderen. Können Sie sich mit dieser Beschreibung für den Karfreitag anfreunden, Weihbischof Puff?

Weihbischof Ansgar Puff: Für mich ist der Karfreitag immer die Verlängerung der Nacht. Ich habe in Frankreich, als ich das erste Mal die Karliturgie sehr intensiv feiern durfte, erlebt, dass die ganze Nacht gewacht und gebetet wurde und dann ist man Karfreitag ein bisschen müde. Ich glaube, das passt auch zu diesem Tag, dass man da nicht morgens einfach heiter und beschwingt aufsteht, sondern ein bisschen zerschlagen. Das war ja auch für Christus eine harte Nacht am Ölberg.

domradio.de: Was macht für Sie die Besonderheit dieses Tages aus?

Puff: Der Karfreitag ist das Ergebnis des Verrates eines der besten Freunde Jesu. Und - wenn man das theologisch sagen möchte - das Ergebnis der Sünden, die wir uns aufgeladen haben, und unsere Erlösung.

domradio.de: Schaut man in den Katechismus der Kirche, so steht dort über den Karfreitag: Fast- und Abstinenztag. Was heißt das genau?

Puff: Das Fasten an diesem Tag hat mit der Trauer zu tun. Das Fasten ist ein Trauerbrauch. Wir kennen das aus dem Alltag: Wenn jemand gestorben ist oder wenn es einem richtig schlecht geht, dann bekommt man keine Bissen runter.

domradio.de: Die Feier vom Leiden und Sterben Jesu unterscheidet sich in ihrer Liturgie von anderen Gottesdiensten. Macht das die Feier für Sie persönlich zu einem ganz besonderen Gottesdienst?

Puff: Unbedingt. Da gibt es viele Elemente, die sinnfällig ausdrücken, was wir an Karfreitag feiern. Am Anfang das Hinwerfen auf den Boden, dieses ausgestreckt auf dem Boden liegen, die Verehrung des Kreuzes, die großen Fürbitten. Und dass es der einzige Tag im Jahr ist, an dem keine Eucharistie gefeiert wird. Das ist schon alles sehr besonders.

Ich wünsche mir manchmal für mich selbst oder für die Teilnehmer am Karfreitagsgottesdienst, dass es so etwas wie ein Erdbeben gibt. Eine Art innerer Riss, dass auf einmal die Selbstsicherheit, dass man da etwas Äußeres feiert, ein bisschen hinterfragt wird und dass man ein wenig geschockt wird von diesen Tagen. Sonst können wir im Grunde die Größe dessen, was Gott für uns tut, die Erlösung überhaupt nicht feiern. Ostern ist Limonade, wenn man nicht Karfreitag gefeiert hat.

domradio.de: Gibt es für Sie einen Moment in der Liturgie, der ganz besonders ist?

Puff: Für mich ist das immer der Moment in der Passion, in dem Christus gestorben ist. Danach kniet man sich ja hin, es ist Stille. Das ist für mich immer sehr beeindruckend.

 

Die Fragen stellte Matthias Friebe. Das ganze Gespräch zum Karfreitag gibt es zum Nachhören hier:

http://www.domradio.de/audio/wir-sind-erloest-aber-das-hat-ihn-viel-geko...

domradio überträgt am Karfreitag um 10 Uhr im Radio den Kreuzweg mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki aus dem Kölner Dom und um 15 Uhr im Radio und im Web-TV die Feier vom Leiden und Sterben Christi mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki aus dem Kölner Dom.
 

(DR)

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