Auf der LVR-Tribüne feiern Menschen mit Behinderung gemeinsam Karneval
Auf der LVR-Tribüne feiern Menschen mit Behinderung gemeinsam Karneval
Die LVR-Tribüne für Menschen mit Behinderung am Alter Markt in Köln
Die LVR-Tribüne für Menschen mit Behinderung am Alter Markt in Köln
Das Empfangsgerät überträgt die Worte des Dolmetschers an die Gehörlosen
Das Empfangsgerät überträgt die Worte des Dolmetschers an die Gehörlosen
Eine Dolmetcherin übersetzt die Prinzenproklamation in Köln auf Gebärdensprache für die gehörlosen Gäste
Eine Dolmetcherin übersetzt die Prinzenproklamation in Köln auf Gebärdensprache für die gehörlosen Gäste

23.01.2019

"Karneval für alle" – auch für Menschen mit Behinderung "Jetzt konnte ich endlich wieder dabei sein"

Die Landschaftsverband Rheinland gibt mit der Initiative "Karneval für alle" Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, Karneval zu feiern und die Straßenumzüge mitzuerleben. Die Projektleiterin Ellen Petry erklärt, wie das funktioniert. 

DOMRADIO.DE: "Karneval für alle" gibt es schon seit 2013 – wie kam es dazu, diese Initiative zu gründen?

Ellen Petry (LVR-Projektleiterin für "Karneval für alle"): Wir waren schon mal vor sechs Jahren im Gespräch mit dem Festkomitee und mit den Altstädtern. Da ging es um die Übersetzung für Gehörlose und sehbehinderte Menschen des Eröffnungs-Straßenkarnevals auf dem Alter Markt in Köln durch Gebärden-Dolmetscher und Rollstuhlplätze.

In diesem Jahr ist hier in Köln ein Mensch gestorben, der litt an der Nervenkrankheit ALS. Er hat, als er gestorben ist, dem Festkomitee einen Betrag hinterlassen mit der Auflage, dass das Geld für Menschen mit Behinderung verwendet werden soll, die damit Karneval feiern können. Dieses Geld hat das Festkomitee in eine Tribüne gesteckt – in eine sehr kleine und einfache Tribüne auf dem Heumarkt – und uns gefragt, ob wir uns daran beteiligen, weil der Betrag nicht gereicht hat. Das war der Anstoß.

DOMRADIO.DE: Es ist Hektik, die Menschen sind betrunken. Wie bekommen Sie das hin, dass es kein Gefahrenpotenzial gibt?

Petry: Wir haben uns eine gute Position gesucht, am Heumarkt, da ist nach hinten hin ist sozusagen alles frei. Da sind wir mit der Bahn gut erreichbar. Die Tribüne ist direkt platziert neben einer Unfall-Hilfs-Station. Es haben auch alle ein Dach über dem Kopf mittlerweile, das hatten wir in den ersten Jahren auch nicht.. Das bietet einen geschützten Raum, damit Menschen mit Einschränkungen feiern können, wie andere.

DOMRADIO.DE: Das Projekt heißt ja nicht "Karneval für Rollstuhlfahrer" sondern "Karneval für alle". Bieten Sie auch noch andere Sachen?

Petry: Genau. Wir unterstützen andere Veranstaltungen, bei denen wir nicht der Veranstalter sind, mit verschiedenen Maßnahmen, um die barrierefrei zu machen. Das Highlight in diesem Jahr war unter anderem die Prinzenproklamation in Köln im Gürzenich. Da gab es zum ersten Mal eine Übersetzung in Gebärdensprache, die sogar im WDR-Fernsehen übertragen wurde, worüber wir uns sehr gefreut haben.

Einen Blinden-Reporter setzen wir beim Veilchen-Dienstags-Zug in Mönchengladbach ein. In diesem Jahr machen wir das auch zum ersten Mal beim Rosenmontagszug hier in Köln. Wir haben es bereits letztes Jahr bei den Schull- und Veedels-Zügen gemacht. Es gibt auch noch andere Angebote für Gehörlose. Wir haben zum Beispiel auf der Miljöhsitzung am 2. Februar von den Altstädtern hier in der Kölnmesse einen Service für gehörlose Menschen, also Gebärden-Dolmetschung.

DOMRADIO.DE: Sie haben gesagt, es gibt eine Blindenreportage. Das machen sie gemeinsam mit dem 1. FC Köln, der nämlich genau so seine Fußballspiele kommentieren lässt. Wie kann man sich das vorstellen?

Petry: Die Kommentatoren beschreiben schon viele Dinge, die man sonst visuell wahrnimmt. Sie reden dann von glitzernden grünen Kostümen, oder davon, dass am Wegrand jetzt einer ein Strüüßche übergibt und bekommt ein Küsschen dafür. Natürlich transportieren die auch die Informationen, die ein Radiomoderator überträgt. Aber darüber hinaus wird auch viel Wert darauf gelegt, dass das optische übertragen wird oder erklärt wird, dass praktisch das was man sehen kann, in Sprache übertragen wird.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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