04.03.2015

Prälat Gerd Bachner folgt auf Norbert Feldhoff Ein neuer Dompropst für Köln

Köln hat einen neuen Dompropst. Der langjährige Leiter der Hauptabteilung Schule im Erzbischöflichen Generalvikariat, Prälat Gerd Bachner, wurde am Montag vom Domkapitel zum Nachfolger von Norbert Feldhoff gewählt. Im domradio.de-Interview stellt er sich vor.

domradio.de: Herr Prälat, Sie wurden zum neuen Kölner Dompropst gewählt, der Erzbischof hat die Wahl bestätigt. Mit welchen Gefühlen schauen Sie auf die neue Aufgabe?

Prälat Bachner: Mit Freude und Dankbarkeit und Zuversicht. Freude, weil der Dom mir in meinen zehn Jahren im Domkapitel ans Herz gewachsen ist. Auch die Menschen, die dort beten, arbeiten und auch als Touristen kommen. Ich habe eine tiefe Beziehung zum Kölner Dom. Deshalb freue ich mich.

Dankbarkeit, weil es schon eine Bestätigung ist, wenn das Domkapitel mich doch recht schnell in eine solche Aufgabe hineingewählt hat. Und mit Zuversicht, dass man nicht alleine ist, sondern dass Gott mit uns den Weg geht und auch die Mitbrüder im Domkapitel den Weg mitgehen.

domradio.de: Sind Sie denn überrascht über Ihre Wahl? Es wurde ja schon in den vergangenen Wochen über Ihre Person spekuliert.

Prälat Bachner: Spekulationen sind das eine, die gibt es immer. Bei einem päpstlichen Konklave sagt man ja, wer als Papst hineingeht, geht als Kardinal wieder heraus. Insofern waren mir die Spekulationen gar nicht lieb, im Gegenteil. Ich habe da nie Stellung bezogen, ich habe gesagt, dass es sich verbietet als Domkapitular zu so etwas Stellung zu beziehen. Man kann es nicht verhindern, dass Menschen sich Gedanken machen. Ich habe mit der Möglichkeit gerechnet, aber ob es dann auch Wirklichkeit wird, das war für mich etwas Offenenes. Umso mehr jetzt die Freude.

domradio.de: Ihre Vorgänger waren und sind in Köln sehr bekannte Persönlichkeiten, die auch sehr medienaffin auftraten. Sie gelten als eher zurückhaltend und besonnen. Zieht nun ein neues Charisma in das Amt des Dompropstes ein, oder versuchen Sie in diese Fußstapfen zu treten?

Prälat Bachner: Nein, bei aller Wertschätzung für meine Vorgänger kann ich sagen, das wäre kein guter Weg, das wäre ein falscher Weg. Jeder Mensch hat von Gott seine Charismen und Qualitäten und seine Begabungen bekommen. Ein Anliegen ist es mir, das einzubringen, was ich bin und was ich habe. Dazu bin ich auch bereit. Nicht mehr und nicht weniger. Das bringe ich gerne mit. Die Akzente will ich gerne setzen. Ich war ja lange in der Priesterausbildung tätig und jetzt die letzten 14 Jahre im Schul- und Hochschulbereich. Das sind sicher Erfahrungen, die ich einbringen kann. Aber es wird mein Stil werden. Nur wenn wir authentisch leben und verkünden, können wir eine Botschaft rüberbringen.

domradio.de: Sie sind kein gebürtiger Rheinländer. Sie sind in Sachsen geboren, in Norddeutschland aufgewachsen und dann mit 10 Jahren in das Rheinland gekommen. Wie prägend ist Ihre Herkunft?

Prälat Bachner: So ein bisschen beneide ich manchmal Menschen, die ein ganzes Leben von der Kindheit an in einem Ort verbringen. Diese Menschen haben dann noch einmal einen anderen Heimatbezug. Den habe ich so nicht. Meine Eltern kamen aus Ostpreußen, ich bin auf der Flucht geboren, meine Kindheit habe ich in Norddeutschland verbracht. Aber mit 31 Jahren bin ich nun die längste Zeit meines Lebens in Köln. Was ich dadurch mitbringe ist das Unterwegssein. Diese Unterwegs sein, geleitet von Gott, ist etwas Wichtiges. Denken Sie an die Heiligen Drei Könige im Kölner Dom, die waren auch unterwegs, geleitet vom Stern. Dieses Unterwegssein, diese Dynamik bringe ich mit. Das ist vielleicht auch eine Chance, die ich durch meine Biographie einbringen kann.

domradio.de: Es wird im Domkapitel Veränderungen geben, wollen Sie das Kapitel auch mitformen?

Prälat Bachner: Ich bin ja schon 10 Jahre dabei, das ist eine gewachsene Gemeinschaft mit den Mitbrüdern im Kapitel. Es gibt viele neue Herausforderungen durch den neuen Erzbischof und den neuen Generalvikar. Andererseits kommen auch vom Dom her viele Aufgaben. Sie wissen, der Dom ist eine ewige Baustelle, das meint sich nicht nur von den Steinen her! Auch das Innere ist ein Prozess, weil wir die Menschen ansprechen wollen, auf ihrem Weg begleiten wollen. Das ist ein prägender Punkt. Für mich entscheidend ist: Wir bauen immer auf dem, was die Vorgänger geleistet und gewirkt haben, auf. Es kommen jeden Tag 20.000 Menschen in den Dom, es kommen viele Pilger und Touristen. Was können wir noch mehr tun, damit der Dom nicht nur als großartige, vollendete Kathedrale erfahren wird, sondern damit die Menschen, die die Kathedrale besuchen, mit dem lebendigen Gott in Berührung kommen? Das ist mir ein tiefes geistliches Anliegen, das möchte ich noch weiter vertiefen.

Das Interview führte Jan Hendrik Stens.

Hinweis: Der neue Dompropst wird am Sonntag, dem 19. April, im Rahmen des Kapitelsamtes um 10 Uhr im Kölner Dom von Domdechant Robert Kleine in sein Amt eingeführt werden. domradio.de überträgt live im Web-TV, ebenso die Verabschiedung des bisherigen Dompropstes Norbert Feldhoff am kommenden Samstag, 7. März, um 10.30 Uhr.

(DR)

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